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THEMA: Re:Auf alten Pfaden
 
Braga Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      02.12.2018 23:37:49 --- 1 Woche, 4 Tage her  
Die drei Männer lachten über ihre Worte. Jugendlicher Eifer? Sie hatte erst vor kurzer Zeit das heimelige Haus des Vaters verlassen. Und schon wollte sie in die Ferne. Aber irgendwann, wenn sie Monate, wenn nicht sogar Jahre im Ausland verweilen würde, dann würde sie erfahren, wie schön die Heimat eigentlich sein konnte.
Bei den ersten malen ist es immer ein seltsames Gefühl. Dieses warten...mittlerweile sind wir es gewohnt. Und auch du wirst dich daran gewöhnen“, offenbarte Albert ihr mit einem Lächeln.
Plötzlich tippte Marlec Albert gegen die Schulter. Mit einem Kopfnicken machte er ihn und auch die anderen darauf aufmerksam, das am Hauptplatz des ehemaligen Lagers etwas passierte.
Man konnte Lambert sehen und auch Obed. Vojtech, der einen langen Stab bei sich trug und wie sonst, in einer langen Kutte daherkam. Drei weitere wichtige Männer folgten ihnen. Sie waren allesamt Norweger und überragten die anderen und stachen mit ihrem groben Aussehen hervor. Man erkannte sie leicht an ihren schweren Umhängen, ihren Lederrüstungen, ihren Armringen und breiten Äxten, die sie stets bei sich trugen.
Jene gehören zu den ersten Männern, die sich Blackthorn einst anschlossen. Damals trug er diesen Namen noch nicht...“, erklärte Albert, wobei der Blick der Söldner nur auf das Geschehen vor ihnen gerichtet war. Wie neugierige Kinder gafften sie und warteten.
Auch der Blackthorn kam schließlich zum Platz. Seine Kleidung, dunkel wie die Nacht. Sein Umhang schwer und am Kragen mit einem Fell besetzt.
Er trug selbst eine schwere Rüstung. Eine Schuppenrüstung aus Leder. Seine Oberschenkel waren ebenfalls durch lederne Beintaschen geschützt, so wie seine Schienbeine mit ledernen Beinschienen. An seinem rechten Arm waren Armringe, während um seinen Hals ein Amulett hing. Ein Hammer aus Knochen, auf dem einige Runen zierten.

Seine Männer hatten sich bereits zu den Pferden begeben. Und als Braga dazustieß, schwangen sie sich elegant in die Sättel. Der Norweger tat es ihnen gleich. Dann lenkte er sein Pferd herum und führte es in die Mitte des Platzes, wo jeder ihn sehen konnte. Er sah sich selbst um. Blickte in die vielen Gesichter. Erwartende Gesichter. Niemand sagte etwas. Im Hintergrund hustete jemand. Ein anderer schniefte mit der Nase. Bragas Miene war streng, bis er eine Augenbraue hob und ein keckes Grinsen auflegte.
Ich sehe neugierige Gesichter. Erwartende Blicke“, sprach er laut, „Als würde ich mir gleich ein Wunder aus dem Arsch ziehen“, einige lachten. Er grinste weiter. „Aber dieses mal habe ich kein Wunder für euch“, er wurde wieder ernster. „Wir brechen nach Cornwall auf. Dort gab es einen Überfall. Einen Überfall von Männern des Vatikan“.
Besonders die Christen in den Reihen der Söldner raunten und murmelten. Überraschte Gesichter und fragende Blicke.
Ich will dieser Sache nachgehen“, sprach er weiter und machte eine kurze Pause, „Obwohl ich KEINEN GRUND brauche, um die Verantwortlichen ein für alle Mal in die Leere zu schicken!“, einige Männer jubelten auf. Christen und Heide gleichsam.
Lasst uns also aufbrechen und jene helfen und beschützen, die einer solchen Willkür ausgeliefert waren! So lange, bis die Wölfe des Krieges losgelassen werden!“, wieder jubeln, aber lauter als zuvor. Auch Albert, Marlec und Jacob jubelten und brüllten mit. Braga brachte sein Pferd in Bewegung. In Schrittgeschwindigkeit lenkte er es an den Reihen der Männer vorbei. Seine Augen suchten die Blicke seiner Leute. Während er sich umsah, entdeckte er den Rotschopf, die er noch am Morgen im Hofe der königlichen Festung traf. Hatte es sie also doch hierher verschlagen.
Mit einem milden Lächeln nickte er ihr zu und verließ das ehemalige Lager an der Spitze voran, gefolgt von seinen Vertrauten und der bunten Truppe aus Söldnern und jenen, die das Lager hüteten.


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Letzte Änderung: 2018/12/02 23:39 von Braga Blackthorn.
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Johanna

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Re:Auf alten Pfaden      03.12.2018 00:02:41 --- 1 Woche, 4 Tage her  
Warten hatte sie schon immer gehasst. Sie hasst es zu warten, ob ein schwer Verletzter durchkam. Sie hasste es zu warten, wenn ein Fieber zu stark war. Sie hasste es, auf den unvermeidbaren Tod zu warten. Da war es wohl nicht verwunderlich, dass sie auf den Hauptmann der Söldner warten, ebenso sehr hasste. Das hatte weniger mit jugendlichem Leichtsinn, als mit ihrer Art die Welt zu sehen zu tun. Johanna war einfach oft ungestüm und direkt. Vielleicht würde sich das eines Tages legen, aber noch... war das Unbedarfte an ihr.

"Wir werden sehen", lächelte sie zurück. "Wir werden sehen... weißt du, ich bin ebenso geduldig, wie ich vorlaut bin", witzelte sie und schloss kurz die Augen. Es war spät und es war dumm jetzt aufzubrechen, wobei einen Söldnertrupp wenig aufhalten konnte.

Doch dann endlich kam Bewegung in die Sache und sie öffnete die Augen, als um sie herum eine gewisse Geräuschkulisse sich veränderte. "Wie hieß er dann? Aber die sehen allesamt gefährlich aus. Aber... hat der wirklich nen Pfaffen dabei?", dabei nickte sie in Richtung des Kuttenträgers. Das würde sie wirklich überraschen: Den Norweger hatte sie sich bisher nicht als Christen vorgestellt und konnte es auch jetzt nicht. Er kam auch bald darauf dazu und Johanna fragte sich wieder, wie die Sache mit seinem Bein passiert war und ob man etwas tun könnte, um es zu heilen. Seine Erscheinung war imposant und ließ das Lager seltsam ruhig werden, auch sie.

Nun gut, das Husten und das Hochziehen der Nase, verrieten ihr, dass sie bald Patienten haben würde, aber sonst? Es war still... sehr still.

Sie lauschte und dann wurde sie blass. Ihr war klar, dass die Katholiken in England keinen Frieden suchten und sicherlich auch keine Ruhe, nein: Sie wollten die alten Glauben vertreiben und alle, die nicht ihren Normen entsprachen. Also auch Leute, wie sie selbst. Es war nobel, dass der Blackthorn nach Cornwall wollte, aber wusste er, dass sie dort im Moment sicherlich eine Hexe war und keine Hilfe?

Schwer schluckte sie und versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass sie die Reise jetzt doch ängstigte. Angst war fehl am Platze. Die drei Freunde würden sie schon beschützen und vermutlich würde sie auf der Reise einige andere Söldner kennen lernen, die sicherlich dann auch den ein oder anderen Schutz bieten würden. Heilen war eine Sache, bei der man sich meist mehr Freunde als Feinde machte. Außer der Gott der Katholiken, brachte Unheil über sie und half nicht, dann war schnell die weise Frau Schuld und betrieb Hexerei.

Johanna klatschte in die Hände, doch sie zitterte innerlich.

Als der Blackthorn ihr zunickte, atmete sie auf, schaffte es zu lächeln und neigte ebenso ihr Haupt, ehe sie die Kapuze übers Haar schob. Sie fiel zu sehr auf unter den Söldnern. Leuchtend rote Haare, wie sie, hatte vermutlich keiner der Männer und keine der Frauen. Johanna seufzte leise, als sie das Pferd bei den Zügeln packte und die Prozession aus berittenen betrachtete. Es würde ein langer Marsch nach Cornwall und Johanna war froh, dass sie keine neuen Stiefel gekauft hatte.

Die Söldner verließen nach und nach in geordneten Bahnen das Lager und Johanna stellte schnell fest, dass sie ihre Reise hinter einer jungen Familie antraten. Die Kinder lachten und sangen, die Mutter ermahnte sie oft, aber sie mussten sich ja die Zeit vertreiben. Hinter ihnen liefen erfahrene Männer an den Waffen. Johanna wusste nicht, ob es eine feste Reihenfolge gab, aber nachfragen wollte sie nicht. Sie würde das schon noch früh genug herausfinden, denn bis Cornwall war es weit, sehr weit...
 
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Braga Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      03.12.2018 21:57:15 --- 1 Woche, 3 Tage her  
Der Weg wird ein weiter sein, dem war sich Braga durchaus bewusst. Doch die Königin hatte ihm diese Aufgabe gegeben. Und da es viele Söldner in Cornwall gab, die vielleicht von diesem Überfall betroffen waren, war es ihm zugleich eine Herzensangelegenheit. Deshalb war er rasch nach London gekommen, verweilte er vor einigen Tagen noch in Winchester, um dort den Bau seiner Söldnerkaserne zu begutachten.
Warum legen wir nicht gleich ab und schnappen uns diese Kreuzpimmel?“, grummelte Lambert, der direkt hinter Braga ritt. Links neben Lambert war Obed. Während neben Braga sein getreuester Gefolgsmann Bjarne Olufsson ritt. Jener war schon bei ihm, als Braga noch ein kleiner Räuber in den Steppen der Mordwinen war. Und er war einer der wenigen, die diesen langen Weg gemeinsam mit dem Blackthorn gegangen sind.
Warum müssen wir dem Ganzen noch nachgehen? Da gibt es nur noch Messerarbeit zu verrichten. Sie kamen, töteten und verpissten sich, wie räudige Köter vor dem Knüttel!“, grummelte Lambert. Und er hatte nicht ganz unrecht. Braga sagte darauf zuerst nichts. Stattdessen hatte er seine Augen auf die Mauern der Stadt gerichtet, die sich mit jedem Schritt weiter nach hinten zurückzogen. Fast schon musste er über seine Schulter schauen. Nun lag die lange Straße vor ihnen, welche durch Wälder führte, vorbei an Hügel und Wiesen und allerlei kleinen Gehöften.
Wir werden sehen, was wir tun können. Und danach machen wir uns daran, das zu tun, was wir am besten können“, entgegnete Braga ihm nur. Lambert grummelte wieder, wusste aber wohl nicht, was er stattdessen sagen sollte.
Ich frage mich, was hinter diesem Angriff steckt. Warum uns plötzlich der Vatikan angreift“, teilte nun Obed seine Neugierde hinter dieser Sache. Und in der Tat, das war etwas, auf das keiner hier eine Antwort wusste.
Vielleicht werden wir die Antwort in Cornwall finden“, sagte Braga nur ruhig und setzte seinen Weg fort.

Weiter hinten

Sagt auf Wiedersehen große Stadt. Und Willkommen du neues Abenteuer“, witzelte Albert aufgeregt und lächelte breit. Auch sie ließen allmählich die Mauern der Stadt hinter sich. Viele Felder und kleine Bauernkaten säumten sich vor den Mauern der Stadt, wie kleine Steine vor einem riesigen Felshang.
Ich werde die Wirtshäuser vermissen...“, meinte Jacob plötzlich etwas traurig, während er noch einen letzten Blick auf die Stadt warf. „Ich nicht!“, polterte es aus Marlec heraus, worauf Albert nur nickte.
Aber es hatte doch etwas Gutes, oder?“, fragte Jacob dann schließlich, „Wir haben unsere kleine Künstlerin hier gefunden“, dabei waren nun alle Blicke auf Johanna gerichtet. Die Kinder, die vor ihnen liefen, hörten die ganze Zeit zu und liefen teilweise schon rückwärts, um nichts zu verpassen. Auch sie starrten nun die Rote an. Die Herren hinten ihnen wohl auch, den Gesichtsausdrücken nach.
In der Tat. Sie ist eine verdammt gute Heilerin!“, rief Albert aus und machte so noch mehr auf sich aufmerksam. Marlec grinste nur und Jacob lachte herzlich.
Bald kennt dich hier jeder. Und wenn du das erste Leben innerhalb dieser illustren Runde gerettet hast, wird dich keiner mehr mit neugierigen und musternden Blicken strafen. Wirst schon sehen“, sprach Albert weiter und zwinkerte ihr zusätzlich zu.
Ja!“, fügte Jacob hinzu, „Vielleicht wird sie so gut, dass der Medicus des Blackthorn sie unter ihre Fittiche nimmt. Kenne keinen Fähigeren, als ihn“, Albert nickt und auch Marlec musste dem Recht geben.


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Re:Auf alten Pfaden      03.12.2018 23:03:39 --- 1 Woche, 3 Tage her  
Den Blackthorn und seine Getreuen hatte Johanna längst aus den Augen verloren. Um sie her, fingen die Männer das Scherzen an.

"Auf Wiedersehen, große Stadt. Willkommen Abenteuer", scherzte sie zurück und dachte daran, dass sie Angst hatte, was sich ändern würde, wenn der Vatikan weiterhin England attackierte. Würde man bald den Schutz des christlichen Gottes suchen? Sie betrachtete die vorbeiziehenden Hütten. Natürlich gab es viele Christen in England, aber keiner wollte die alten Glauben ganz verdrängen. Sie war selbst Christin gewesen, doch an nichts mehr zu glauben, fiel ihr leichter. So viel leichter.

Sie lachte leise. "Na ja, ich schließe mich Marlec an. Wenn mit euch jeder Besuch in ner Schankstube damit einhergeht, dass ich kostenlos arbeiten muss, werde ich den ollen Wirt und seine Fettfinger nicht vermissen. Auch wenn ich mich mit Freuden, an den gestern erinnern werde, wann immer wir in einer sitzen." Nein, sie sicher nicht. Jacob aber vermutlich das frisch gezapfte Bier und... er sah so aus, als würde er manchem Mädchen den Kopf verdrehen. Sie nahm sich vor, keine davon zu sein.

Und dann ging es los... Johanna zog die Kapuze tiefer ins Gesicht, weil die Herren Aufmerksamkeit auf sie zogen. "Albert, Marlec, Jacob, ich bitte euch... Lasst...", aber sie ließen es nicht gut sein und Johanna bekam ein flammend rotes Gesicht. Nun vorgestellt war sie offenbar schonmal.

Schließlich konnte sie nicht anders, als die Kapuze nach hinten schieben, weil sie sonst Albert, Jacob und Marlec nicht in die Augen sehen konnte. "Ist jetzt mal gut? Ich hätte gern, dass ihr an einem Stück zurück kommt. Leben retten, gut und schön, aber... mir ist lieber, wir fangen mit Husten, Schnupfen, Zahnweh und Blasen an den Füßen an. Ich glaub das ist mir lieber, als Stichwunden und Nähte. Außerdem... wer sagt, dass ich beim Medicus in die Lehre gehen kann. Ich bin ne Frau, falls du es übersehen hast. Kein Medicus nimmt ein Lehrmädchen, selbst wenn ich dümmere Ideen hätte, auf die wäre ich nie gekommen meine Herren."

Sie lachte leise. Realistisch war sie ja und einige der Söldner lachten leise. Aber so war es wirklich. Sie konnte heilen, keine Frage, aber es gab Verletzungen, die man nicht heilen konnte. Was wenn es mal einen der Jungs traf? Sie wollte nicht daran denken.
 
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Re:Auf alten Pfaden      04.12.2018 20:13:58 --- 1 Woche, 2 Tage her  
Ach, papperlapapp! Der wird deinen Wert schon erkennen. Und wenn nicht, dann ist er ein Trottel“, sagte Albert ernst, lachte dann aber leise über seine Worte.
Ohja, ein großer Trottel“, fügte Jacob hinzu und lächelte aufmunternd. Natürlich war den Männern nicht bewusst, dass es sicher nicht einfach und selbstverständlich war, als Frau eine solche Chance zu erhalten. Sie selbst hatten es einfacher gehabt. Sich den Söldnern anzuschließen brauchte nicht viel. Hauptsache es war Willen in den Augen jener zu erkennen, die sich dem Banner anschließen wollten. Zumindest bis zu dem Punkt, als sie von Lambert auf die Schlachtreihe vorbereitet wurden. Denn es gab keine härtere Maßnahme, als durch diese harte Schule. Versagen tolerierte der Engländer nicht. Und so manchen Mann hatte es wieder schleunigst aus dem Dienst des Blackthorn gebracht.
Glaub einfach an dich und all das, was du dir beigebracht hast“, kam es nun von Marlec, der dem ganzen schweigend zugehört hatte. „Meine Tochter..sie wäre nun in deinem Alter. Oh, was wäre ich ein stolzer Vater, wenn ich erfahren würde, mit welchem Talent sie anderen hilft. Und glaube mir, sie war so. Sie half, wo keiner helfen wollte“, ein wenig Wehmut klang in seiner Stimme mit, als er von seiner Tochter sprach. Doch auch ein Lächeln war zu sehen. Und so plötzlich es aus ihm herauskam, verharrte er auch wieder im Schweigen.
Ganz sicher“, meinte Albert, der nun etwas ernüchternd klang. Aus der Freude von eben war ein wenig Trübsinn geworden. Auch Jacob war das Lächeln aus dem Gesicht entflohen. Marlec bemerkte dies und statt weiterhin die Stimmung zu betrüben, lächelte er wieder auf.
Es ist lange her. Wir sollten uns darüber freuen, dass wir hier sind...hier, unter Freunden“, dabei sah er jeden von den Dreien an und lächelte. Albert klopfte dem Afrikaner auf die Schulter und Jacob lächelte wieder.

Es verging Zeit und die Söldner setzen ihren Weg fort. Mit jeder Stunde verschwand die Sonne ein ganzes Stück mehr, während Cornwall näher rückte. Und so entschied Braga, dass das Lager bei einem kleinen Hof aufgebaut werden sollte, ehe die Sonne ganz verschwunden wäre. Eine Herberge am Straßenrand diente für diese Nacht als Unterbringung der hohen Herren. Der Herbergsvater hatte sogar einige der Gäste rausgeworfen, da er befürchtete, dass die Söldner seine bescheidene Hütte niederbrennen, wenn er nicht springt, wie sie wollten. Braga hatte kein Problem mit anderen Gästen. Aber er sagte auch nichts dagegen, dass man all die Leute rauswarf. Proteste gab es natürlich. Aber damit musste sich der Kerl auseinandersetzen. Den Söldnern ging man klar aus dem Weg.

Ein wenig mit neidischen Augen starrte Albert rüber zur Herberge. Jacob hatte bereits Feuer gemacht. Ein kleiner Kessel mit Essen hing über dem Feuer und gerade begannen die Vier damit, das Essen vorzubereiten. Marlec hatte stets Gewürze aus seiner Heimat dabei. Und Jacob wusste sich darauf zu verstehen, einen schmackhaften Eintopf zu machen. Auf kleinen Holzbrettern schnitt man alles zusammen, was dafür gebraucht wurde. Man unterhielt sich über alltägliche Dinge. Man lachte, scherzte und lernte sich so weiter kennen. Doch Albert war nicht so wirklich beteiligt an dieser Unterhaltung. Er blickte nur immer wieder rüber zur Herberge. Nickte hier und da. Brachte ein emotionsloses „Ja“, hervor, wenn er etwas bestätigen musste. Doch war er nicht Teil der Gemeinschaft.


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Re:Auf alten Pfaden      05.12.2018 22:09:11 --- 1 Woche, 1 Tag her  
Johanna wollte die drei schon darauf hinweisen, dass sie eben in einer Welt lebten, in der Männer das Sagen hatten und in denen nicht sie bestimmte, sondern andere. Marlec aber hinderte sie daran und schob die Frage in den Vordergrund, woran Marlecs Tochter gestorben war. Doch Fragen wollte sie nicht. Stattdessen lächelte sie und sagte leise: "Sie würde vermutlich mir noch etwas vormachen." Ob es gestimmt hätte, wusste sie nicht, aber es sollte Marlec aufheitern.

Dann nickte sie sacht. "Ihr seid verdammt gute Freunde", schob sie nachdenklich nach und besah sich den Tross aus Fußsoldaten, berittenen und Karren. Alles hatte seinen Platz und sein Gefüge in dieser Welt und Johanna fand es nicht seltsam, dass Familien genauso hier waren, wie alleinstehende Männer. Keiner hier schien einen festen Platz zu haben oder gar echte Wurzeln. Die einzigen Wurzeln, die man hier bildete, waren Wurzeln zwischen Menschen.

Je später es wurde, umso dunkler wurde es und schließlich wurde Rast befohlen, zumindest für die Nacht. Doch fallen lassen konnten sie sich nicht. Man stellte normalerweise keine Zelte auf, wenn man nur eine Nacht blieb. Johanna wusste das sehr wohl und seufzte leise, als sie das Pferd am Karren festmachte und sich gegen selbigen lehnte. Ihre Füße schmerzten und ihr war klar, dass sie gleich noch das ein oder andere Wehwehchen untersuchen müsste, während die hohen Herren im Haus nächtigen und speisen würden. Doch sie war tatsächlich lieber hier und schmunzelte über Alberts sehnsuchtsvollen Blick, hob einem Kind ein heruntergefallenes Spielzeug auf und strich ihm übers Haar.

Bald darauf saß sie mit den Männern am Feuer, während um sie herum immer neue kleine Feuer entstanden, Lieder erklangen, mancher Wagen zu einem Unterschlupf für die Nacht umfunktioniert wurde und aus dem Chaos ein wenig Ordnung entstand. Am Feuer neben ihnen tratschte die Mutter der Kinder, die vor ihnen gereist war, mit einer anderen. Sie hörte nicht, was genau getuschelt wurde, aber es war ihr egal. Am Feuer zu ihrer rechten, wurde gesungen. Offenbar war alles ein bisschen durcheinander, ein bisschen chaotisch, aber durchaus auch lustig, denn sie hörte das Klappern von Würfeln, nicht allzu fern.

Sie lachte mit den Männern, scherzte, sie unterhielten sich, doch Albert war außen vor, sein Blick war stur auf die Herberge gerichtet. Nachfragen wollte sie nicht, aber vermutlich war es die Aussicht auf ein richtiges Bett, die Albert nachdenklich sein ließ. Sie lehnte sich im Gras nach hinten und seufzte zufrieden. "Wie kommst du eigentlich an die Gewürze Marlec? Die sind doch richtig teuer hier in England. Jacob du kannst besser kochen als ich - wo auch immer du das gelernt hast und Albert hat sicher auch eine geheime Fähigkeit, von der ich nichts weiß. Wäscht er die Wäsche besonders sauber?" Dabei stieß sie den Hünen an und grinste frech zu ihm hoch. "Um meine hausfraulichen Qualitäten ist es nur im normalen Maß bestellt... Ich verspreche aber, nach jeder Schlacht, bekommt ihr Essen von mir." Das war ernst gemeint. Sie wäre vermutlich danach auch die einzige, die keine Blessuren hatte, außer seelische Wunden.

Um sie herum wurde der Lärm der Feuer lauter, es wurde überall gegessen, die Musik verklang für eine Weile. Doch Johanna wusste, dass bald neu aufgespielt werden würde, sobald das Essen vertilgt war. Sie hörte es schon innerlich, während ihr Blick auf die rot schimmernden Feuer wanderte, die entfernter lagen. Es wirkte bedrohlich und friedvoll zugleich, wie all diese Menschen offenbar ihre Rast nutzten, um sich auszuruhen, um sich zu unterhalten, Klatsch zu verbreiten und sich auszutauschen. Johanna wusste, dass sie müde waren von der Reise, aber auch aufgeregt die nächste Etappe erwarteten. Es war ein schönes Gefühl, nicht allein zu sein und vermutlich würde sie das nie wieder sein.
 
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Re:Auf alten Pfaden      05.12.2018 22:48:19 --- 1 Woche, 1 Tag her  
Wie ich daran komme?“, fragte er, während er beim Feuer saß und mit einem Stock in der Glut herumstocherte, „Ich kaufe es mir auf den Märkten, wenn ich die Gelegenheit habe. Und es ist einfacher mit diesen Leuten zu feilschen, wenn man ihre Sprache beherrscht“, fügte er hinzu, während er den Stock beiseitelegte und sich entspannt hinlegte.
Und das war keine Lüge. Wenn ein Händler aus den südlichen Gefilden seinen Weg nach England fand, war die Überraschung und die Erleichterung, dass jemand seine Muttersprache beherrschte, schon tragend für einen guten Preis. Und das nutzte Marlec aus, um an das begehrte Gewürz zu kommen, welche er gerne nutzte, um die Mahlzeiten zu verfeinern.
Jacob nickte Johanna dankend zu, sagte aber nichts darauf, was er auch nicht konnte. Er war der Letzte, der aß, hatte er sich gerade einen gehäuften Löffel in den Mund geschoben. Albert dagegen hatte nur wenig gegessen. Nicht einmal Brot hatte er sich gegönnt, wie sonst immer. Auch, als sie ihn frech anstieß, reagierte er kaum darauf. Er sah sie nur an, brachte ein knappes Lächeln hervor und sah sich entweder im Lager um oder starrte zur Herberge.
Marlec und Jacob bemerkten dies natürlich.
Warum starrst du immer zu zur Herberge?“, fragte Jacob, der seinen Mund mit einem einfachen Stofftuch abwischte, ehe er wieder zur Schüssel griff, um sich den nächsten gehäuften Löffel in den Rachen zu schieben. Marlec pulte mit den Fingern in seinem Mund herum, versuchte er so die Fleischreste zwischen seinen Zähnen zu entfernen.
Vielleicht will der gute Albert auch ein schönes Bett, in dem er seinen kleinen, zierlichen Körper hineinlegen kann“, witzelte Marlec herum, worauf Jacob lachte. Albert dagegen schnaubte nur aus und wandte seine Aufmerksamkeit wieder der Herberge zu. Doch scheinbar hatte sich etwas getan.
Da kommt jemand“, sagte er nur, was die Aufmerksamkeit der anderen erst auf ihn und dann auf den Kerl richtete, der an sie herantrat. Es war einer der Norweger. Die Norweger bildeten nicht nur eine Menge Hauptmänner. Viele von ihnen waren auch die persönlichen Wachen von Blackthorn. Die Haustruppe, wie der Blackthorn sie gerne nannte.
Der, der zu ihnen kam, war nicht so groß, wie es sonst normal war für die Nordmänner. Doch trug er einen langen Bart, geschmückt mit Knochen, Lederbändern und allerlei Bartperlen. Auch sein langes Haar war geflochten und kunstvoll verbunden mit allerlei Lederbändern. Er trug keine Waffe bei sich, fürchtete er hier keinen Feind. Doch seine Lederrüstung trug er dennoch, genauso, wie die typisch schweren Umhänge, die diese Kerle noch breiter wirken ließ.
Der Blackthorn erwartet dich in der Herberge“, richtete der Norweger seine Worte an das Mädchen. Er hatte einen groben Akzent und rollte das „R“ sehr heftig. Sofort sahen die drei Söldner das junge Mädchen an. Überraschung lag in ihrer Miene. Vor allem bei Albert, dem eine sorgenvolle Miene über das Gesicht huschte, wie ein schneller Schatten, der im Scheine des Lichts sogleich wieder schwand.
Als sie aufstand, stand auch Albert auf. Doch der Norweger machte einen Schritt nach vorne.
Nur sie. Von dir war keine Rede!“, knurrte der Norweger, was Albert sichtlich erzürnte. Doch musste er sich dem Fügen. So wandte er sich Johanna zu. „Pass auf dich auf, ja? Lass dich nicht einschüchtern...sie hatten bestimmt schon allerlei Ale....
Wirds bald?“, bellte der Norweger hinter ihm. Mit einem Nicken zur Seite ließ Albert sie ziehen. Und sorgenvoll sah er ihr nach, wie ein Vater, der besorgt um seine Tochter war.


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Re:Auf alten Pfaden      05.12.2018 23:23:30 --- 1 Woche, 1 Tag her  
Sie lachte auf. "Dich hätte ich um den verdammten Ingwer feilschen lassen sollen, den ich gegen Kräuter tauschte." Ihr Lachen klang hell und wirklich amüsiert.

Jacob war eher der stille Typ, zumindest beim Essen, aber sein Lächeln war ihr Antwort genug.

Sie hatte die Aufmerksamkeit nicht auf Albert ziehen wollen, sondern hatte gehofft, dass er sich einbrachte, stattdessen wurde er nun Opfer von Spott, aber nur solange, bis er sagte, es käme jemand. "Du bist aufmerksamer, als ich es je wäre. Das ist offenbar deine geheime Kraft", sagte sie leise. Vermutlich würde ihr das noch oft den Hintern retten. Viel zu oft, nahm sie in diesem Moment an und sah in die Richtung des Kerls, der auf ihr Feuer zukam.

Noch ein Nordmann, aber ein bisschen kleiner, vielleicht auch jünger, als die anderen. Johanna war es, die angesprochen wurde, aber sie sah erst einmal in die Runde ihrer neu gewonnenen Familie, denn offenbar hatte sie hier ein paar Vaterfiguren oder Brüder gefunden, mit denen sie hier gut leben könnte. Überraschte Gesichter, das bedeutete, dass der Blackthorn sie sehen wollte, war ungewöhnlich. Sorge bei Albert... das war noch schlechter, trotzdem griff sie nach der Tasche, die sie neben sich gelegt hatte und hängte sie um, schloss die Fiebel des Umhangs, die sie geöffnet hatte und seufzte leise, als Albert ebenfalls aufstand und zurückgewiesen wurde. "Keine Sorge, ich komm klar. Zu viel Ale... wir werden sehen, wie sie drauf sind", log sie sich selbst in die Tasche, denn sie hatte Muffensausen und das gewaltig. Trotzdem schenkte sie den Männern ein aufmunterndes Lächeln und rief über die Schulter: "Ich hab dann wohl die erste Wache."

Ihre Schritte wurden an dem ein oder anderen Feuerchen vorbei gelenkt und sie wurde oft neugierig begafft, weswegen sie das Bedürfnis hatte, sich die Kapuze wieder übers Haar zu schieben, aber sie ließ es. Nein, sich eine Blöße geben, wollte sie nicht. "Hat er gesagt, warum ich zu ihm kommen soll? Ist jemand verletzt?", fragte sie also den Nordmann, um zumindest etwas zu reden zu haben, während sie ihm folgte und versuchte Schritt zu halten. Sie war eben ein Mädchen und kein großer Mann.

Doch irgendwann kamen sie ans Haus und irgendwann trat sie hinter ihm ein. Ihre Umgebung war eben die einer typischen Herberge am Wegesrand. Nichts Besonderes, aber das erwartete man hier auch nicht. Seufzend sah sie sich um, wurde fast erschlagen von dem Lärmpegel. Egal... ihre Augen suchten den Blackthorn, während ihre Finger den Umhang enger um sich zogen. Alberts Sorge war sicher berechtigt. Das hier waren starke Nordmänner und sie war nur eine kleine Kräuterfrau. Wenn sie hier unbeschadet herauskam, dann wäre das wohl ein Wunder...
 
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Re:Auf alten Pfaden      07.12.2018 02:04:47 --- 1 Woche her  
Hafðu hljóð í smá stund. Stelpan er óttalega vitlaus“*, sagte der Norweger mehr zu sich selbst, ohne, dass sie ein Wort von dem gesagten verstehen konnte. Er hatte ihr die Tür geöffnet und ließ sie eintreten. In der Herberge gab es einen großen Raum, der mit vielen Tischen, Stühlen und dunklen Sitzecken bestückt war. Und hier schienen sich gerade die Nordmänner zu tummeln. Die Gehilfinnen des Herbergsvaters hatten alle Hände voll zu tun. Und nicht selten wurden sie von den groben Kerlen angemacht. Ob mit Worten in unbekannten Zungen. Oder mit „zärtlichen“ Berührungen und einem kräftigen Klaps auf den Hintern.
Als man Johanna in diese Metstube brachte, waren natürlich viele Augen auf sie gerichtet. Und keiner der neugierigen Kerle war daran aus, gut Freund mit ihr zu sein. Viel eher wollte man sie als willige Hure auf dem Strohbett. Es wurde gesungen und gelacht. Ale und Met flossen zur Genüge und so mancher war schon ziemlich angeheitert. Laut brüllten einige durch den Raum. Man hörte aus irgendeiner Ecke das Schreien einer Frau, gefolgt von dem widerlichen Lachen eines betrunkenen.
Der Norweger brachte Johanna, wie befohlen zu dem Tisch des Anführers. Jener Tisch stand ein Stück weit hinten, abseits von dem saufenden. Einige Männer saßen an diesem. Sie würfelten, wie es üblich war und der Einsatz waren keine kleinen Summen. Lambert und Obed saßen dort. Auch andere Männer, die einen Namen oder einen Rang innerhalb der Söldner hatten. Die einzigen Norweger an diesem Tisch waren der Blackthorn und sein Waffenbruder Bjarne. Zuletzt waren da die einen oder anderen Zuschauer, die gespannt dabei zusahen, wie die Hauptmänner ihr Vermögen verprassten. Die anderen Anwesenden, die sich famos in das Klischee eines saufenden Rohlings aus dem Norden anpassten, hielten gewissen Abstand von diesem Tisch.
Gerade reichte der Herbergsvater Braga eine kleine Platte mit Käse und Brot, welches er dankend annahm. Noch ehe die Platte auf dem Tisch stand, griff er schon nach einem kleinen Käsewürfel und schob sich diesen in den Rachen. „Herrlich“, entwich es leise seinen Lippen, hatte er noch nicht bemerkt, dass Johanna auf ihm zukam.

Doch ehe sie ins Licht treten konnte, stellte sich einer der Norweger vor ihr in den Weg. Seine Augen waren leicht glasig. Und lüstern blickte er sie an, streichelte mit seinen Fettfingern über ihre Wange und leckte sich dabei mit der Zungenspitze über die Lippen. „Snotur stúlka“, raunte er nur und grinste weiter. Jener Kerl, der sie holen sollte, machte keine Anstalten, etwas dagegen zu tun. Er ließ es einfach passieren. „Ich frage mich, ob du schön eng bist“, kam es kratzig aus seiner Kehle, „Ich habe nämlich einen richtig dicken Pimmel, weißt du?“, er lächelte dabei und zeigte ihr seine leicht bräunlichen Zähne.
Logi á bágt með sig og á erfitt með að láta kvenfólkí friði“*, hörte man plötzlich die Stimme des Blackthorn. Nur die Norweger um sie herum lachten darauf. Logi, der Kerl, der Johanna betatscht hatte, sah über seine Schulter. Er sah ernst aus, wenig amüsiert. Doch dann gewann er sich ein schiefes Lächeln ab. Braga legte den Kopf leicht schief. „Fass sie nochmal an und du hast einen Schwanz gehabt!“, nun wurde es still, als Bragas Miene ebenfalls ernst wurde. Logi selbst wurde ebenfalls wieder ernst. Aber dieses mal lag auch Überraschung in der Miene des angetrunkenen. Erst schluckte er, ehe er sich wieder Johanna zuwandte, sie nur ansah und sich wortlos aus dem Staub machte. Als er verschwunden war, wich der finstre Ausdruck auch aus Bragas Gesicht. Ein griff zur Seite und er zog einen weiteren Stuhl an den Tisch.
Setz dich zu uns“, sagte er nur, „Spiel eine Runde mit uns“, er lächelte ihr ehrlich zu. Lambert lachte leise. „Wenn sie denn zählen kann“, zwei Männer lachten bei dieser Bemerkung.


*Sei für einen Augenblick einfach still. Dieses Mädchen ist schrecklich dumm.
* Schönes Mädchen
* Logi kann sich nicht beherrschen und hat es schwer, Frauen in Ruhe zu lassen.


Dein Gott wird dich nicht retten
 
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Johanna

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Re:Auf alten Pfaden      07.12.2018 20:22:26 --- 6 Tage, 22 Stunden her  
Der Kerl murmelte etwas in seinen Bart und Johanna verstand natürlich kein Wort. Wie auch? Er sprach offenbar die Zunge seiner Heimat und sie verstand kein Wort, jedoch schloss sie aus seinem Gebaren, dass niemand verletzt war und sie nur so zur Stippvisite erscheinen sollte. Männer waren wirklich seltsam, zu seltsam in ihren Augen.

Johanna ekelte sich vor dem Benehmen der Kerle im Schankraum. Die Mädchen, die sich begrapschen und misshandeln lassen mussten, taten ihr wirklich Leid und sie hoffte, dass keiner der Typen sich an ihr vergreifen würde, während sie durch die Stube ging, immer dem Norweger folgend, der sie führen sollte. Jemand schrie, ein Mädchen und vermutlich würde sie in dieser Nacht etwas durchleben, von dem Johanna nur hoffen konnte, dass sie es nie durchleben musste. Männer, die zu viel gesoffen hatten, waren eine große Gefahr.

Die hohen Herrschaften würfelten. Noch immer wusste Johanna nicht, wie das Spiel funktionierte, aber es störte sie nicht sonderlich, da Glücksspiel ihr sowieso nicht lag. Gerade atmete sie den Geruch nach verschwitzten und betrunkenen Kerlen weg, versuchte die Mädchen zu ignorieren und heftete ihren Blick auf den Hauptmann dieser Chaostruppe, der gerade ein Stück Käse verspeiste, als wäre es die Speise der Götter. Johanna konnte nicht anders, als unwillkürlich lächeln. Doch sie war unaufmerksam gewesen und das rächte sich sofort.

Jemand stellte sich ihr in den Weg und stank nicht nur erbärmlich, sondern seine Worte waren noch erbärmlicher, als er selbst. Sie wollte zu einem bissigen 'Fass mich nicht an!' ansetzen, hielt aber die Luft an, als der Blackthorn zu reden anfing. Wieder diese Sprache, die sie nicht sprach, aber die Zurechtweisung in ihrer Muttersprache verstand sie sehr wohl. Erleichtert atmete sie aus und warf dem besoffenen Nordmann einen Blick zu, den man als absolut angewidert betiteln konnte. Logi, so hieß er wohl, trollte sich. Hoffentlich erinnerten sich am Folgetag nicht zu viele Leute an die Demütigung durch den Hauptmann, der sie soeben beschützt hatte.

"Spiel eine Runde mit uns", hörte sie und sah das Lächeln des Blackthorn, das sie ebenso ehrlich erwiderte. Zögerlich öffnete sie die Fibel, die kurz im Licht aufblitzte. Dann nahm Johanna wie selbstverständlich den Umhang ab, legte ihn über die Stuhllehne und setzte sich. Es war sowieso zu heiß hier drin. Nur die Tasche, die blieb umgehängt und gab ihrem Auftreten etwas Sonderbares. Sie ignorierte Lamberts Bemerkung schlicht, denn zählen konnte sie, wollte aber besser nicht zu vorlaut herausposaunen, dass man besser zählen konnte, wenn man hervorragende Rauschmittel und Medikamente herstellen wollte. Doch, wenn sie weiterhin so vorlaut war, würde vielleicht die ganze Truppe über sie herfallen und davor fürchtete sie sich dann doch.

"Danke, für die Einladung, Herr. Ich spiele gern mit Euch, auch wenn ich vermutlich verlieren werde. Wobei das wohl eher daran liegt, dass ich noch nie gewürfelt habe und das Spiel nicht kenne. Wie sind die Regeln?", sie errötete angesichts dieses Geständnisses. Vermutlich war sie wirklich ein schlechter Spieler, aber eine Runde würde sie verschmerzen können, jedenfalls sofern sie sah. Im Schankraum war der Lärmpegel zurückgekehrt und Johanna strich sich eine ihrer leuchtenden roten Haarsträhnen hinters Ohr, versuchte zu überhören, dass eines der Mädchen angefangen hatte zu weinen. Natürlich... hier waren sie alle irgendwie Freiwild und die Tatsache, dass gegrapscht wurde ohne Ende, war unschön, würde nicht schöner werden und sie musste sich abschotten davon. Trotzdem hatte sie Mitleid. Ihr hätte schlimmeres passieren können und war es nur, wegen dem Hauptmann nicht. Also sah sie auf. Der Blackthorn war wirklich groß und sie schenkte ihm ein Lächeln. "Danke für die Rettung eben. Das war sicher alles Andere als selbstverständlich", schob sie erst jetzt anständig nach und warf einen kurzen Blick in den Schankraum, wo gerade eine neue Runde Ale und Met gezapft wurde. Das konnte ein langer Abend werden... sehr lang, fürchtete Johanna.
 
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