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THEMA: Re:Auf alten Pfaden
 
Liam Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      15.04.2019 18:16:29 --- 3 Tage, 10 Stunden her  
Man hatte die Männer versammeln lassen. Jeder von ihnen hatte seine Arbeit eingestellt und neugierig beäugte man Liam und seine Handvoll Wachen, die bei ihm waren. Der Vorarbeiter, ein langer Kerl, dessen Arme wie Baumstämme waren, hatte den richtigen Ton, sodass keiner von ihnen murrte. Doch Liam konnte in den Gesichtern der Männer erkennen, dass hier einiges nicht so gut lief, wie es vielleicht den Anschein machte.
Die halbwegs leeren Wagen mit den Erzen waren schon Beweis genug, dass hier wenig passierte, waren die Silberadern doch reich gesät. Liam blickte umher, blickte in die Gesichter der Männer. Er wirkte in diesem Moment wie sein Vater, der stets den direkten Augenkontakt mit seinen Männern suchte. Mit ihnen auf einer Stufe sprach und niemals signalisierte, dass er einem höheren Stand angehörte. Liam wuchs als Sohn eines Earls auf. Braga jedoch war der Sohn eines einfachen Bauern. Und zum Glück hatte Braga seinem Sohn beigebracht, sich niemals als etwas Besseres zu sehen. Viel mehr als einen Beschützer, was ein Landfürst nun einmal war.

Den Mann, den ihr an den Hof meines Vaters sandtet, ist angekommen. Ich bin hier, wie ihr alle sehen könnt. Ich bin hier, um mir eure Sorgen persönlich anzuhören“, er blickte sich erneut um, ließ seine Worte wirken. Er war noch so jung und trotz allem merkte man, von welchem Blute er abstammte. „Ich bin fest der Überzeugung, dass wir gemeinsam einen Weg finden können. Denn es ist nicht nur in meinem Interesse, dass ihr keine Sorgen und Probleme habt. Es ist auch im Sinne meines Vaters, der euer Herr ist, dass es euch an nichts mangelt“, er nickte dem Vorarbeiter zu, der die ganze Zeit mit verschränkten Armen in der Runde stand. Kurz zögerte der Kerl, nickte dann jedoch auch. Gemeinsam gingen sie in das große Haus, welches auf dem Hügel stand und den Bergarbeitern als Unterkunft diente. Gerade neue Arbeiter fanden hier einen Platz zum Schlafen. Aber es war auch eine Werkstatt für all die Werkzeuge. Der große Stall neben dem Gebäude reichte aus, um die Wagen unterzustellen.

Sie betraten also das Haus und setzte sich an einem der Plätze. Die Wachen blieben in Liams nähe, während sich dieser mit dem Vorarbeiter an einen Tisch setzte. Viele der Bergarbeiter kamen ebenfalls mit hinein. Doch für alle war kein Platz und so mussten einige draußen bleiben.
Liam blickte den breiten Kerl eine ganze Zeit an, ehe er etwas nervös mit der Zunge schnalzte.
Wie ist dein Name?“, fragte er schließlich sein Gegenüber. Der Vorarbeiter selbst schnalzte nun mit der Zunge, glitt dabei mit der Zunge über seine Zähne, welche Liam durch einen geschlossenen Mund verborgen blieben. Einzig durch die Bewegung seiner Oberlippe und des kleinen Schnauzers konnte er es erkennen.
Leandro, Herr“, gab er dann seinen Namen schließlich kund. Liam nickte sachte.
Nun denn, Leandro. Erzählt mir von euren Plagen. Und ich werde sehen, dafür eine Lösung zu finden“.
Leandro atmete tief durch, gestärkt durch all die Kerle, die sich ringsum um den Tisch aufgestellt hatten, um der Sache beizuwohnen. Die Wachen fühlten sich ein wenig bedrängt, ließen sich jedoch nichts anmerken.
Wir brauchen Holz, Herr. Um die Stollen abzustützen“, begann Leandro, „Und das Holz, welches wir sonst erhielten, wird allmählich zu teuer“, die Augen seines Gegenübers lag fest auf ihm. Liam jedoch wich ihm nicht aus. Er hielt kurz inne, erinnerte er sich daran, dass sie Holz aus einem Sägewerk ganz in der Nähe erhielten. „Zu teuer hm?“, fragte Liam nach, „Die Sägewerke gehören meinem Vater. Nur er oder der Vogt kann die Preise festlegen“, Liam legte seine Arme auf dem Tisch ab, „Ich werde mich dieser Sache selbst annehmen und den verantwortlichen finden“, begann er dann, „Ihr werdet euer Holz zum alten Preis bekommen“, versicherte er Leandro dann. Dieser nickte nur.
Ihr müsst verstehen Herr, dass wir dies erst glauben...
Ihr könnt mir glauben. Wenn nicht, werde ich einen Monat freiwillig und ohne Widerrede in den Stollen Arbeiten“, sagte er direkt, was Leandro überraschte. Gemurmel und Geraune drang durch die Masse der Bergarbeiter.
Diese Arbeit ist nichts für einen...
Kleinen adeligen Schnösel? Wolltet ihr das sagen?“, fragte Liam scharf nach. Leandro fühlte sich scheinbar ertappt. „Nein Herr, ich wollte sagen, dass dies schwere Arbeit ist und ein Monat eine lange Zeit ist
Liam nickte verständlich und lehnte sich ein wenig vor. „Mein Weib wird mich zwar hassen, aber wenn ich dann solche Arme bekommen, wie ihr, wird es sicher nicht ganz so schlimm für sie“, sagte er keck zu ihm. Einige der Anwesenden lachten und Leandro schmunzelte nur.

Liam beruhigte sich wieder, nachdem er ein wenig gelacht hatte. „War das mit dem Holz alles?“, fragte er und Leandro schüttelte mit dem Kopf. Nun lehnte sich Leandro Liam entgegen.
Da ist noch etwas, Herr“, begann er leise zu sagen, als würde er irgendetwas fürchten. „Tief in den Stollen, fanden wir vor einigen Tagen eine Höhle...eine Kammer...tief in der Erde“, erklärte er leise, wirkte der kräftige Kerl plötzlich ängstlich, „Dort fanden wir es...“, Liam starrte den Mann an, zuckte dann mit den Schultern, als keine Antwort kam, „...die Überreste eines Dämonen, Herr

Im Dorf

Die ältere Frau begleitete Johanna vor die Türe. Sie wirkte nun etwas verspannter, als zuvor und dankend legte sie ihre Hand auf Johannas Schulter. „Habt dank für euren Dienst, Herrin“, gab diese kund, „Ihr seid ein Segen“, fügte sie hinzu und ein mildes Lächeln lag auf den Lippen der Frau.
Doch dann wurde die Frau auf jemanden aufmerksam und ihre milden Züge schwanden wieder.
Jano!“, rief die Frau laut, „Komm her du Rotzbengel. Wo hast du meine Groschen?“, keifte die Frau regelrecht, drängte dabei Johanna etwas unlieb beiseite. Jano hingegen starrte nur, und als er Johanna erkannte, nahm er seine Beine in die Hand und rannte los. Schließlich hatte er den Mann erstochen, der vor einigen Tagen hinter ihm her war. Ob er tot war? Jano konnte sich diese Fragen jetzt nicht stellen. Er musste weg, verschwinden. Eine Frau abzuhängen wäre einfacher, als einen Mann, da war er sich sehr sicher.



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Johanna

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Re:Auf alten Pfaden      15.04.2019 19:46:39 --- 3 Tage, 8 Stunden her  
Johanna lachte leise und sie wollte nach der Hand der alten Frau greifen, sie sanft drücken und ihr sagen, dass sie nicht genug hatte tun können. Die Männer müssten sicher auch versorgt werden. Wüsste sie von Liams versprechen, würde sie ihn tatsächlich schelten, aber noch wusste sie es nicht.

Doch Johannas Aufmerksamkeit wurde von der Alten fortgelenkt zu dem Burschen, den sie rief. Dem selben Burschen, der Liam verwundet hatte. Erkennen spiegelte sich in ihren Augen. Das war er also? Schmächtig wirkte er, fast zu klein und zu schmal. "Los! Ihm nach!", brüllte Johanna den Wachmann an und anstatt das Weib zu fragen, wer er war, stürmte sie selbst los. Das Kleid gerafft, die Tasche schlug ihr gegen die Beine und man merkte, dass Johanna oft gerannt war, oft geflohen war und ebenso viel gelaufen war. Liam schien träge zu werden in Lissabon, aber sie... sie wurde von Wut getrieben und Hass auf den Burschen vor ihr.

Es war eine Hetzjagd und die Wache hatte Arbeit mit Johanna mit zu halten oder gar mit dem Jungen, den sie verfolgte, aber über Stock und Stein ging es, durch einen Hühnerpferch und weiter bis Johanna ein Waldstück vor ihnen auftragen sah. Sie hatte die Wahl... Entweder sie tat etwas oder aber der Bursche verschwand im Wald. Im Rennen zerrte sie ihre Tasche von ihrer Schulter. Liam würde lachen, würde er sie so sehen, aber Johanna überlegte nicht lange und schleuderte die Tasche nach dem Jungen. "Bleib stehen!", brüllte sie so laut und genervt (und dummerweise auf englisch, sodass er sie sicher nicht verstand), aber das war egal, denn die Tasche traf, zwar nur seinen Rücken, aber der Junge bremste mit dem Gesicht zuerst im Dreck und Staub. Sicherlich konnte er einen Moment nichts sehen, denn alles was man danach sah, war Johanna, die sich auf ihn warf und ihr Messer gezogen hatte, das sie an seine Seite presste. "Keine Bewegung", sie hatte die hiesige Sprache wieder gefunden, zu seinem Glück. Die Wache kam hinterdrein und sah ein wenig hilflos aus. "Halt ihn fest", fauchte Johanna und zerrte aus ihrer Tasche mit der freien Hand Verbandsmaterial, das sie benutzte um dem Burschen die Hände auf dem Rücken zu fesseln. "Du hast Glück, dass Liam überlebt hat... sonst wärst du jetzt Krähenfutter." Sie hätte ihn ohne mit der Wimper zu zucken getötet, denn Liam war ihr Schwachpunkt, würde es immer sein. Als sie sich aufrichtete und die Tasche wieder umhängte, grinste sie. "Tja... wenn Liam sein Weib nicht hätte", dachte sie bei sich und bedeutete der Wache ihn zurück ins Dorf zu führen. Sie musste mit ihrem nicht besonders guten portugiesisch nun den Frauen erklären, warum sie ihn festgesetzt hatte. Das könnte eine Weile dauern...

Und es dauerte eine Weile... Es erforderte vor allem, dass Johanna mit einem Messer erklärte, wie Liam verletzt worden war und sie ihren Teil an seiner Heilung genauer beleuchtete, während die Herren nun sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen würden. Nur eine der Frauen sah nicht besonders glücklich aus, bis Johanna zu ihr ging und leise, sehr leise erklärte, dass Liam den Jungen nicht hängen würde.
 
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Liam Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      17.04.2019 20:27:35 --- 1 Tag, 8 Stunden her  
Es war ein beschwerlicher Weg den Stollen hinunter. Der Pfad war schwer zu erkennen und die Bretter, auf denen sie liefen, wirkten auch nicht mehr so robust. Doch Liam hatte darauf bestanden, selbst nach dem rechten zu sehen und herauszufinden, ob es sich wirklich um die Überreste eines Dämonen handelte. Aber wie konnte er sich so gewiss sein, ob es sich bei dem Fund wirklich um eben das handelte? Er hatte nie zuvor ein solches Überwesen gesehen. Und je tiefer sie in den Stollen hinabstiegen, desto mulmiger wurde es ihm.
Hier entlang, Herr“, wies Leandro ihn an, hielt der große Kerl die Fackel und ging voran. Nur zwei Wachen waren dabei und hatten die schwere Rüstung abgelegt, was den Abstieg erleichterte.
Liam folgte Leandro und ging mit ihm durch die engen Wege, die man tief in die Erde gegraben hatte. Es war schon eine beachtliche Arbeit, welche diese Männer über die Jahre geschafft hatten.
Einige der Wege, so erklärte Leandro, führten nur zu Sackgassen. Mittlerweile folgte man der Ader in eine andere Richtung.
Doch das sie tiefer ins Erdreich kamen, wurde Liam immer bewusster.
Mit der Fackel beleuchtete Leandro schließlich eine hölzerne Leiter. Sie standen hoch auf einem hölzernen Podest, welches einige Meter in die Höhe ragte. „Dort unten“, bedeutete Leandro in die große Kammer. Eine Kammer, die nicht von Menschenhand erschaffen wurde. Liam ließ seinen Blick schweifen, versuchte er die Wände der großen Kammer auszumachen, die sich im Schatten verborgen hielten. Stalaktiten hingen von der Decke und wirkten wie eine undurchdringliche Speerwand. Liam war fasziniert und ließ all das erst einmal auf sich wirken, ehe er sich der Leite zuwandte.
Er ging auf die Knie und brachte sich auf die Leiter. Der Weg nach unten war lang, und weil er so wenig Licht hatte, konnte er nicht genau einschätzen, wie viele Meter es waren. Er war aber schon ein ganzes Stück nach unten gekommen, als ihm seine Männer folgten. Leandro hingegen kam als Letzter hinterher.
Unten angekommen wagte Liam nochmals einen Blick und sah über sich noch immer dieses majestätische Gebilde.
Schaut nur Herr!“, meinte der Vorarbeiter und stand nur ein paar Meter entfernt. Er schien sich keinen Schritt mehr nach vorne zu wagen. „Dort...
er hielt die Fackel ein wenig nach vorne und Liam schummelte sich an dem breiten Kerl vorbei, der jetzt nur noch ängstlich wirkte. Dort, auf dem Boden konnte er es sehen. Es waren ein paar Knochen. Wild verstreut bildeten sie keine Gesamtheit mehr. Ein Schädel ragte aus dem Boden, umgeben von Schmutz und Stein. Tatsächlich wirkte der Kopf weniger menschlich, war er doch breiter und die Kopfform wirkte beinahe wie ein Ei. Liam hatte so etwas nie zuvor gesehen. Als er einen Schritt vorwagte, hielt Leandro seine Hand auf Liams Schulter.
Liam sah erst die Hand des Mannes an, dann in das besorgte Gesicht. Doch ein Nicken bedeutete ihm, er könne beruhigt sein.

Liam wagte sich vor, und als er nahe genug dran war, ging er in die Hocke. Von dort konnte er den Schädel genauer betrachten. Er breitete seine Hand nach hinten aus. „Fackel!“, rief er dabei und seine Stimme hallte durch die Kammer, sodass es beinahe unheimlich wirkte. Leandro kam näher, wenn auch zögernd und reichte Liam die Fackel. Dieser konnte sich den Schädel nun näher ansehen. Er wirkte wirklich fasziniert und so ganz anders. Sollte das ein Dämon sein? Er wirkte so einfach, so zerbrechlich. Er zog sein Messer und kratzte ein wenig die Erde weg, die den Schädel halb begrub. Mit der Klingenspitze tippte er gegen die Knochen. Doch weder fühlte er sich vom bösen berührt, noch von einem Fluch heimgesucht. Schließlich steckte er sein Messer weg, legte die Fackel auf den Steinigen Boden und nahm seinen Umhang ab. Vorsichtig griff er mit den Fingern in die Augenhöhle des Schädels und zog ihn vorsichtig aus dem Boden. Dann wickelte er diesen in seinen Umhang und trat auf Leandro zu, dem er die Fackel reichte.
Was es auch ist, es verlässt nun diesen Ort“, begann er zu sprechen, „Ich werde es in die tiefen der Meere werfen“, versuchte er den Mann zu beruhigen, „Nie wieder wird jemand von euren Männern in Furcht versetzt“.
Leandro nickte nur, bekam jedoch den Mund nicht zu. Liam nickte ebenfalls und wandte sich ab, um die Leiter wieder hinaufzuklettern. Den Schädel jedoch, würde er nie ins Meer werfen. Es war etwas, für das sich vielleicht Johanna und ihr Meister interessieren würden.



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Johanna

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Re:Auf alten Pfaden      17.04.2019 21:37:11 --- 1 Tag, 6 Stunden her  
Mittlerweile war viel Zeit vergangen und Johanna saß mit einer Tasse Tee vor einer der Katen. Ihr Blick wanderte immer wieder zu der Scheune in die sie den Gefangenen gesperrt hatten und mit richtigen Seilen gefesselt hatten. Ohne Liam könnte sie ihn nicht befragen, also wartete sie.

Es war ziemlich unruhig. Man konnte spüren, dass die Frauen nervös und ängstlich waren, weil sie dachten, dass sie vielleicht Zeuginnen einer Hinrichtung würden. Immer wieder blickte Johanna hinauf in Richtung der Berge und hoffte, dass Liam bald zurück kehren würde.

Ein tiefes Seufzen löste sich aus ihrer Kehle, gerade als ein kleines Mädchen ihr vor die Füße fiel. Sie rappelte sich hoch, sah ihr blutendes Knie und weinte los. Keine halbe Minute verging, bis Johanna den Tee abgestellt hatte und vor dem Kind kniete. "Na, wer wird denn weinen? Dafür habe ich ein wunderbares Mittel...", flüsterte sie leise. Es dauerte nicht lange, bis sie die Wunde gereinigt und mit Honig bestrichen hatte, von dem sie der Kleinen etwas abgab, um zu kosten.

"Danke", strahlte die Kleine und umarmte Johanna einfach. Die Mutter kam herbei gelaufen, um das Kind zurecht zu weisen und sich zu entschuldigen, aber Johanna schüttelte den Kopf und meinte leise: "Sie ist ein sehr höfliches Kind. Sie hat sich bedankt, weil ich ihr Knie behandelt habe."

Als Mutter und Kind gegangen waren, blickte sie wieder zu der Scheune und seufzte leise. Es dauerte ihr alles zu lange.

Sicherlich ging sie eine halbe Stunde auf dem Vorplatz hin und her, bis jemand etwas rief. Johanna stand gerade neben dem Brunnen, als sie die Pferde sah und dahinter einige Bergleute. Der Drang auf Liam zuzulaufen war übermäßig, aber sie wusch sich schlicht weiter die Hände, schöpfte sich Wasser ins Gesicht und über den Nacken, welches auf ihr Kleid tropfte und in ihrem Haar hängen blieb, um dort wie glitzernde Perlen zu schimmern. Sie musste hier das Gesicht wahren. Das Gesicht der Lady, die Liam bei sich hatte, doch als die Hufe näher kamen, trat sie hinter dem Brunnen hervor, blickte auf die Reiter und ging auf Liams Pferd zu. Es kostete sie wahnsinnige Anstrengung, aber wartete, bis Liam abgesessen hatte, ehe sie ihn umarmte und ihm sehr liebevoll einen Kuss auf die Wange hauchte. "War dein Tag produktiv?", wollte sie wissen und strich ihm dabei Dreck von der Kleidung. "Warst du... im Stollen?"

Natürlich wartete sie seine Antworten ab, ehe sie nach seiner Hand griff. "Begleite mich, ich möchte dir ein kleines Vöglein vorstellen, das ich einfangen konnte." Sie wusste nicht, ob Liam wütend oder aber stolz sein würde, wenn er sah, wen sie da gefangen hatte. Es musste aussehen, als schlendere ein Liebespaar durchs Dorf, so glücklich sah Johanna aus, als sie vor der Scheune zu stehen kam und die Wache öffnete. "Hol ihn schon raus", befahl sie und konnte nicht anders, als lächeln. Doch sie war einfach nur froh, dass er nicht mehr frei herum lief.

Der Wachmann zerrte schließlich ein sich wehrendes Bündel Junge aus der Scheune und schubste ihn vor Liams Füße. Augenblicklich starrte der Bursche Liam entgeistert an. Man sah in seinem Blick, dass er glaubte einen Geist zu sehen und Johanna konnte nicht anders, als die Angst in seinem Blick einen Moment lang zu genießen. "Hab doch gesagt, er lebt", sagte sie leise und doch rührte der Junge sich nicht mehr, vor lauter Schreck.
 
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Liam Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      18.04.2019 19:18:21 --- 9 Stunden, 14 Minuten her  
Liam war sichtlich überrascht, hatte er niemals daran geglaubt, denjenigen noch einmal wiederzusehen, der ihm das Messer in die Seite gerammt hatte. Jetzt, wo er vor Liam kniete und im Grunde hilflos und verlassen war, kam in Liam für einen kleinen Moment der Drang auf, den Jungen gleich am nächsten Baum aufhängen zu lassen.
Doch diesen Gedanken verdrängte er wieder, denn wahrscheinlich wusste der Junge mehr über die Morde, als vielleicht die Dorfbewohner. Liam nickte den Wachen zu. „Bindet ihn an einen Sattel. Er kann ja so gut laufen. Soll er einmal schritt halten!“, kam es ernst von Liam. Die Wachen nickten und zogen den jungen Kerl wieder auf die Beine. Sogleich wurde er rüber zu den Pferden geschliffen. Natürlich protestierte er und versuchte sich aus seiner Lage zu befreien. Doch die Wachen machten keine Anstalten, ihn am Sattel festzubinden. Als er dann begann, einen der Männer anzurotzen, erntete er nur einen fiesen Schlag ins Gesicht, was ihn sofort in den Staub warf.

Liam zuckte nicht einmal, als dies geschehen war und er wandte sich zu Johanna um. Er nahm ihre Hand und hielt diese sanft fest. „Dass hast du hervorragend gemeistert, Liebste! Er landet im Kerker und kann so zumindest eine Strafe erhalten.... und wir können ihn gleichzeitig befragen“, sagte er mit einem gewissen Stolz in seiner Stimme. Es war schon mehr Glück, dass der Bengel hier herumstolzierte. Und noch mehr Glück, dass Johanna in der Nähe war und den Kerl auch noch schnappen konnte.
Doch bei all diesen Gedanken vergaß er, was er ihr mitgebracht hatte. Ein wenig zuckte er nun, als es in seine Gedanken schoss, und holte den Umhang hervor. „Ich habe da etwas für dich“, meinte er geheimnisvoll und grinste in sich hinein. Er drängte Johanna ein wenig zur Seite, weg von den neugierigen Blicken. Und als er sich sicher war, dass niemand heimlich zusah, holte er den seltsamen Schädel hervor, den er unter dem Umhang verborgen hielt. Er beobachtete Johanna genau, als sie einen Blick auf den Schädel werfen konnte, und wartete ihre Reaktion ab. "Soll der Schädel eines Dämonen sein..." erwähnte er beinahe beiläufig und zuckte sanft mit den Schultern.



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Johanna

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Re:Auf alten Pfaden      18.04.2019 22:46:26 --- 5 Stunden, 46 Minuten her  
Während des gesamten Procederes, versuchte Johanna ernst und unbeteiligt zu schauen. Ihr war klar, dass sie eine alte Dame damit sehr verletzten, aber was half es denn? Der Bursche musste befragt werden und wenn sich alles geklärt hatte, würde Liam sicher wie immer Milde walten lassen. Es dauerte, bis man den Jungen, Jano hieß er glaubte sie sich zu erinnern, an den Sattel gebunden hatte und Liam etwas sagte. "Hätte ich ihm nicht die Tasche ins Kreuz geworfen, hätten wir ihn nicht. Der Junge hat Potenzial... und es ist bedauerlich das sagen zu müssen, aber auf unserer Seite könnte er nützlich sein.. und daher... verstehe ich deinen ersten Impuls ihn nicht zu hängen nun etwas besser. Außerdem... habe ich heute eine neue Freundin gewonnen, die ihn gerne zurück haben will... und ich verstehe das Gefühl. Mir ging es so mit dir... die Angst dich zu verlieren... sie war in letzter Zeit sehr präsent. Aber lass uns... nicht jetzt über seine tatsächliche Strafe sprechen." Seltsam, dass sie mittlerweile dachte, wie jemand, der das Haus Blackthorn mit seinem Leben beschützen würde, wenn es darum ging. Sie sah Liam als ihre Familie an, sie liebte ihn bedingungslos und diese Liebe machte sie schwach, verletzlich, angreifbar aber sie machte sie ebenfalls stark und gab ihr Sicherheit. Alleine konnten sie nicht existieren, nur gemeinsam gab die Liebe ihnen alles.

Zärtlich lächelte sie Liam an, der sie nun von den anderen fortdrängte. "Ich hoffe, es ist kein Tand", lachte sie leise, hätte sich aber sicher über Schmuck genauso gefreut, wie über das, was er tatsächlich mitbrachte. Ehrfürchtig drehte und wendete sie den Schädel einige Momente, betrachtete ihn eingehend, ehe sie sagte: "Dafür sieht er sehr menschlich aus, meinst du nicht auch? Etwas dickerer Kopf, als unserer, aber sonst... doch recht deutlich menschlich. Ich werde mir das in der Burg näher ansehen mein Liebster. Hier sind mir zu viele Leute drum herum." Sie lachte leise. "Dämonen... Was haben die nur alle mit ihren Dämonen und Flüchen, Gegenflüchen und Engeln?" Seufzend ließ sie den Schädel in ihrer Tasche verschwinden und reichte Liam den Umhang zurück. "Hier, damit du später nicht frierst. Gibt es noch viel zu tun? Oder willst du zurück? ", flüsterte sie sanft. Ihre Stimme klang gelassen, aber man konnte hören, dass sie sich sorgte, sich sorgte um so vieles, was es noch zu tun galt.
 
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