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THEMA: Re:Auf alten Pfaden
 
Liam Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      11.11.2019 19:53:10 --- 2 Monate, 1 Woche her  
Liam musste lächeln, denn natürlich war dieses „Ding“, wie sie es so gerne nannte, ein absoluter Hingucker. Er hatte bis dato keine englische hohe Dame gesehen, die sich in ein solches „Ding“ gesetzt hatte. In Lissabon hingegen war es ein anderer Fall.
Liam befand jedoch, dass dies seine Frau und sein ungeborenes Kind schonen würde. Auch wenn ihm der Gedanke, seine Frau ein bisschen damit zu ärgern, ebenso gefiel und deshalb schmunzelte er, während sie der Straße Richtung Markt folgten.

An diesem Tag war der Markt gut besucht und Liam blickte sich neugierig um, versuchte im Lärm einen der Händler zu verstehen, der seine Waren anpries. Händler aus dem Orient boten Gewürze und seltsame Tiere an, die Liam noch nie zuvor gesehen hatte. Er wusste, was ein Affe war oder eine dieser großen Raubkatzen. Aber es waren auch viele bunte Vögel dabei und einer von ihnen konnte sogar sprechen, was zu großem Entzücken der Anwesenden führte.
Die Luft war erfüllt von Lavendel, Salbei und Nelken, als sie an einem Stand von einem Kräuterhändler vorbeikamen, in dessen nähe zwei Pfaffen standen, die dem ganzen mit einer Menge Argwohn gegenüberstanden. Und natürlich waren da noch Händler aus dem östlichen Gebieten, die Seide von der Seidenstraße anboten.

Meine Herrin...meine Herrin!“, rief einer der Händler, der die Seide verkaufte. Er hatte seltsame Augen, sahen sie listig aus und doch verrieten seine Kleidungsstücke, dass er ein wohlhabender Mann war. Er sprach die hiesige Sprache fließend, doch sein Akzent war deutlich und sein langer, schwarzer Schnauzbart wippte beinahe komisch auf und ab, wenn er etwas sagte.
Darf ich euch für meine Waren begeistern? Die feinsten Stoffe, welche von einem Schmetterling gewonnen werden“, er lächelte dabei, wirkten seine Worte doch absurd und zugleich faszinierend, „In aufwendiger Arbeit wurde es gewebt. Als ich euch sah, wurde mir sofort bewusst, dass meine Stoffe wie für euch gemacht sind“, er bemerkte erst jetzt ihren Babybauch und lächelte noch etwas breiter.
Meinen Glückwunsch, Herrin“, er verbeugte sich vor ihr, den Kinn dabei an den Brustkorb haltend, „Sicherlich ist euer Gemahl voller Stolz, werdet ihr ihm doch einen starken Sohn schenken oder eine wunderschöne Tochter“, der Mann bemerkte Liam gar nicht. Doch das lag wohl daran, dass Liam unter den Söldnern kaum hervorstach. Trotz all der Jahre hatte sich sein Auftreten kaum verändert. Lord hin oder her, er war nun mal ein Söldnerschwein, so wie sein Vater.
Schmunzelnd beobachtete Liam das ganze treiben und trat an die Seite des Händlers.
Möchte meine Herrin sich vielleicht die Waren näher ansehen?“, er hielt ihr die Hand hin und zwinkerte ihr beiläufig keck zu.


 
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Johanna

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Re:Auf alten Pfaden      17.11.2019 00:22:29 --- 2 Monate, 1 Woche her  
Wie so oft auf dem Markt war Johanna fasziniert. Die Tiere, die Vögel... alles war aufregend und erinnerte an Lissabon. Doch die aufmerksamen Augen der Kirche auf die Kräuterhändler, ließen sie erschaudern. Sie hasste es, wenn sie solche Dinge sah und sie hasste mehr noch die Kirche, die diese Dinge vollführte.

Es folgte wohl der Auftritt des Seidenhändlers, der von Liam keinerlei Notiz nahm und nur auf sie einredete, wobei er ein Tempo an den Tag legte, das keinerlei Unterbrechung zuließ. Johanna besah sich den Stoff aus der Entfernung, die den Vorteil der Sänfte bewies und seufzte leise, als Liam ihr anbot, sich die Stoffe näher anzusehen. Dennoch ließ sie sich von ihm aus der Sänfte helfen und strich ihren Rock glatt, ehe sie seinen Arm wieder ergriff und murmelte: "Der will mir nur das Geld aus der Tasche ziehen."

Sie trat also an den Seidenhändler heran, prüfte sehr ausgiebig den Stoff und ließ ihn dann achtlos fallen. "Was verlangst du für dieses Produkt, das nicht wärmer halten wird, als englische Wolle, sogar schlechter wärmen wird?", fragte sie und blinzelte kurz zu Liam.

"Doch ich warne Euch, mein Gatte gestattet es nicht, dass ich zu viel für solchen Schwachsinn bezahle. Er ist ein guter und strenger Mann und wird nicht dulden, dass ich mein Kind oder mich in etwas kleide, dass hier in diesen Gefilden keinen Nutzen hat...", sagte sie so, als sei dieser Stoff das Unpraktischste, das sie je gesehen hatte, wenngleich sie wusste, dass Seide sehr wohl wärmte. Aber Liam hatte sie in diese Situation gebracht und sollte nun Ausbaden, was sie zu sagen hätte, über Seide, die sie eigentlich nicht wollte, weil sie zu teuer wäre.
 
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Liam Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      27.11.2019 23:43:31 --- 1 Monat, 3 Wochen her  
Liam schmunzelte bei diesem Wink und der Händler brachte sich geschickt neben sie.
Herrin, so glaubt mir, es wird euch wärmen und es ist zugleich ein wunderbarer Stoff, um eine jede edle Hofdame in Neid zu versetzen. Euer Gatte wird aus dem staunen nicht mehr herauskommen“, kam es geschickt und schmeichelnd zugleich. Liam hob keck eine Augenbraue und flüsterte leise: „Oh, das glaube ich aufs Wort“, und stand dabei noch neben Johanna, die aber nun an ihm vorbeiging, um die anderen Stoffe und Farben zu begutachten. Der Händler verbeugte sich tief vor ihr, richtete sich dann halbwegs auf und deutete mit seinem beringten Finger auf weitere Stoffe, hatte er doch bemerkt, dass Johanna nun auch diese näher betrachtete.
Seid euch gewiss, Herrin, dies sind nicht alle Stoffe, die ich verkaufe. Ich bin natürlich bereit, euch ausgefallenere Ware zu präsentieren. Solch leuchtende Farbe habt ihr noch nicht gesehen“, er faltete die Hände vor sich, hielt seinen Körper leicht nach vorne gebeugt und wirkte damit wie ein demütiger Krüppel.
Liam hat sich sagen lassen, dass man in den Ländern, aus dem der Händler kam, es zu einer wahren Kunst geschaffen hatte, Respekt und Demut gegenüber höheren Familien zu zeigen. Die höfischen Manieren, die in England herrschten, waren für diesen Mann wohl eher befremdlich, vielleicht sogar ungenügend und beschämend. Aber in England gab es schon lange niemanden mehr, vor dem man sich ohne murren niederkniete. Diese Tage waren vorbei.
Wenn ich offen sprechen darf, Herrin“, kam es von Liam, der seine Rolle als Leibwächter weiter frech ausspielte, „Ich glaube, euer Gatte wird von dieser Farbe sehr angetan sein“, dabei zeigte er auf Seide mit einem satten rötlichen Ton. Daraus würde man sicher ein wunderbares Kleid machen, wobei sich Liam auch einen Nachtumhang vorstellen konnte, war der Stoff doch eher schlüpfrig, fast schon durchsichtig. Vielleicht dachte Liam auch gerade mit dem Schwanz und stellte sich seine Liebste gerade in der einen oder anderen Pose vor. Aber zum anderen wollte er sie auch ein wenig necken und spielte nun den unwissenden Leibwächter, während sich die anderen, die der ganzen Sache zusahen, das lachen verkniffen.


 
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Re:Auf alten Pfaden      02.12.2019 12:48:24 --- 1 Monat, 3 Wochen her  
Auch sie musste sich mehr und mehr das Lachen verkneifen. Liam spielte den Leibwächter der Lady ganz perfekt und sie selbst wusste nicht ganz, was sie tun sollte, immerhin wollte sie sich diesen Stoff nicht leisten. Liam hatte genug Geld geerbt, aber es mussten auch Söldner bezahlt werden, jetzt mehr denn je und da konnte Seide nunmal die falsche Botschaft an die Söldner sein.

Sie begutachtete also die Stoffe, prüfte, fühlte, ließ den Händler anpreisen und wollte sich umdrehen, um ihm zu sagen, dass er ihr nichts zeigen konnte, was sie nicht schon kannte, als Liam sie auf einen roten Stoff aufmerksam machte, den sie aufgrund seiner Farbe nicht in Betracht gezogen hatte. "Ja, das würde ihm sicher gefallen, wenn ich darunter nix an hätte...", zischte sie sehr leise in Liams Richtung durch die Zähne, als sie den Stoff über ihre Hand gleiten ließ und feststellte, dass er nicht viel verbergen würde, wenn sie daraus ein Nachthemd machen würde. Sie funkelte Liam an und hatte damit den Gedanken ihres Geliebten wohl deutlicher aufgegriffen, als ihr lieb war. "Was kostet der denn?", fragte sie an den Händler gewandt und sah tatsächlich nicht aus, als sei sie von der Qualität oder gar dem Kostenfaktor überzeugt, während andere Damen wohl begeistert gekauft und gekauft und gekauft hätten. Johanna war einfach nicht so. Sie war nicht eitel und sobald sie wieder mit den Söldnern zöge, würden auch ihre Kleider wieder die Farbe der Heiler haben und nichts anderes. Wozu also rote Seide? Zu Liams Vergnügen? Um aufzufallen? Ersteres hätte sie vielleicht überzeugt, zweiteres schreckte sie jedoch ab.
 
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Liam Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      03.12.2019 17:34:22 --- 1 Monat, 3 Wochen her  
Beinahe wie ein freudiges Kind klatschte der Händler in die Hände, als sie nach dem Preis fragte. Er grinste fast schon über beide Ohren und Liam runzelte nur die Stirn, erkannte er den gierigen Blick des Mannes, der schon die klimpernden Münzen sah, obwohl Johanna nur nach dem Preis gefragt hatte.
Weil ihr es seid, übergebe ich euch diesen wirklichen edlen Stoff für zweihundert Silberstücke. Dies ist ein fairer Preis, meint ihr nicht?“.
Liam räusperte sich im Hintergrund und musste dann plötzlich husten, was natürlich die Aufmerksamkeit des Händlers auf ihn zog, der ihn mahnend mit seinem Blick strafte. Würde der nur wissen, dass Liam im Grunde der Gatte war, würde er mit Sicherheit ganz andere Grimassen schneiden. Doch dieses mal blieb Liam in seiner Rolle und zuckte mit den Schultern, als würde er damit sein Verhalten in irgendeiner Hinsicht rechtfertigen können. So als einfacher Wachmann.

Nun blieb es bei Johanna, ob sie diesen Stoff kaufen würde oder nicht. Der Preis war hoch, aber das Haus Blackthorn hatte volle Schatzkammern und da würden ein paar Meter Seide schon keinen Bruch verursachen. Vielleicht würde es ihr am Ende doch gefallen, was der Schneider daraus machen würde.
Wenn es euch zusagt, Herrin, lasse ich den Schneider und seine Knechte holen, die den Stoff abholen“, er verbeugte sich knapp und winkte schon Malik zu sich, der dem Ganzen schweigend gefolgt war. Er beugte sich zu diesem rüber und flüsterte, „Ich könnte mich an diese Maskerade gewöhnen“. Er witzelte und Malik lachte auf, sodass die weißen Zähne des Afrikaners zu sehen waren. Der Händler beäugte das ganze mit listigem Blick und kümmerte sich für einen Moment lang nicht mehr um die junge Herrin.


 
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Re:Auf alten Pfaden      10.12.2019 21:06:44 --- 1 Monat, 2 Wochen her  
Sie sah, wie Liam sich entfernte und dann lachte sie und es war ein lautes, herrliches Lachen. "200 für den ganzen Ballen?" Sie schmunzelte und nickte Liam zu. "Ja, dafür nehm ich es tatsächlich." Oh sie würde Liam damit wahnsinnig machen, indem sie sich ein Kleid für Staatsempfänge aus dem Stoff machen ließ und ein Nachtgewand. Ein Nachtgewand ohne jede Schicht darunter. Das wäre die Strafe für die Scharade, dass er jedes Mal, wenn er sie in dem "guten Kleid" sah auch gleich an sie im Nachthemd denken würde. Leg dich niemals mit deiner Frau an junger Blackthorn...

Dann wandte sie sich an die Jungs, die auf sie aufpassen sollten. "Was denkt ihr, brauchen wir als nächstes?", fragte sie kichernd. "Kräuter, Gewürze, vielleicht... etwas hübsches für das Kind?" Oh ja, sie träumte von einem Sohn, der Liam würdig wäre. Ein Erstgeborener, ein starker Junge, der sie glücklich machte, eine vollendete kleine Familie. Lächelnd sah sie zu dem Händler, der sicherlich erschrocken war, darüber dass sie ihn vermutlich falsch verstanden hatte, aber das kümmerte sie wenig. Er hatte nicht gesagt für was er 200 Taler haben wollte.
 
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Liam Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      17.12.2019 18:52:23 --- 1 Monat, 1 Woche her  
Nun Herrin, nicht für den ganzen Ballen, nur für....“, gab der Händler kund, doch Johanna war schon aus der Hörreichweite, oder aber sie wollte nicht mehr hören, was der Kerl zu sagen hatte.
Stattdessen stand Liam neben ihm, starrte seiner Gemahlin nach und schüttelte nur den Kopf. Wie Knopf und sein Kumpan stand er dort mit dem Händler, blickten der schönen Frau nach, der eine missverstanden, der andere völlig amüsiert und verliebt, mit einem leichteren Geldbeutel.
Doch dann bewegte sich Liam, zog einen prallen Geldbeutel von seinem Gürtel und warf diesen dem Händler zu, der diesen erschrocken fing und verwirrt aufstarrte.
Das wird genügen“, meinte er nur und wandte sich ebenso ab. Irgendwann würde dann der Schneider kommen und den Stoff abholen. Dann würde man auch Johanna holen, um daraus die passenden Kleidungsstücke zu machen.

Gemeinsam gingen sie nun über den Platz und die Leute glotzten schon, als die Söldner über den Platz liefen, einmal nicht völlig besoffen, sondern geordnet und entsprechend gerüstet.
Liam lief neben Johanna und er zeigte mit dem Finger auf einen kleinen Affen in einem Käfig. „Mein Vater kaufte einmal zwei von denen unten in Lissabon. Einer von denen stahl ihm seinen Armring. Du kannst dir nicht vorstellen, was so ein Radau dort herrschte. Der Affe hatte gemeinsam mit meinem Vater das ganze Zimmer auseinandergenommen und es fielen Flüche, die ich meinen Lebtag nicht vergessen werde“, er fing an zu lachen, „Gib mir mein Armring wieder du hässlicher Ziegenschiss“, machte Liam seinen Vater nach, sprach er es genauso tief und grob aus, wie dieser.

Am Ende hatte der Affe gewonnen und durfte den Armring behalten. Fürs erste“, er schmunzelte bei dem Gedanken. Er vermisste seinen Vater schon, auch wenn dieser ein Raubein war, ein Schlächter, ein Mistkerl. Aber im Kern war er auch ein guter Mann und treu. Der alte König wusste dies, möge er in Frieden ruhen. Doch die neuen Herrscher hatten vergessen, was die Blackthorn geleistet hatten oder aber sie wussten es nicht besser, standen sie nie zusammen mit diesen Legenden. Sie waren unerreicht und Liam war stolz, von einer solchen Linie abzustammen.

So brachte sich Liam vor Johanna, ließ sie anhalten und spannte sanft seine Arme um sie. Ihr Bauch schmiegte sich sanft an seinen und es war dieses verliebte Grinsen in seinen Zügen, als er ihr in die Augen sah. „Er hätte sich sehr gefreut, Großvater zu werden“, er lächelte ehrlich, „Er hat dich auf eine Weise geliebt...wie ein Vater, so sagte er mir mal. Er hatte bei dir stets das Gefühl, dich beschützen zu müssen. Und wie ich hörte, musste er das sogar das eine oder andere mal“, jetzt schmunzelte er wieder keck.


 
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Re:Auf alten Pfaden      17.12.2019 19:37:43 --- 1 Monat, 1 Woche her  
Sie sah, dass Liam dem Mann mehr Geld gab, als vereinbart, aber sie fand, dass der Mann ruhig lernen müsste in Einheiten zu sprechen. Zum Glück war Liam großzügig und anständig, denn von ihr hätte der Händler nicht mehr bekommen. Jedoch kommentierte sie das Verhalten ihres Gatten nicht. Das zu hinterfragen lag ihr manchmal, manchmal nicht und heute war ihr nicht nach streiten oder diskutieren. Stattdessen ließ sie sich von ihm über den Markt führen.

Die Äffchen beobachtete sie mit einem leisen Kichern, das immer lauter wurde, sah sie Braga doch vor sich, wie er hinter dem Tier her rannte, um seinen geliebten Armreif zurück zu gewinnen. Nach einer Weile japste sie nach Luft vor Lachen und meinte dann: "Ich hätte ihn zu gerne dabei gesehen." Außerdem war Liams Immitation seines alten Herren extrem gut. Lächelnd warf sie dem Mann, der sie zur Schau stellte eine Münze zu und ließ sich von Liam in seine Arme ziehen, lehnte sich an ihn, legte ihre Arme um seine Mitte und lächelte. "Er wäre sehr stolz, ja", sagte sie leise. "Und ich werde stolz sein unseren Kindern von ihrem Großvater zu erzählen und du wirst es hoffentlich auch sein. Die Tronjes sollten stolzer sein darauf, dass er ihre Erbin verteidigt hat." Sie scheute sich nicht das zu sagen, würde sie nie.

Auch sie vermisste Braga, der so ambivalent war, wie er zuverlässig war, mal liebte er, mal hasste er und sie wusste, dass sie ihn geliebt hatte, nicht auf romantische Art, aber auf irgendeine Art. Er war ein Held Englands und so mancher hatte das vergessen und der Name Blackthorn löste nicht mehr aus, was er einst ausgelöst hatte. Als ob Liam sich beweisen musste, dass er des Namens würdig war, doch all diesen Großmäulern würden sie es schon zeigen.

"Er hat mich mehr als einmal beschützt, ja. Die wichtigsten Geschichten kennst du. Aber weißt du, dass ich ihn einst für Odin hielt, als er mich vom Scheiterhaufen schnitt... Nur einen Moment lang. Raben stoben auf, Donner grollte und dein Vater ritt auf seinem Pferd heran, wie Odin, der Göttervater persönlich. Es war ein Spektakel. Viel von dem was danach geschah war nur grausam, aber meine Angst... die akzeptierte er. Ich hab Wochen danach nicht gut schlafen können, aber die Gewissheit, dass dein Vater ein grausamer Rächer ist, gab mir stets Ruhe." Sanft streckte sie sich und küsste Liams Wange, seine Lippen, scherte sich nicht darum, wie das aussehen mochte, sondern dachte nur an Liam.
 
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Liam Blackthorn

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Neue Pfade      20.01.2020 22:31:18 --- 2 Tage, 23 Stunden her  
Februar, eine alte Taverne inmitten von London

Es war ein kalter, verregneter Tag. So wie fast alle Tage in England. Doch dieser Tag war gewiss weit mehr, als es den Anschein hatte. Er erwartete eine wichtige Botschaft und der Bote, der es bei sich trug, sollte ihn hier treffen. Doch er hatte schon gewartet und so langsam wurde er doch etwas ungeduldig.
Das Brot schmeckte nicht, der Käse war beinahe so zäh, wie ein alter Lappen und das Bier schmeckte schlimmer, als es roch. Zumindest hatte er nicht viel gezahlt und deshalb war es auch egal, was man ihm vorgesetzt hatte.
Doch das man ihn warten ließ, das war etwas, was er nicht so leicht hinnahm.
Darf es noch was sein?“, fragte ihn eine Stimme und grimmig war die Miene hinter der Kapuze, runzelte die junge Frau nur die Stirn, als sie die Züge des Mannes erblickte, welcher damit eindeutig vermittelte, dass er wunschlos glücklich wäre.
Nur ein Schulterzucken, nichts weiter kam von diesem frechen Ding und als sie ging, folgten seine Augen ihr kurz, bis etwas in seinen Blickfang fiel. Jemand öffnete die Tür der Taverne und trat ein, die Kapuze nass von feinem englischen Wetter. Die Farbe des Umhanges war ein kräftiges Braun und die grüne Tunika und die lange Hose aus Grobleinen machten den Kerl auf eine gewisse Weise zu einem Blickfang, weil keine der Farbe in irgendeiner Weise zusammenpassten. Doch Liam erkannte das Gesicht des Mannes, als dieser seine Kapuze zurückzog – würde nur ein Narr diesen Zinken nicht erkennen.
Ein Blick durch die Wirtsstube und irgendwann entdeckten die wachen Augen den zurückgezogenen Söldner, der darauf wartete, endlich seine Nachricht zu erhalten.
Eilig machte sich der Bote gleich auf den Weg, schlängelte sich elegant an Stühlen und Tischen vorbei und setzte sich zu Liam. Er rutschte über den Dielenboden, quietschten die Stuhlbeine über das Holz und verursachte einen Lärm, sodass die wenigen Gäste, die anwesend waren, zu ihnen rüber blickten.

Liam verdrehte die Augen, doch der Bote kümmerte es wenig, holte aus seiner Tasche ein Pergamentstück und legte es vor Liam auf den Tisch. Dieser starrte es an, starrte auf das Wappen im Siegel. Dann erst griff er nach einem Augenblick nach dem Stück und brach das Siegel.
Du hast gebraucht...“, meinte Liam beiläufig, während er begann, die geschriebenen Zeilen zu lesen.
Du warst sehr vage in der Aussage mit der Taverne, wo wir uns treffen sollen. Die Worte „Trostlos“ und „Heruntergekommen“ hätte mir so einiges erleichtert“, meinte Chet frech, griff nach Käse und Brot, ohne zu fragen. Liam beobachtete ihn, folgte all seinen Bewegungen mit seinen Augen, ohne den Kopf zu bewegen.
So stopfte sich Chet den Mund mit Brot und Käse voll und verzog nicht einmal eine Miene ob des üblen Geschmacks. Nein, ganz und gar nicht, er schmatzte sogar und genoss es regelrecht.
Schmeckts?“, fragte Liam und Chet nickte, kaute genüsslich und nickte noch mehr.
Vorzüglich!“, gab dieser begeistert mit vollem Mund kund und dabei schleuderte er den einen oder anderen nassen Krümel aus seinem Rachen.
Liam atmete tief ein und wieder aus, lehnte sich zurück, um nicht doch noch getroffen zu werden. Er las die letzten Zeilen auf dem Brief, rollte diese wieder zusammen und steckte sich diese zwischen seinen Gürtel. Sogleich stand er auf und schob Chet noch den Bierhumpen rüber.
Trink, die Pisse kriege ich nicht runter“, und kaum hatte er ihn aufgefordert, griff Chet nach dem Bierhumpen, nahm einen kräftigen Schluck und stand rasch auf, um zu Liam aufzuschließen, der die Taverne verließ, in der vor einigen Jahren seine Gattin das Leben eines Soldaten der Königin gerettet hatte.


 
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Re:Neue Pfade      22.01.2020 20:23:06 --- 1 Tag, 1 Stunde her  
London, mal wieder

Johanna hatte die Kinder nochmal zugedeckt. Irgendwie schafften es die Racker immer im Schlaf Körperteile unter den Decken hervor zu strecken und es war für solche Dinge schlicht zu kalt in ihren Augen. War es schon acht Jahre her, dass sie Mutter geworden war? Drei Söhne und eine Tochter... sie seufzte leise und strich ihrer jüngsten ganz federleicht übers Haar, bevor sie zurück an ihre Arbeit ging. Arbeit... sie flickte Kleidung, ließ sie aus und Liam war... nun beschäftigt. So sah ihr Leben eben jetzt aus und eigentlich fand sie das Leben als Mutter auch gar nicht so schlecht. Es hatte ihr mit fünfzehn einen Schreck eingejagt, aber nach so vielen Jahren an Liams Seite, war ihr klar, dass es das einzige war, das sie je wollen würde. Ein Leben an seiner Seite.

Als Liam eintrat, lächelte sie. "Liebster, wie war dein Abend?" Johanna legte die Näharbeit weg, begrüßte Liam mit einem Kuss und goß ihm Wein ein. Er schmeckte nach billiger Taverne und irgendwie roch er auch so. "Was gibt es neues?" Ja, sie kam nicht so oft raus wie er, stellte sie fest und nahm die Näharbeit wieder auf. Sie wusste, dass Liam sicherlich etwas sagen würde, wie er würde aufbrechen, aber sie würde ihn nie ohne seinen fähigsten Mediziner ziehen lassen und der war eben sie.

Sie hatte die Kinder noch nie zurück gelassen. Würde sie es diesmal müssen? Mit Schrecken dachte sie daran oder daran, dass die Jungs sicherlich nicht erpicht darauf wären, wenn sie zurück blieben mit den Kindern und einer Furie in Form von Johanna, die man festhalten müsste, damit sie sich nicht ins Hafenbecken stürzte um aufs Schiff zu gelangen oder aber deren Geschrei man bis weit, weit aufs Meer hinaus mit dem Klang der Möwen vermischt hören würde. Die Möwen würden sie auslachen, während sie ihre Verzweiflung herausschrie. Der Gedanke war beängstigend.

Doch genauso beängstigend war es von den Kindern getrennt zu sein. Ihre Jüngste war zwei, der älteste war acht. Noch lange war keiner bereit als Mann mit in die Schlacht zu ziehen und sich seinen Armreif zu verdienen. Nein und sie waren zu klein für rumhurende Männer und den Schrecken des Krieges. Andererseits... sie hatten Beschützer. Sie sah Liam unverwandt an, wollte wissen welche Nachrichten er brachte und merkte gar nicht, dass sie die Nadel nicht mehr bewegte.
 
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