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THEMA: Mittendrin statt nur dabei
 
Leandra Lilith von Tronje

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Re:Löwen unter Löwen      10.02.2019 11:52:53 --- 6 Monate, 2 Wochen her  
Drei rothaarige Tronje-Mädchen lehnten gespannt auf der Brüstung der Ehrentribüne und beobachteten das Duell zwischen ihrer Tante Josefin und der irischen Monarchin.

"Wusstet ihr, dass wir irische Vorfahren haben?" begann Liasanya, die zweitjüngste.
"Jaaaa, und schottische!" bestätigte Lene, die jüngste. "Mama erzählt dauernd davon."
"Und wie gütig unser irischer Vorfahr war." ergänzte Liadan, die älteste der Runde.

"ohhh schaut, Tante Josy hat verloren!" Lene gestikulierte wild hin zum Schlachtfeld, wo Josefin tatsächlich im Sand lag und sich nicht rührte. "Tante Josy ist tot, wir müssen ihr helfen!" panisch wollte Lene über die Brüstung zu klettern, doch Liasanja hielt sie fest.

"Sie ist nicht tot" erklärte sie ihrer jüngeren Schwester, "warte, sie steht gleich wieder auf."
"Und die Irin hat gewonnen, oder?"
"Ja, genau."
"Warum schaut die dann so biestig?"
"Vielleicht kann sie nicht anders?"
"Oder sie hat Bauchweh?"
"Vielleicht hat sie einen Bart?"
"Wie kommst Du darauf?"
"Magdalena schaut auch immer so und die hat einen Bart."
"Quatsch. Liadan? Was meinst du?"

Liadans Blick war in einer anderen Richtung festgefroren und ihr Gesicht hatte einen seligen Ausdruck.
"Liadan?" fragte Liasanya und beide Schwestern folgten ihrem Blick.
"Ist er nicht sooooooooooooooo süß?" schmachtete Liadan.
"Wer? Liam? Oder wie er heißt?"
"Jaaaaa, genau der...."

Die Schwestern betrachteten nun den Sohn Bragas und seufzten gemeinschaftlich.
Liasanya war die erste, die wieder zu den beiden Duellantinnen blickte.
"Die Irin ist eine schlechte Gewinnerin." stellte sie fest, "sie reicht Josy nicht mal die Hand."
"Vielleicht hat sie ganz viele Haare an den Händen und es ist ihr peinlich?" mutmaßte Lene.
"Möglich" nickte Liasanya wieder und zog ihre Schwestern von der Brüstung. "Kommt, wir gehen zu Josy. Bevor die Irin sie tatsächlich umbringt. Mit ihren Blicken."

Die Schwestern begannen zu rennen und stolperten beinahe über sich selbst auf ihrem Weg zum Duellplatz, der sich bereits mit Gratulanten für die Siegerin zu füllen begann.
 
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Josefin Fletcher

England
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Re:Löwen unter Löwen      10.02.2019 12:32:11 --- 6 Monate, 2 Wochen her  
Auch Rose, Will und Yew liefen zu Josefin hinüber und trafen sich mit den Tronjemädchen, als die blonde Russin sich gerade aus dem Sand erhob.
Autsch.
Kommentierte diese ihre Niederlage und schwankte kurz, bevor sie an der Schulter ihres Mannes Halt fand. Anschließend wand sie sich um, um Diara zu gratulieren, doch war diese zwischen all den Menschen nirgends mehr zu sehen.
Es ist schade, dass du nicht gewonnen hast, Mama.
Rose schien den Tränen nah und Josefin strich ihrer Tochter liebevoll über das feingeschnittene Gesicht.
Das ist doch nicht schlimm, mein Schatz. Es gibt wichtigeres im Leben.
Sie blickte in die Runde ihrer Lieben und schenkte allen ein etwas schiefes Lächeln.
Ich habe ja euch Alle. Da ist doch so ein blöder Turniersieg egal.
Will schien wütend und schnaufte,
Der Krieger war gemein zu dir. Wenn ich groß bin, dann haue ich ihn für dich Mama!
Josefin lächelte gerührt und knuddelte ihren Sohn, bevor sie richtigstellte,
Es ist eine SIE.
Rose verzog nun ebenfalls skeptisch das Gesicht und blickte zu Yew empor, bevor sie wieder zu ihrer Mutter sah.
Und warum hat die irische Kämpferin genauso viele Haare an den Armen und Beinen wie Papa?
Ich dachte Mädchen haben so was nicht.

Die Kleine schaute daraufhin in die Runde, bis ihr Blick an Lene hängen blieb, deren Stirn ebenso gefurcht war, wie ihre eigene. Anscheinend fragten sich die Beiden das gleiche.
Es sind eben nicht alle Menschen gleich, meine Süßen.
Erklärte Josefin und wischte sich mit einem Stück Stoff das Blut von der Stirn.
Manche sind schlauer als andere. Andere dümmer. Manche selbstbewusst. Andere müssen sich profilieren um das Gefühl zu haben, etwas wert zu sein. Manche sind dicker. Andere dünner. Manche haben zu viele Haare, andere hätten gerne mehr. Manche sind schön von außen aber hässlich von innen. Bei anderen ist es umgekehrt.
Die Erklärung schien Rose nicht wirklich zufrieden zu stellen.
Ich glaube, die Frau ist von außen hässlich und von innen auch.
Stellte sie fest und Will nickte bestätigend.
Josefin war gerührt über die Anteilnahme ihrer Lieben.
Vielleicht hast du Recht, mein Schatz. Und nun kommt ihr Süßen. Lasst uns etwas trinken und essen gehen. Ich habe Lust auf ein starkes Ale. Ich lade euch ein.
Während Rose sich gleich an ihren Vater heftete, ergriff Will die Hand seiner Mutter. Die zweite Hand streckte Josefin der kleinen Lene hin, bevor sie allesamt vom Platz schritten.


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Everleigh White

England
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Mittendrin statt nur dabei      10.02.2019 14:04:16 --- 6 Monate, 2 Wochen her  
Es war soweit. Das letzte Turnier der Vorrunde war absolviert.
Ganz hippelig war ich vor Aufregung.
Warum?

Weil mein großer Tag gekommen war. Also fast zumindest. Seitdem ich das Volontariat im Resort der inneren Berichterstattung im Ministry of the Interior... puhhh, mir das einzutrichtern hatte mich Tage gekostet... angetreten hatte, fieberte ich diesem besonderen Tag entgegen. Dem Turnier der Champions in London.

Ich war jung und gutaussehend. Und nicht selten hatte mich das bereits einen Schritt weiter gebracht, als meine "Kollegen". Vor allem aber war ich eines: Ambitioniert. Im gesamten Königreich und vielleicht auch darüber hinaus würde ich mir einen Namen als Reporterin machen. Journalismus lag mir im Blut. Ich musste immer dabei sein. Mittendrin. Und so würde ich das auch beim Turnier halten.

Absperrungen des Kampfringes?
Pffff!
Ich war viel aber ganz sicher nicht eines dieser braven Schäfchen, die sich von solchen "Hürden" würden in Zaum halten lassen. Ich war ein Wildfang. Ich würde ganz nah dran sein. Denn nur wer einen Einsatz in den Ring wirft, kann auch auf einen Gewinn hoffen.
Logisch, oder?
Für mich war es das jedenfalls - das stand außer Frage.

Dieser Fletcher würde sich jedenfalls noch wundern wie viel Feuer in mir steckt.
...Also für den Journalismus natürlich...
...Wobei?...
Ich überlegte kurz...
Ach, wer weiß schon was morgen ist?
Man musste sich alle Optionen offen halten...

Was JETZT war wusste ich dagegen genau. Es gab die Aushänge der Turniersieger zu an den Anschlagtafeln zu befestigen... welch... herausfordernde Aufgabe... Aber welche Opfer brachte man nicht, um seinem Ziel, seiner Berufung, einen Schritt näher zu kommen? Und so zog ich meine Runde und platzierte die Aushänge zur Information des Volkes.

 
Letzte Änderung: 2019/02/10 14:06 von Everleigh White.
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Diara Ilva MacKarma

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Re:Löwen unter Löwen      12.02.2019 21:16:29 --- 6 Monate, 1 Woche her  
Diara hatte einige wohlwollende Hände geschüttelt und war einigen grimmig dreinblickenden Engländern ausgewichen, als sie das Schiff aufsuchte, dass sie auf See bringen sollte. Jedermann machte sich für das Turnier bereit - die Händler, Zuschauer, Künstler und auch die Kämpfer, zu denen auch sie gehörte.

Das Turnier schien ziemlich final, aber es blieb nur ein Turnier. Diara zuckte leicht mit den Schultern. Es bedeutete ihr nichts. Jeder, der ihr wirklich etwas bedeutete, war schon auf dem Festland. Ein ziemlich guter Grund, das Weite zu suchen, fand sie. Fáilte, London!
 
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Leland of Gaunt

England
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Re:Löwen unter Löwen      16.02.2019 16:17:53 --- 6 Monate, 1 Woche her  
Lord Gaunt klopfte sich den Staub vom Waffenrock und blickte sich skeptisch um. Er hatte tatsächlich verloren!

"Siehst du, alter Knabe?", sein Kopf war nun gen Himmel gewandt, "Welch feines Volk Schottland, Norwegen und England aufgeboten haben? Es ist wahrlich keine Schande, am heutigen Tage unterlegen zu sein." Dabei rieb sich Leland die immer noch leicht schmerzende Schulter.

Er ging zu einem jeden Turnierteilnehmer, denn Sieger waren sie doch alle, egal aus welchem Volk sie stammten - und reichte ihnen die Hand, verbunden mit einer leichten Verbeugung.

Schon lang hatte sich der Lord nicht mehr so amüsiert gehabt. Vielleicht damals, als er sich mit diesem drolligen Reiterführer aus dem Osten hemmungslos betrunken hatte und am nächsten Morgen das Oströmische Reich in heller Aufregung war. Also Hell im wahrsten Sinne des Wortes, denn es brannte. Wie hatte sein alter Saufkumpan noch gleich geheißen? Aladin? Ariman? Irgendetwas mit A war es auf jeden Fall gewesen. Egal.

Langsam schritt Leland weiter und reichte als Letztes Yew die Hand. "Lord Fletcher, ich gratuliere euch zum verdienten und ehrenvollen Sieg.", mit einem Augenzwinkern fügte er noch hinzu: "Und scheinbar brauchtet ihr dafür nicht einmal unschuldige Tiere vom Viehmarkt zu misshandeln." Leland blickte sich verwundert um. "Wo wir beim Thema sind. Hatten sich nicht eigentlich auch Iren für das Abschlussturnier qualifiziert gehabt?"


Sein Antlitz ist schön, seine Worte fantastisch.
Doch dieser Teufel ist verdorben und garstig,
Die Wünsche wird er dir gerne erfüllen.
Gold und Silber ist dir ganz zu Willen.

Doch wenn er kommt, dann musst du die Schuld zahlen,
dann ist es Schluss mit Lächeln und Prahlen.
Liegst jetzt in Ketten, dein Reichtum in Scherben,
in Ewigkeit leiden bist die Sterne sterben.?
 
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Josefin Fletcher

England
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Re:Löwen unter Löwen      17.02.2019 15:13:40 --- 6 Monate, 1 Woche her  
Josefin lief mit den Kindern zusammen auf den Turnierplatz und fiel Yew voller Freude in die Arme.
Der beste Kämpfer Englands und dann ist er auch noch mein Mann!
Lachte sie und küsste ihren Gatten überschwänglich. Die Kinder klebten bereits jeweils an Yews Beinen und sahen zu ihrem Vater empor.
Papa ist der Beste!
Rief Rose entzückt und Will ergänzte nicht minder stolz,
Er macht sie alle tot!
Josefin senkte derweil die Stimme,
Aber wo ist Irlands Banrion?
Die war bestimmt zu feige.
Strahlte Will und wurde von Rose unterbrochen.
Genau. Die wusste bestimmt, dass sie keine Chance hat und hat das Turnier geschwänzt.
Was heißt geschwänzt?
Fragte Will mit gerunzelter Stirn,
Hat sie etwa einen Schwanz? So wie eine Kuh oder ein Hund?
Rose kicherte,
Vielleicht. Ich habe von ein paar Männern gehört, dass sie Eier unter ihrem Rock verstecken soll. Wie ein Huhn.
Eier?
Fragte Will und zog ein angewidertes Gesicht.
Aber die gehen doch kaputt.
Ja. Vielleicht guckt sie deswegen immer so grantig.
Josefin warf derweil ihrem Mann einen amüsierten Blick zu, bevor sie sich erneut an ihn schmiegte. Manches was die Kinder so besprachen sollte lieber unkommentiert bleiben. Die kindliche Unbeschwertheit sollte ruhig noch ein paar Jahre erhalten bleiben, bis man sie über das ein oder andere aufklären würde. Wo Rose jedoch solche Gerüchte über das unfreundliche irische Weib aufgeschnappt hatte, würde Josefin noch rausfinden müssen. Nichtsdestotrotz musste die Countess darüber herzlich schmunzeln.
Anschließend wand sie sich an Leland und gratulierte auch diesem. Schließlich hatte der hochgewachsene Lord in dieser Turnierserie die meisten Siege zu verzeichnen. Und nun wo sie vor ihm stand und zu ihm hinaufblickte, wurde Josefin erst bewusst, welch Koloss von einem Mann er eigentlich war.
Auch euch gratuliere ich, Lord Gaunt. Ihr habt euch unglaublich gut geschlagen und England große Ehre bereitet.
Sie lächelte verschämt und wand den Blick schnell wieder ab. Der Riese war ihr nach wie vor unheimlich und aus irgendeinem Grund wagte sie nicht, nach ihrer Cousine Alba zu fragen.
Plötzlich hörte die Countess die Stimme ihres Sohnes und wie dieser ungeniert fragte,
Könnt ihr eigentlich zaubern, Lord Gaunt?
Mit großen faszinierten Augen blickte er zu dem riesigen Mann empor, bevor Josefin den Kleinen zu sich heranzog, als müsse sie ihn schützen.
Will, der Lord ist ein großer Kämpfer.
Ja aber vielleicht kann er der irischen Frau, die dich geschlagen hat Mama, ein paar Popel auf die Stirn zaubern.
Nun musste Josefin lachen, wuschelte dem Kleinen durch das hellbraune Haar und sah dann amüsiert zu Lord Gaunt hinauf
Tja. Vielleicht kann er das.


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Letzte Änderung: 2019/02/17 15:15 von Josefin Fletcher.
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Yew Fletcher

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Den Champions zu Ehren      23.02.2019 21:55:03 --- 6 Monate her  
Schlag folgte auf Schlag und wie es der naturgegebene Lauf eines Melees war, lichtete sich das Feld der Teilnehmer rasch - was allerdings viel mehr für das Können der hier versammelten Kämpfer sprach als dass es das dagegen tun würde. Die direkten Konfrontationen dauerten meist nur wenige Augenblicke, da lag schon einer der Duellanten schwer lädiert am Boden. Aus jedem der zu den Turnieren angetretenen Völker hatten sich Streiter für den finalen Massenkampf qualifiziert. Allesamt hatten sie hervorragend gekämpft in den Vorrunden. Und so gelang es Lord Gaunt mit seinen drei Siegen in den Qualifikationsrunden als haushoher Favorit im Endausscheid anzutreten. Dicht gefolgt von der irischen Banrion und dem Prinzen von Poel, welcher den schottischen Gästen zugehörig war. Beide mit ebenfalls ausgezeichneten zwei Siegen in den Vorrunden.

Doch wie so oft sollten es die Außenseiter sein, die denen den Rang streitig machten, denen die größten Chancen zugerechnet wurden. Und so waren die letzten auf dem Platz stehenden Streiter, Cirilla of Rianno und Yew Fletcher, die vielleicht unterbewerteten „no-names“ dieses Finales. Sie traten gegeneinander an. Ein kurzes Abtasten fand statt. Taktieren. Eine kleine Lücke in der Deckung des Fletchers nutzend, preschte die Countess voran, fügte ihm einen gleißenden Schmerz am Schildarm zu, doch offenbarte sie dabei ebenfalls eine Schwachstelle, welche ihr schließlich zum Verhängnis werden sollte. Blitzschnell rauschte die Axt herab und versetzte der bereits angeschlagenen Kämpferin den entscheidenden Hieb.

Sie ging zu Boden.
Ruhe.

Keuchend verharrte der Fletcher für einen Moment in der Pose, welche der kräftig ausgeschwungene Hieb mit sich brachte, gebeugt, den Schild offen an der halb ausgestreckten Linken haltend, die Axt noch am langen Arm über seiner Kontrahentin schwebend. Er verharrte. Einzig der schnelle und tiefe Atem schien seinem Körper in diesem Augenblick eine gewisse Unruhe abzunötigen.

Noch immer in Kampfeswut gefangen suchten seine Augen den Austragungsort ab… und ungläubig stellte er schließlich fest, dass er den Waffengang gewonnen hatte. Gewonnen? Er? Er taumelte. Die Spiele waren entschieden, es gab einen Sieger und der Titel würde nach England gehen. Das versammelte Volk brach die stille mit tobendem Jubel und Applaus, der lange nicht nur Yew gewidmet war. Mit schmerzverzerrter Miene richtete dieser sich schließlich auf und streckte seine Axt gen Himmel. Erneut brandete eine lautstarke Euphorie auf.

Mit aller Klarheit, mit der ihm seine Sinne in diesem Augenblick beistehen konnten, sog er diesen Moment in sich auf. Doch lange konnte er den Triumpf hier nicht genießen - es galt auch die anderen Finalteilnehmer zu ehren, welche allesamt große Kämpfer waren. Die Streiter suchten sich untereinander und so schritt ein jeder den Platz ab um seinen Widersachern von eben die gebotene Anerkennung zukommen zu lassen.

Der letzte, den Yew dabei antraf war sein wohl größter Kontrahent in diesem Kampf gewesen, Lord Gaunt. Man reichte sich die Hand.
"Lord Fletcher, ich gratuliere euch zum verdienten und ehrenvollen Sieg."
„Ich danke Euch, Lord Gaunt. Es ist mir eine außerordentliche Ehre gewesen hier und heute gegen einen so großen…“
...ja, einen tatsächlich in vielerlei Hinsicht GROßEN…
„Mann wie Euch angetreten zu sein. Niemand vermochte die Vorrunde derart zu dominieren wie Ihr es tatet, weshalb Ihr auch mit Fug und Recht als haushoher Favorit des Finales galtet. Euer Name ist in aller Munde. Und unter uns…“
Er beugte sich seinem Gegenüber gespielt entgegen, so als würde er verhindern wollen, dass die umstehenden Personen zu hören bekamen, was nun folgte.
„Meine größte Befürchtung war es in diesem Melee auf Euch zu treffen - ich dachte bis zuletzt, dass Ihr mein Untergang werdet. Heute.“
Worte der ehrlichen Respektsbekundung.

Die Männer unterhielten sich weiter und unweigerlich musste Yew lachen, als Lord Gaunt die Anspielung auf die Iren hervorbrachte. Amüsiert winkte er ab. „Ja… die Iren… Nicht, dass sie schlecht gekämpft hätten. Doch zuerst zelebrieren sie ihre Blutspiele und dann bleiben sie dem Finale fern. Kundschafter berichteten mir, unsere irischen Gäste seien mit Kurs gen Süden in See gestochen. Wer weiß was sie vorhaben. Vielleicht wollen sie einen Profit aus den Unruhen auf dem Kontinent schlagen? Aber das ist bestenfalls eine Vermutung. Und es soll uns nicht weiter kümmern. Kommt! Die Wagen für die Parade stehen scho…“
„Der beste Kämpfer Englands und dann ist er auch noch mein Mann!“
Er konnte den Satz nicht zu Ende sprechen, da wurde er bereits von Josefin und den Kindern überfallen. Seine Gemahlin umarmte ihn überschwänglich, nahm ihm vor Überraschung regelrecht die Luft. Die Kinder taten es ihrer Mutter gleich und umklammerten seine Beine. Es bleib ihm nichts weiter übrig, als sich den Zuwendungen seiner Lieben zu ergeben und die Waffen fallen zu lassen.

Josefins Küsse indes sorgten für gespaltene Reaktionen unter den Anwesenden. Während die erwachsenen Zuschauer dies mit einem lauten „OOOOOOOrrrrrrrrrr!“ und anschließendem Jubel zur Kenntnis nahmen, verständigten sich Rose und Will wie viele ihrer sich im Publikum befindlichen Altersgenossen dagegen auf ein angewidertes „Igiiiittth!“ oder „Pfuiiiii!“. Das alles mit den typisch kraus gezogenen Gesichtern - ein kleines Meer angewiderter Skepsis. Was für ein Bild musste das für Lord Gaunt gegeben haben?

Belustigt aber mit unbeschreiblichem Stolz lauschte Yew den nun folgenden Gesprächen seiner Kinder.
„Papa ist der Beste!"
“Er macht sie alle tot!“
„Aber wo ist Irlands Banrion?“ Intervenierte Josefin.

Doch bevor er sich einschalten konnte, hatten seine Kinder schon wieder die Redehoheit an sich gerissen und brachten ihre eigenen Ideen vor, welche als Antwort auf die Frage der Russin hatten dienen sollen.
„Die war bestimmt zu feige.“
„Genau. Die wusste bestimmt, dass sie keine Chance hat und hat das Turnier geschwänzt.“
„Was heißt geschwänzt? Hat sie etwa einen Schwanz? So wie eine Kuh oder ein Hund?“
„Vielleicht. Ich habe von ein paar Männern gehört, dass sie Eier unter ihrem Rock verstecken soll. Wie ein Huhn.“
„Eier? Aber die gehen doch kaputt.“
„Ja. Vielleicht guckt sie deswegen immer so grantig.“
Erneut schmiegte sich Josefin an Yews Brust. Er spürte die wohlige Wärme, welche von seiner Geliebten ausging und genoss stumm ihre Nähe. Die Gespräche der Kinder zusammenfassend bedachte sie ihn mit einem belustigten und zugleich liebevoll verträumten Blick.

Wie unheimlich stolz er auf sie und die Kinder war.

Langsam war es allerdings an der Zeit die Aufmerksamkeit wieder mehr auf Lord Gaunt zu lenken, welcher dem ganzen Theater hatte zusehen müssen. „Auch euch gratuliere ich, Lord Gaunt. Ihr habt euch unglaublich gut geschlagen und England große Ehre bereitet.“ Richtete Josefin nun das Wort gewohnt förmlich an den Kämpfer, wohl nicht ahnend, dass Will unterdessen schon kräftig mit dem nächsten Fettnäpfchen zu spielen begann.
„Könnt ihr eigentlich zaubern, Lord Gaunt?“
„Will, der Lord ist ein großer Kämpfer.“
„Ja aber vielleicht kann er der irischen Frau, die dich geschlagen hat Mama, ein paar Popel auf die Stirn zaubern.“
Auch Yew musste nun lachen und sah zu wie Josefin dem Kleinen Mann durch das Haar wuschelte und amüsiert zum Lord blickte
„Tja. Vielleicht kann er das.“
„Vielleicht kann er das…“ hallte es dem Fletcher noch nach.
Wer konnte schon genau sagen über welche Kräfte Leland tatsächlich verfügte? Viel wurde gemunkelt, wenig war gewiss.

An seinen Sohn gewandt versuchte er schließlich die Situation auf ein anderes Thema zu lenken.
„Will, bist du eigentlich schon mal auf einem Streitwagen mitgefahren?“
Eine rhetorische Frage - natürlich war er das nicht. Doch das unbeschreibliche Funkeln in seinen Augen zeugte nur zu deutlich davon, wie er dazu stand.
„Möchtest du denn?“
Setzte Yew nach.
„Jaaaaaaa! Papa!!! Jaaaa!!!!“
brach es aus ihm heraus während er sich wieder um das Bein klammerte.
Nun blickte Yew zu seiner Tochter, welche vor lauter Aufregung schon die Hände der angewinkelten Arme zu Fäusten geballt hatte und hippelig von einem Bein auf das Andere tippelte.
„Rose?“
Sprach er sie an ohne die Frage zu wiederholen.
„Ein Wagen so richtig mit echten Pferden?!?“
Mit breitem Grinsen nickte er seiner Tochter zu
„hmmm-HMMM! Ein echter Wagen mit echten Pferden!“
„ja! jA! JA!“
rief auch Sie und drückte ihren Vater so fest sie nur konnte.

Nun waren sie beinahe vollständig. Es fehlt nur noch seine
„Liebste?“.
Warf er Josefin einen charmanten Blick zu und reichte ihr einladend die Hand. Verzückt nahm sie diese an und die Teilnehmer des Finales begaben sich zu der Kolonne prunkvoll gestalteter Wagen, welche in der Nähe des Turnierplatzes bereitstanden. Es waren Anfertigungen in Anlehnung an teils antike Bilddarstellungen und gefertigt einzig für die große Parade zum Abschluss der Turnier-Reihe in England. Yew selbst hatte sie in Auftrag gegeben und die Ehrung der Finalisten federführend organisiert. Nur hatte er zum damaligen Zeitpunkt nicht einen Moment daran gedacht selbst teil dieses Ehrenzuges zu werden und erst Recht nicht diesen anzuführen.

Die Kämpfer positionierten sich auf den Wagen. Einem jeden war ein eigenes Gefährt zugedacht. Familie Fletcher bezog das erste Gespann gemeinsam, welches von drei weißen, prächtig geschmückten Schimmel gezogen wurde. Der Weg der Kolonne führte durch die von Schaulustigen gefluteten Gassen Londons. Überall wurde gejubelt und gefeiert, wurden die Kämpfer geehrt, wurden Glückwünsche ausgerufen, fielen Blütenblätter wie stöbernde Flocken vom Himmel.
„Das ist der schönste Tag meines Lebens!“
merkte Rose überwältigt der Eindrücke, die sich ihr boten an.
„Nein! Das ist der schönste Tag meines Lebens!“
machte Will ihr Konkurrenz.
Yew musste Lachen, ließ dies allerdings unkommentiert und drückte stattdessen seine Kinder fest an sich bevor er sich Josefin zuwandte:
„Bei all der Ehre, die dieser Tag mit sich bringt, ehrt es mich am allermeisten, dass ich dich habe. Dich und unsere wundervollen Kinder!“
So zärtlich es angesichts der holprigen Fahrt über den Londoner Pflaster möglich war, fuhr er mit der Hand unter ihr Kinn und schaute mit eindringlichem Blick in ihre tiefblauen Augen:
„Diesen Sieg widme ich dir… Dir, der großartigsten Frau auf Erden! Ich liebe dich - bis in alle Ewigkeit!“
Ihre Lippen berührten sich.
Die Parade nahm schließlich die nächste Biegung der Gassen Londons und geriet so unter dem Jubel der Schaulustigen Wagen für Wagen außer Sicht.

Die Turniere waren zu Ende gegangen, nicht jedoch die Feierlichkeiten zu deren Anlass. Eine weitere Woche sollten die Festivitäten andauern. Überall in der englischen Hauptstatt fand das Volk Kurzweil und Zerstreuung. Gaukler, Akrobaten, Theaterstücke, Spielmannszüge, Feuer-Artisten… Das Angebot an Unterhaltung war gewaltig. Ebenso wie die Düfte der Waren weitgereister Händler, welche dieser Tage die Gassen gleich den Scharen an Menschen durchströmten und der englischen Hauptstadt mit exotischen Noten den Hauch eines orientalischen Flairs verliehen.

Ein großes Ereignis, welches den Einheimischen und zahlreichen ehrenhaften Gästen zweifelsohne noch lange würde im Gedächtnis bleiben und darüber hinaus vielleicht sogar durch der Chronisten Hand als nennenswerte Episode der englischen und nicht zuletzt auch britischen Geschichte Eingang in deren Annalen finden würde.


 
Letzte Änderung: 2019/02/23 22:04 von Yew Fletcher.
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