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THEMA: Re:Auf alten Pfaden
 
Liam Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      11.01.2019 20:10:52 --- 5 Monate her  
Behutsam stützte er den Kopf des Jungen mit seiner Hand ab, als er die Schüssel mit dem entgiftenden Trunk an dessen Mund führte. „Langsam und behutsam“, sagte er ruhig und milde, während der Junge trank. Er verzog das Gesicht, schmeckte dieses Gebräu wahrscheinlich nicht so sonderlich gut. Doch es würde ihm helfen. Und tapfer war der kleine Recke auch, trank er trotz des widerlichen Geschmacks weiter. „Das machst du sehr gut“, sagte er und zwinkerte ihm zu. Er grinste, nachdem er alles ausgetrunken hatte. Vorsichtig legte er den Kopf des Jungen wieder zurück auf das Strohkissen. „Morgen geht es dir schon wieder besser. Wirst schon sehen“, darauf folgte eine komische Grimasse, was den Jungen ein wenig zum Lächeln brachte.

Plötzlich hörte er Schritte hinter sich. Die Sohlen der Schuhe kratzten leicht über den Boden. Es wurde eine Tür geöffnet, die mit einem quietschend und knacken den Raum erfüllte.
Herr“, hörte er den Herren des Hauses, „Dort draußen ist ein Mädchen. Sie...sie verlangt nach euch. Sie sagt...sie gehöre zu euch“.
Joel runzelte die Stirn. War es schon so weit? Gehörte sie schon zu ihm? Hatte er sie schon offiziell zu seiner Gehilfin gemacht? Nun, vielleicht hatte der Bauer es auch etwas unschicklich ausgedrückt. Doch Joel nahm die Tatsache mit Fassung und richtete sich wieder auf.
Er blieb neben dem Mann stehen, sah ihn an, ehe er über seine eigene Schulter blickte und den Jungen dort einen kurzen Moment beobachtete. Leicht hob sich der Brustkorb des Knaben, ehe dieser wieder sank, nur um im nächsten Moment sich wieder zu erheben.
Er ist stark. Ihr solltet dennoch bei ihm bleiben“, sagte Joel, „Außerhalb des Dorfes ist ein Wagen. Die Männer dort geben euch gutes Wasser. Und sagt es den anderen im Dorf“.
Der Bauer nickte nur und sagte nichts darauf, ehe er zu seinem Jungen ging, um bei diesem zu sein. Ein guter Vater, wie Joel fand, war er selbst keiner. Seine Arbeit hatte stets Vorrang und den Wunsch nach Kindern hatte er nie wirklich gehabt. Seine Geschwister in weiter ferne würden sich schon darum kümmern, dass sein Familienname nicht ausstirbt. Eine Tatsache, mit der er sich bestens abfinden konnte.

So trat Joel heraus und entdeckte sofort Johanna, die auf ihn gewartet hatte. Sie hielt ihre Arme verschränkt und lief ein wenig nervös hin und her.
Ich ahne, was du mir nun sagen willst“, sagte er leicht verschmitzt, ehe er die Tür hinter sich schloss. „Hat sie dir mit der Hölle gedroht?


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Johanna

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Re:Auf alten Pfaden      11.01.2019 21:08:44 --- 5 Monate her  
Als sie ihn endlich ausgemacht hatte, bat sie den Bauern leise Meister Joel hinaus zu bitten. Sie würde ihm helfen die Medizin zu verteilen. Nie hätte sie erwartet, dass der Bauer die Nachricht falsch weiter gab, aber sie wartete geduldig vor dem Haus, bis der Gelehrte erschien.

"Ich bin eine Heidin in ihren Augen", zuckte Johanna mit den Schultern. "Sie meint Weihwasser und Gebete werden sie retten. Hält den Rosenkranz in der Hand und säuft Weihwasser... Ich versteh es nicht. Gott wird sie auch nicht gesünder machen, nur weil sie hofft, dass das passiert... Sie hat ganz offensichtlich fieber und... tja... Da dachte ich, ich hole den Meister seines Fachs..." Johanna schnaubte verächtlich, weil die Alte wirklich annahm, dass die Anbetung eines nicht existenten Gottes und das Trinken eines nicht einmal ansatzweise geweihten Wassers sie retten würde. Doch Meister Joel schien Erfahrung mit dem Sturkopf des Weibes zu haben.

"Euch wünscht sie also zur Hölle? Weil Ihr... Jude seid?", fragte sie leise. Für sie war es immer schon unnötig gewesen, irgendeinen Glauben irgendwie anders zu betrachten als andere. Sie teilten mit den Juden das alte Testament und das neue... wen interessierte es, ob die Juden an Jesus glaubten? Sie jedenfalls nicht besonders, wenn Meister Joel sich so für seine Patienten aufopferte. Was zählte war immer der Mensch, nicht sein Glaube, seine Hautfarbe, seine Überzeugungen. Sie ging langsam neben dem Gelehrten her und seufzte schwer. "Wir leben in einer beschissenen Welt. Der Vatikan greift an, weil wir nicht alle Christen sind und verletzt dabei Christen, Juden und Heiden gleichermaßen. Macht sich darum jemand Gedanken im Vatikan? Was sind das nur für Menschen, die nicht an den Menschen denken?", überlegte sie laut. Das war keine gute Welt, in der ein Mann des Glaubens einfach ein Land angriff, in dem alle friedlich lebten...
 
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Liam Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      12.01.2019 21:59:53 --- 5 Monate her  
Nein“, erwiderte er ihre Frage, „Ich hätte gar nicht erst geboren werden dürfen. Aber ich glaube, ihr gefällt nur meine Nase nicht“, scherzte er, doch waren die Worte der alten dennoch verletzend.
„Menschen finden viele Gründe, um anderen Leid' zuzufügen. Religion alleine ist nicht immer der Grund“, er zuckte mit den Schultern, „Es gibt weitaus niedere Ansichten, als die Religion, um andere hinzuschlachten“, und er hatte solche Gräuel erleben müssen. Nach seiner Lehre in Salerno war er einige Jahre gereist, weil dies seine Pflicht war, ehe man ihn als einen vollwertigen Medicus ansehen würde. Und schon in dieser Zeit hatte er viel Leid gesehen. Und nicht selten waren es belanglose Dinge, die so aufgetürmt wurden, dass am Ende Blut fließen musste.

Schließlich standen sie vor dem Haus der alten Frau. Einen kurzen Moment starrten sie beide schweigend auf das Haus, ehe Joel den ersten Schritt wagte. „Dann lass uns mal an der himmlischen Pforte anklopfen“, meinte er mit einem kecken Grinsen. Sogleich klopfte er dreimal an die Tür. Zuerst hörte man nichts, ehe eine Stimme hinter der Tür zu vernehmen war.
Wer ist da? Lasst mich in Ruhe!“, rief die alte Frau. Joel seufzte leise. „Wir wollen euch nichts Böses. Wir wollen nur helfen. Die Medizin, die ich euch bringe, stammt aus Gottes Hand, denn schließlich erschuf er diese Erde und die Kräuter, die euch helfen können, all die Schmerzen loszuwerden“, rief Joel laut aus. Hühner wanderten über den Hof, pickten auf dem Boden herum. Jemand hatte wohl Korn auf dem Boden verstreut und eifrig waren die Tiere dabei, sich die Wänste vollzuschlagen. Zwei junge Männer liefen an dem Haus vorbei und hatten mitbekommen, was dort vor der Tür vor sich ging. Sie wurden langsamer und schienen die Situation zu beobachten.

Aus dem Haus jedoch kam keine weitere Antwort. „Nun“, sagte er leise, ehe er wieder zur Tür sah, „Wir lassen etwas hier, was ihr trinken könnt“, rief er aus, „Es hilft euch....wirklich“, versuchte er sie zu überzeugen. Er schenkte etwas in die Schüssel und stellte diese dann an der obersten Stufe ab, direkt an der Tür. „Wir gehen nun. Einen schönen Tag“, verabschiedete er sich noch, ehe er sich zu Johanna umwandte.
Jetzt liegt es alleine bei ihr“, sagte er nur leise zu ihr, ehe er den Hof verließ. Die jungen Männer, die sich bedeckt hielten, hatten er nicht bemerkt. Und als sie sahen, dass Joel den Hof verließ, gingen sie weiter, als wäre nichts gewesen. Natürlich drehten sie sich noch mehrmals um. Doch Joel entging dies völlig. „Und nun...sollten wir uns ausruhen. Jeder hat sein Mittel bekommen. Etwas Schlaf...das wäre nun genau das richtige“.


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Re:Auf alten Pfaden      13.01.2019 15:31:54 --- 5 Monate her  
Sie lachte leise. "Ja, Charakternasen gefallen nicht jeder Frau", kam es amüsiert über ihre Lippen. Natürlich war ihr klar, dass dieses dumme Weib ihn wirklich wegen seiner Religion verabscheute. Ob die wusste, dass ihr Christus Jude gewesen war? Die würde glatt umkippen und zur Hölle fahren, nur weil Satan garantiert kein Jude gewesen war.

"Jeder Grund ist einer, der mir Arbeit verschafft und Euch auch. Es gibt niedere Gründe, ja, doch was ich hier sehe... das ist... mein Vater würde sagen, die, die das hier taten, haben ihre Chance vertan, ins Himmelreich einzugehen. Ich sage, sie haben ihre Menschlichkeit vergessen. Und wenn wir ehrlich sind: Sie haben Gottes Gebote mit Füßen getreten. Du sollst nicht töten. Du sollst den Namen des Herren nicht missbrauchen. Du sollst nicht die Ehe brechen - und Frauen zu schänden, kann man wohl so auslegen. Du sollst nicht stehlen - doch Brot, Vieh, alles nimmt man sich im Krieg. Du sollst nicht falsch gegen deinen nächsten Aussagen - und zu behaupten, wir alle seien Heiden... dabei ist jeder Christ, jeder Mensch unser Nächster. Du sollst nicht verlangen nach deines nächsten Hab und Gut. All das hat der Vatikan aber getan und sollte mir einer dieser popeligen Pfaffen und Kirchenfürsten vor die Nase kommen, werde ich denen erzählen, wohin sie sich ihre christlichen Gebote schieben können, wenn sie die sowieso mit Füßen treten!" Sie hatte sich offensichtlich in Rage geredet, denn wütend trat sie einen Stein von sich, der über die Straße davon hüpfte. "Verzeiht, es sind ja die selben jüdischen Gebote, die sie verletzt haben. Ich wollte Euch sicher nicht beleidigen." Die Gebote waren nicht da, um sie immer einhalten zu können. Auch sonntags musste man essen. Auch sonntags brauchte man manchmal neues Wasser. Manchmal wurde jemand krank und man neidete die Gesundheit der anderen. Doch Johanna wusste, dass die Gebote nicht dazu gemacht waren, sie immer nur zu befolgen. Mancher Kirchenvollpfosten aber, der sich rühmte immer Gottes Werk zu tun, der übersah Gottes Gebote, falls es diesen Gott denn überhaupt gab. Sie glaubte nicht mehr daran, dass es ihn gab. Sie hatte die alte nicht belogen, als sie gesagt hatte, sie sei getauft worden, aber sie hatte verschwiegen, dass sie dachte, all die Gebete seien nutzlos, weil Gott eben einfach nicht existierte.

Am Haus der alten Dame hielt Johanna sich vornehm zurück, denn das war nicht ihr Kampf, konnte es gar nicht mehr werden. Sie beobachtete die Szenerie genau und merkte sich, mit welcher Klugheit der Gelehrte vorging. "Ja, es liegt bei ihr, aber vermutlich wird sie bei Dunkelheit die Schale hereinholen und es trinken." Irgendwas sagte ihr das. "Und Euch danken, wird sie nicht. Nur ihrem Gott..." Aber vermutlich war das auch gar nicht wichtig. Sie blickte kurz über die Schulter und dann sah sie zurück zu Meister Joel.

"Nicht jeder hat sein Mittel bekommen Meister Joel", lächelte sie. "Euer Rücken... um den müssen wir uns noch kümmern, ehe Ihr ins Traumland verschwinden dürft." Ihr Blick war leicht besorgt und diese Besorgnis war etwas, das sie selten für Menschen hatte. Braga Blackthorn lag etwas an diesem Gelehrten und sie, sie mochte ihn auch. Daher entschied sie einfach, dass sie ihm helfen würde.
 
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Re:Auf alten Pfaden      15.01.2019 16:30:42 --- 5 Monate her  
Er zuckte mit den Schultern. „Ihr habt es also nicht vergessen“, er lächelte knapp, „Dann lass uns zu der bescheidenen Hütte zurückkehren und uns etwas Ruhe gönnen. Wir können nun sowieso nicht mehr viel tun, außer abwarten“, und so geschah es auch. Nachdem Johanna sich um den Rücken des Mannes gekümmert hatte, ruhten sie sich erst einmal aus. Der Schlaf kam schnell über die müden Heiler und keiner der Bauern kam zu ihnen. So fanden sie Zeit, sich was Einfaches zu Essen zu kochen. Sie unterhielten sich viel über mögliche Heilmethoden. Joel erklärte ihr die Dinge, die er einst in Salerno gelernt hatte. Er schenkte ihr sogar ein Buch, welches einige Rezepte beinhaltete, die bei besonderen Krankheiten und „Zwischenfälle“ half. Da er selbst all diese Dinge bereits in seinem Kopf hatte, war es ihm nur gerecht, das Buch an eine andere lernende Person abzugeben.
Der Tag verging und auch der nächste Tag war ereignislos. Niemand war da, der ihre Dienste brauchte. Am Abend gingen sie noch einmal von Haus zu Haus, überprüften, ob es jenen Leuten besser ging. Und das Mittelchen zeigte tatsächlich Wirkung. Doch bis zur vollen Genesung würde es dauern. Und jeder von ihnen würde unterschiedlich genesen.
Auch die alte Frau suchten sie auf. Die Schüssel war weg, doch sie öffnete nicht die Tür. Und Joel war das Annehmen der Medizin schon genug Dank. So verbrachten sie einen weiteren ruhigen Abend, unterhielten sich und lernten sich besser kennen.

Joel erzählte von seiner Heimat. Von den Abenteuern, die sein Vater ihm einst erzählt hatte. Auch sein Vater war ein Gelehrter der Medizin. Und er arbeitete sogar am Hofe der Königsfamilie von Jerusalem. Doch als diese Familie zerbrach und in alle Winde zerstreut wurde, war auch er selbst rastlos. So verließ er das Heilige Land und bereiste die Welt, nachdem er Jahre zuvor in Salerno gelernt hatte. Und eines Tages kam er an den Hof in Lissabon, als man nach einem kundigen suchte. Dort traf er den Blackthorn, der diesen Namen dort noch nicht trug.
Warum nennt man ihn eigentlich so?“, fragte Johanna in neugierig. Joel grinste nur, während seine Hand nach einer weiteren Brotscheibe griff. „Es gab eine Zeit, da hat Braga eine Menge Schlehenbrand getrunken“, fing er an zu erzählen, „In Lissabon ist es schwer, an guten Met zu kommen“, setzte er weiter fort, „Und irgendwann trank er nur den Brand. Sehr selten Wein. Die Männer begannen ihn nach der Beere zu benennen...Schlehdorn....Schwarzdorn...“, er lächelte, hatte er diese Entwicklung selbst miterlebt. „Viele Leute glauben, er habe eine schwarze Seele. Und dass er einst als junger Mann einen Dämon erschlug, der in den Wäldern seiner Heimat hauste. Der Dämon sei in ihn übergegangen, deshalb konnte ihn bis heute keiner töten. Und deshalb ist sein Blut auch schwarz“, er atmete tief durch, „Dann ist die Enttäuschung größer, wenn man ihnen erzählt, dass er den Namen nur trägt, weil er gerne den einen oder anderen Brand trinkt“, er kicherte etwas, ehe er etwas von der Brotscheibe abbiss.


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Re:Auf alten Pfaden      20.01.2019 01:59:01 --- 4 Monate, 3 Wochen her  
Johanna wurde nicht müde über Salerno zu lesen und sie war unendlich dankbar, dass Meister Joel sie so bereitwillig unterrichtete. Nur darin auf sich selbst zu achten schien keiner den anderen unterrichten zu können. Für das Buch bedankte sie sich sicherlich nicht einmal und vermutlich war es Verschwendung jemandem wie ihr ein Buch zu geben. Bücher waren kostbar und so etwas kostbares, sollte man nicht auf dauerhaften Reisen dabei haben, eigentlich. Doch es wäre undankbar das zu erwähnen und vor allen Dingen... sie konnte etwas daraus lernen. Lernen, wie man diese Rezepte zusammen mischte, wie man Menschen damit half und eines Tages würde sie es einem Lehrling geben, falls sie mal so jemanden hätte.

Sie genoss den Frieden des Folgetages, eigentlich der Folgetage und sie wusste, dass einige der Frauen nicht begriffen, wieso sie mit einem jüdischen Gelehrten herumlief und sich mit ihm dauerhaft über alle möglichen Dinge unterhielt. Medizin, Religion, Menschen, Heimat, seine und ihre und manchmal ermahnte Johanna ihn scherzhaft, mehr auf sich zu achten, meinte es aber ernst. Sein Rücken brauchte weniger Stunden an Kesseln und Kolben. Doch keinem guten Mediziner konnte man das in den Schädel kriegen.

Als er ihr die Geschichte über die Entstehung des Namen Blackthorn erzählte, lachte sie herzlich. "Und ich hätte schwören können, dass er der Stachel im schwarzen verfaulenden Fleisch seiner Feinde war und man ihn deswegen so nannte. Aber nein... nach nem Gesöff ist er benannt. Irgendwie... Er mag ein Rauhbein sein... aber er ist auch ein guter Mann, der gute Freunde hat. Ich hoffe, Ihr missversteht mich nicht Meister Joel, wenn ich das sage. Ich mag Menschen, die ein gutes Herz unter ihrer harten Schale verbergen." Eine Weile hatte sie geschwiegen und ihm dann Tee nachgeschenkt.

"Er hält große Stücke auf Euch. Seid Ihr Euch begegnet, als sein Bein verletzt wurde oder seid ihr länger befreundet?" Je mehr sie hörte, umso sicherer war sie, dass den Mediziner und den Söldnerhauptmann viel zusammen hielt, mehr als beide je zugeben würden.
 
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Re:Auf alten Pfaden      21.01.2019 16:12:07 --- 4 Monate, 3 Wochen her  
Joel musste natürlich lachen, als sie davon sprach, was sie die ganze Zeit vermutet hatte. Wahrscheinlich würde es dem Blackthorn sogar gefallen, was sie da sagte. Aber er war nicht anwesend. Und so blieb es Joel übrig, entsprechend darauf zu reagieren. „Sicher, ein Raubein durch und durch. Und es gibt wahrlich wenig Menschen, die wirklich zu ihm durchdringen können“, er zuckte mit den Schultern. Mit einem Nicken dankte er ihr für das Nachschenken des Tees. Sanft stieg der Dampf am Becherrand hinauf. Beinahe, wie der morgendliche Dunst über einem See an einem frischen Maimorgen.
Ich kam nach Lissabon, um dort meine Hilfe anzubieten. Aber das meiste davon war eher das übliche. Zähne ziehen oder etwas gegen eine Grippe tun. Einem musste sogar der Kopf geschoren werden, da er eine Menge Läuse hatte. Eine unangenehme Sache. Als ich erfuhr, was dem Earl von Lissabon widerfahren war, bot ich meine Dienste direkt beim Schlosstor an. Die Wachen misstrauten mir. Erst der Kastellan ließ mich eintreten“.
Instinktiv musste er sich plötzlich am Kopf kratzen. Jedes mal, als er daran denken musste, juckte es ihm irgendwie. Nicht, dass er selber Läuse hatte. Er war ein sauberer Mensch. Was alleine schon seine Arbeit forderte. Doch gab es Dinge in seinem Arbeitsbereich, die einfach ein unangenehmes Gefühl hervorriefen.
Also, wenn ich dir ein Schrei....“, doch seine Worte konnte er nicht aussprechen, als plötzlich jemand heftig gegen die Tür der Hütte klopfte. Beide sahen sie auf, direkt zur Tür. Es dauerte nicht lange, bis wieder jemand an der Tür klopfte.
Wir wissen, dass ihr dort drin seid“, rief jemand auf der anderen Seite. Joel blickte wieder zu Johanna, in dessen Zügen nur Verwirrung lag. "Flieh durch das Fenster, wenn du kannst...nur, wenn du kannst!", riet er ihr mahnend und deutete mit einem Nicken zum offenen Fenster am anderen Ende der Hütte.
So richtete sich der Gelehrte auf und ging zur Tür. Er öffnete gerade die Tür, als ein Mann, ein breiter Kerl, beinahe wie ein Schrank ihn zurückdrängte. Weitere Männer folgten diesem. Man drängte Joel bis an die Wand und ließ ihn unsanft gegen diese krachen. Er verzog sein Gesicht vor Schmerz, da sein Rücken noch immer wehtat.
Die Frau!“, rief der Bär von einem Kerl. Sofort traten die beiden Männer auf sie zu. Sie hatten Waffen in ihrer Hand. Waffen, die Bauern im alltäglichen Leben einsetzte. Doch hatten diese nun eine andere Funktion. Der eine trug ein Beil. Rostig aber die Schneide blank und scharf, als hätte man sie erst eben geschärft. Der andere trug ein langes Haumesser. Womit man ohne Mühe ein Schwein aufschlitzen konnte und Knochen zerhacken konnte. Eine Klinge, die Schwert und Axt in einem war. Lang und wuchtig. Ähnlich einem Falchion.
Draußen standen noch weitere Männer. Bewaffnet mit Mistgabeln, Knüppeln und Äxten. Mit den Männern im Haus waren sie insgesamt Sieben. Und ihr Anführer, ein älterer Herr mit leicht ergrautem Haar, schien darauf zu warten, bis man die beiden aus der Hütte schaffen würde.
Jetzt bloß keine Zicken!“, lispelte der eine, dem ein oberer Schneidezahn fehlte. „Ja, sonst setzt es was!“, grummelte der anderem mit tiefer und rauer Stimme. Sie schienen ihr deutlich zu machen, dass sie ihre Werkzeuge gegen sie einsetzen würden.


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Re:Auf alten Pfaden      21.01.2019 19:51:52 --- 4 Monate, 3 Wochen her  
Eben noch hatte sie gelächelt und die Beine angezogen, an ihrem Tee genippt und sich überlegt, wie man den Tee noch etwas bekömmlicher machen könnte, so während sie erfahren sollte, wie es mit dem Blackthorn vorgegangen sein sollte.

Es klopfte... und klopfte wieder. Johanna erstarrte. Wer konnte das sein und warum? Sie hörte Fenster und wusste augenblicklich, was Meister Joel schneller erkannt hatte, als sie. Die Teetasse entglitt ihren Händen und zerbrach auf dem Boden in tausend Scherben. Ihre Beine schienen taub zu werden, aber sie musste doch etwas tun. "Ich... hole den Blackthorn", flüsterte sie, wissend, dass sie so weit gar nicht kommen würde. Es könnte Ewigkeiten dauern, bis sie ihn fand. Sie sollte nicht einmal durch das Fenster kommen.

Alles ging zu schnell. Viel zu schnell und plötzlich sah sie den Lehrmeister, den sie so bewunderte, gegen die Wand krachen. "Hört auf! Er hat euch nie Leid zugefügt!", rief sie so laut, wie sie irgend hervorbrachte. "Was wollt Ihr eigentlich hier? Stört den Frieden des Hauses ohne jeden Grund und überfallt uns in Übermacht mit Waffen. Einen Heiler und ein Weib..." Sie wusste es längst. Jemand hatte sie der Hexerei angezeigt. Aber alle waren gesund, wer also sollte so etwas tun? Ihre Stimme klang fester, als sie sich je vorstellen könnte und sie nahm die Haltung an, die sie irgendwann gelernt hatte. Irgendwo in ihr steckte der Adel und sie war durchaus bereit diese Karte zu spielen, wenn sie musste. Sie wusste, auf der Straße wären auch die Frauen, die der Blackthorn ausgeschickt hatte. Mit fiel Glück würde Edith alles sehen und einen der Söldner losschicken. Der Blackthorn musste etwas erfahren... schnell. Und während ihr Herz viel zu schnell schlug, spürte sie, wie einer der Kerle sie ins Gesicht schlug und ihre Lippe aufplatzte. Doch Johanna sah auf und zischte: "Das bereust du, Bastard." Sie wusste, dass es falsch war, die Kerle zu provozieren, aber besser sie schlugen sie selbst, als Meister Joel mit seinem kranken Rücken. Sie war stark, sie würde sich erholen. Er dagegen... sie wollte nicht, dass ihm etwas geschah. Er war ein gütiger Mann und er hatte sie in wenigen Tagen viel mehr gelehrt, als Johanna je für möglich gehalten hatte... Sie war dankbar, viel dankbarer, als sie in Worte fassen konnte.
 
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Re:Auf alten Pfaden      21.01.2019 21:42:58 --- 4 Monate, 3 Wochen her  
Ich habe gesagt, du sollst nicht zicken!“, kam es gelispelt und kratzig zwischen den Lippen des einen hervor. Er war es, der ihr die blutige Lippe schlug. Und er war es, der ihr erneut einen Schlag ins Gesicht verpasste. Sie torkelte, ganz vernebelt von der Wucht, die hinter der Hand dieses dürren Kerls lag. Schließlich packte man sie und brachte sie und den Gelehrten aus der Hütte, hinaus auf den Platz. Der Anführer, ein dreister Kerl mit kleinem Bauch und blutiger Schürze, wie nur ein Metzger ihn haben konnte, betrachtete die beiden, als man sie vor ihm auf den Boden warf. Sie knieten vor ihm und scheinbar schien er sich an dem ganzen Szenario hochzuspielen. Man konnte regelrecht sehen, wie ihm diese wachsende „Macht“ gefiel.

So so, erst unsere Leute vergiften und nun auch noch fluchen“, er schnalzte mit der Zunge, um seine Missgunst Ausdruck zu geben, während er dabei mit dem Kopf schüttelte.
Ihr solltet wissen, dass ihr uns eine teure und gerechte Seele genommen habt. Zwei meiner Männer haben euch vor Tagen beobachtet, wie ihr der alten Frau das Gift angeboten habt“, mit seiner Zunge saugte er an seinen braunen Zähnen herum, ehe er etwas Dunkles ausspuckte.
Jetzt ist sie tot. Man fand sie in ihrem Bett. Und euer angebotenes Gift verschüttet neben dem Bett“, er räusperte sich und wippte von einem Bein auf das andere. „Wir wissen, dass ihr sie nicht leiden konntet, weil sie eine tugendhafte und gottgerechte Frau war. Deshalb....nur deshalb habt ihr statt Heilung...Gift gereicht....ein Judas ohne gleichen“, er lächelte, schien er so beeindruckt von sich selbst und seinen Erkenntnissen und Worten.
Und in meinem Dorf dulde ich keine Mörder. Mörder wie ihr brauchen den Strick! Und du mit dem Roten Haar....für deinesgleichen bleibt nur der Scheiterhaufen“, er spuckte erneut aus. Dann wandte er sich seinen Männern zu, „Bringt sie in die große Scheune, rasch!“, befahl er den Männern. Und diese kamen dem Befehl nach. Sie zogen die beiden wieder auf die Beine und führten sie durch das Dorf. Andere Dörfler blickten aus ihren Fenstern. Sahen, was dort vor sich ging. Doch keiner trat für die beiden ein. Niemand erhob das Wort. Von den Söldnern fehlte jede Spur.

Vor der Scheune fesselte man die beiden hinter ihrem Rücken mit einem festen Strick, nachdem man sie nach Messern und dergleichen durchsucht hatte. Man band sie zusammen, wie zwei Kühe, die man auf dem Markt verkaufen wollte. Das lag wohl daran, dass die Bauern nicht genug Seil hatten. Als man die Scheunentore öffnete, erblickten die beiden drei weitere Frauen, die man zuvor schon ergriffen und hierher gebracht hatte. Eine von ihnen war jung und sah verheult aus. Die Älteste schien empört und zornig.
Ihr lasst uns nun besser gehen, ansonsten wird es euch....“ - „Schnauze!“, bellte der grimmige Kerl mit der tiefen rauen Stimme und hämmerte der Frau seine Faust ins Gesicht. Der Schlag hatte sie fast bewusstlos werden lassen. Seufzend und stöhnend fiel sie zur Seite und schloss die Augen.
Man hatte sie zusammengepfercht, wie Tiere, die man zur Schlachtung vorbereitete. Die Männer traten wieder aus der Scheune und sie lachten und scherzten. Ihr Anführer stand dort, betrachtete die Gefangenen und atmete tief durch, während ein finstrer Blick auf seiner Miene lag. „Ihr werdet den Tag bereuen, als ihr uns hintergangen habt!“, und so schloss man die Tore der Scheune wieder und ließ die Gefangenen in der Scheune zurück.


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Re:Auf alten Pfaden      21.01.2019 22:33:16 --- 4 Monate, 3 Wochen her  
Wie in einem Taumel erlebte sie die nächsten Minuten und sie schwieg, versuchte nicht, sich irgendwie zu verteidigen. Die Alte war tot. Sie hatte zu viel von dem vergifteten Weihwasser gesoffen und als sie die Medizin nehmen wollte, war es zu spät. Sie sagte nicht einmal, dass sie das selbe bekommen hatte, wie alle. Doch als er ihr den Scheiterhaufen anbot, da geschah das, was man wohl nicht erwartet hätte. Sie sah den Metzger an, sag in sein Gesicht und dann lächelte sie. Und während er sie abführen ließ, da hörte man über den Platz aus ihrem Mund die zehn Gebote, jedes Einzelne. Eine Hexe würde keines davon in den Mund nehmen können, jedenfalls nach ihrer lachhaften Ansicht. Sie würden sie trotzdem verbrennen.

In ihrer Übergangszelle war es geräumiger, als sie gedacht hätte. Nachdem sie nichts mehr hörte, sah sie von einer zur anderen: "Seid ihr in Ordnung? Wo sind unsere Männer? Wenn sie das hier wissen, sind wir nicht mehr lange hier." Sie sprach ruhig, ganz organisiert. Dann sah sie zu der ältesten. "Edith, ist irgendwer von uns ernsthaft verletzt? Meister Joel, wie schlimm haben sie Euren Rücken erwischt? Und ehe wer fragt: Meine Lippe ist in Ordnung." Sie schmeckte zwar noch das Blut, aber es würde wieder werden, dessen war sie sich sicher. Mühsam versuchte sie zumindest für den Meister eine bessere Position zu finden. Die Stricke waren nicht stark, aber sie mussten eine Möglichkeit finden, hier heraus zu kommen, ehe man auch nur einen von ihnen umbrachte. Fieberhaft überlegte sie und fragte dann: "Hat eine von euch noch ein Messer? Meins ist... weg." Der Blackthorn würde ihr das sicherlich nachtragen, dass so etwas kostbares verschwunden war. Hoffnungslose Gesichter blickten ihr entgegen.

"Zu welchem Gott betet ihr? Zu dem der Christen? Zu den alten Göttern? Betet... ich denke nach... Und Meister Joel, wenn Ihr mir beim Denken helfen würdet, wäre es mir recht angenehm... Ich brauche... einen zweiten analytischen Geist.", sagte sie leise. "Ich weiß, Ihr könnt beides, logisch argumentieren und Gottes Hilfe erbitten. Sie ist tot, weil sie das Weihwasser getrunken hat. Sagen wir das, glauben sie uns sowieso nicht. Sie hat die selbe Medizin gehabt, wie alle... Auch das werden sie uns in ihrer Verblendung nicht glauben. Wir müssen hier also raus. Wie? Sie haben sicher von außen alles verschlossen... Wir müssten uns losschneiden können... Reichen die Balken dafür aus, die Seile los zu bekommen?" Sie ging analytisch vor. Eines war offenbar anders geworden: sie floh nicht mehr vor dem, was notwendig war, sondern war sogar bereit hier und heute den Blackthorn zu holen und ihm zu sagen: Brenn dieses Christenpack nieder.
 
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