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Streitwart sah nach dem langen Ritt in der Ferne an einem Waldrand ein Blitzen. Sofort wurden Späher ausgesandt, die nach Abschluß ihres Auftrags von zwei kleinen Kiewer Heeren berichteten, die sich aus der ehemals sächsischen Region Dealurile nach Bessarabij begeben hatten und dieses wohl zu erobern gedachten. Der junge Sokhan wußte von der Verpachtung zweier sächsischer Grafschaften an die Kiewer, aber er konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern, daß Bessarabij eine der beiden gewesen wäre. Der Khan selbst hatte Bessarabij für sein Volk von den Sachsen gepachtet. Dies hatte die Kiewer aber auch schon nicht von ihren letzten beiden Überfällen auf Bessarabij abgehalten. Die Sachsen hatten wohl ihre eigenen Probleme im Westen oder Norden. So war es an den Bulgaren selbst, ihr Land zu verteidigen. Vielleicht hatte man ihnen den Befreiungsversuch der von den Kiewer Rittern gefangenen Bulgaren übel genommen, deren Entlassung aber leider erst nach der Schlacht bekannt wurde! Aber was wäre man für ein Volk gewesen, wenn man nicht zumindest den Versuch gewagt hätte?
Die Späher berichteten von insgesamt sieben Rittern, deren Feldzeichen man auf den Schilden ausmachen konnte, sowie von deren Gefolge. Klangvolle und bekannte Namen waren dabei zu hören. Sogar zwei Grafen hatten sich zur Schlacht eingestellt. Da waren die tüchtigen Ritter Ernesto und Victor sowie die Susannah di Augustia, die Gattin des erstgenannten, und ein junger Ritter namens astala, von dem Streitwart noch nichts gehört hatte. Der schlachtgewaltige Lambert d'Lilliaz, neu ernannter Graf zu Dealurile, und seine Frau Florentina di Angelosanto, beide leicht zu erkennen an ihren Rüstungen mit den Schwingen, war ebenso angereist wie die Gräfin von Kursk, die Streitwart trotz oder gerade wegen ihres Alters und der damit einhergehenden Schlachterfahrung als gefährlichsten Gegner einschätzte. Die Namen des Gegners flößten ihm Respekt ein, aber von Angst war nicht zu reden, standen doch an seiner Seite mindestens ebenso tüchtige Ritter aus dem Bulgarenlande, die nicht wanken oder weichen würden, bis sie den Gegner aus dem Felde geschlagen oder aber dieses Schicksal selbst hätten...
...Kurz vor der Schlacht erhielt Streitwart von zur Flankenüberwachung ausgesandten Spähern die Nachricht, daß sich über das von den Ungarn eroberte und als Puffer zwischen den Kriegsparteien gedachte Tscherkassy weitere Ritter aus Kiew im Heeresverband annäherten. 'Es ist ihnen halt nicht zu trauen, solange dieser Krieg andauert!', dachte sich schulterzuckend der junge Sokhan, war aber bei einigen Namen, deren Wappen in dem Heer auszumachen waren, schon ein wenig beunruhigt, da diese vielleicht in einer zweiten Schlacht das Zünglein an der Waage sein könnten, allen voran der von Streitwart selbst so genannte "Schlachtenwüter" Sardaukar, begleitet von Nazdreg und manowar der große, beides ebenfalls bekannte Recken. Es gab wohl noch mehr Kiewer Ritter in der Region, aber sie waren noch nicht zweifelsfrei identifiziert...
...die Schlachtlinie stand, die Sehnenohren waren eingehängt und genügend Pfeile staken vor Streitwart im Boden. Er sah noch einmal kurz zum Himmel auf und sprach ein kleines Gebet, bevor er sich den Helm über seine dunklen Locken stülpte und kurze Zeit später die Schlacht begann...
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