gegen rechts
Ritterheere-Forum
Willkommen, Gast
Bitte anmelden oder registrieren.    Passwort vergessen?
Flinke Sohlen Im Rauchenden Stiefel (1 Leser) (1) Gast
Zum Ende gehen Neues Thema Beliebt: 13
THEMA: Flinke Sohlen Im Rauchenden Stiefel
 
Josefin Aleksandrowna

England
Beiträge: 1138
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Der Irische Widerstand an England      07.01.2018 21:58:18 --- 6 Monate, 2 Wochen her  
"Habt vielen Dank.
Mit diesen Worten nickte Josefin Kaku freundlich zu und folgte diesem anschließend erhobenen Hauptes durch die Pforte, wobei sie geübt ihr Kleid ein wenig anhob um nicht über den Saum zu stolpern. Im Inneren angekommen blieb sie schließlich stehen, faltete die Hände vor ihrem Schoss und blickte sich in der hohen Halle um. Besonders die feinen Schnitzereien fielen ihr ins Auge. Die Iren schienen über einige äußerst fähige und kunstfertige Handwerker zu verfügen.
Als schließlich die englische Delegation gänzlich im Inneren angekommen war, schlossen sich die Tore wieder. Josefin atmete tief durch. Dabei achtete sie darauf, dass dieses Zeichen ihrer Erleichterung nicht allzu offensichtlich wurde. Sie wollte nicht dass ihr Gegenüber ihre Furcht wahrnahm. Inzwischen hatten sich ihre Nerven zwar ein wenig beruhigt, doch ein mulmiges Gefühl hielt immer noch ihr Herz gefangen und als die unberechenbaren Menschen schließlich hinter den großen Flügeln der Tore verschwanden und ihnen nicht mehr plötzlich gefährlich werden konnten, fühlte sich die junge Countess das erste Mal seit sie den Hafen Dublins erreicht hatten so etwas ähnliches wie sicher.
Als Kaku schließlich vorschlug wie mit der Kiste Silber verfahren werden sollte, blickte Josefin zu Yew empor und nickte diesem zu, um ihm ihre Zustimmung zu signalisieren, während sie zeitgleich seine Miene musterte um ablesen zu können ob auch er mit diesem Vorschlag einverstanden war. Während der junge Lord sich nun seinen Männern zu wand und die entsprechenden Befehle erteilte, richtete Josefin das Wort an Kaku,

Habt Dank für eure Gastfreundschaft. Wir wissen diese sehr zu schätzen.

Josefin wartete kurz bis Yew wieder seinen Platz an ihrer Seite eingenommen hatte und folgte dann mit ihm dem jungen Iren in den nächsten Saal.
Die Tafel war schon reich gedeckt und es duftete nach allerlei Köstlichkeiten. Die junge Diplomatin war beeindruckt wie viel Mühe man sich gegeben hatte sie zu bewirten und deutete dies als gutes Zeichen. Lächelnd nahm sie am Tisch Platz und ließ sich von den Dienern einen Becher mit Wein füllen, während sie sich im Raum umsah und den Prunk bewunderte der die Wände und Säulen zierte, sowie die vielfältigen Speisen, die jeden Zentimeter der runden Tafel füllten.
Anschließend aß man schweigend zusammen und die Stille wurde nur vom leisen Geklirre der Löffel und Messer und von einem gelegentlichen Lob an die Köche unterbrochen. Als das Mahl beendet war, nahm die junge Russin ihren Becher Wein in beide Hände und lehnte sich zurück. Nun musterte sie in aller Ruhe ihr Gegenüber sowie die Diener und Leibwächter. Dabei blieb ihr Blick kurz an einem Mann hängen, der auffällig weißes Haar hatte, obwohl sein Gesicht nur wenige Falten zeigte. Irritiert musterte sie diesen kurz, doch bevor sie Gefahr lief ihn anzustarren, tauchte ein weiterer Diener auf der nun ihre Aufmerksamkeit abzog. Dieser flüsterte seinem Herrn leise etwas zu und verschwand wieder. Anschließend lauschte die blonde Russin den Worten ihres Gastgebers und nickte dann zufrieden, als dieser berichtete, dass das Silber vollständig sei.

Ich freue mich, dass die erste Bedingung für einen Frieden nun erfüllt wurde.
Sie lächelte und blickte ihr Gegenüber mit wohlwollender Miene an,
Macht Euch keine Sorgen über eure diplomatischen Kompetenzen, bisher seid Ihr ein sehr guter Gastgeber und auch eure Worte sind treffend.
Ja ihr habt Recht England ist inzwischen sehr mächtig geworden, was hauptsächlich an dem Bündnis des Hauses Tronje und Dolgoruki liegt.


Der jungen Susdalerin war bewusst, dass die großen Häuser welche nun England beherrschten für die Iren Fremde waren und so beschloss sie dieses Thema kurz aufzugreifen,

Sicher denkt Ihr, dass eine Frau wie ich wenig über die englischen Sitten sagen kann, doch lasst euch von meinem Akzent nicht verleiten. Meine Mutter lebte vor vielen Jahren in London, bevor sie meinem Vater versprochen worden ist. Auch wenn ich in Susdal aufgewachsen bin, so begleiteten mich die englische Sprache und Kultur seit ich denken kann. Nichtsdestotrotz bin ich wohl in Euren Augen eine Fremde in diesem Teil der Welt. Lord Fletcher dagegen ist in England geboren. Er ist der wahre Repräsentant des englischen Volkes.

Josefin schenkte Yew ein hingebungsvolles Lächeln, bevor sie sich wieder an Kaku wand.
Während sie weiter sprach, suchte sie unter dem Tisch die Hand ihres Geliebten und umschloss diese mit der ihren.

Mir ist bewusst, dass ihr viele Verluste zu verzeichnet hattet, während sich jene auf unserer Seite in Grenzen hielten.
Josefin spürte die Anspannung die nun in der Luft lag und überlegte einen Moment, bevor sie fort fuhr,
Es tut mir ehrlich leid für Euch und die Euren, dass es so gekommen ist. Sicherlich hätten entsprechende Verhandlungen frühzeitig ein derartiges Blutvergießen verhindern können. Nun jedoch freue ich mich, dass wir es gemeinsam geschafft haben dem ein Ende zu setzen und dass nun eine Einigung in Sicht ist, die unseren Völkern zu Gute kommen wird.

Absichtlich unterließ es die junge Prinzessin auf der Verweigerung des irischen Königshauses angemessene Verhandlungen zu führen rumzureiten. Es war weder zielführend, noch sollte es nötig sein, die Iren erneut daran zu erinnern. Es war besser in die Zukunft zu blicken.

Ich habe mich nicht darum gerissen die Verhandlungen zu führen, ebenso wenig bin ich eine ausgebildete Diplomatin. Es hat sich gänzlich spontan ergeben. Doch bin ich nun froh hier mit Euch zu sitzen und ich hoffe von ganzem Herzen, dass wir uns einig werden. England hat kein Interesse Irland zu gängeln und wir werden unser Wort halten und auch das restliche Silber das Ihr fordert durch die englische Ritterschaft eintreiben.

Josefin nickte als Kaku davon sprach, dass es noch lange brauchen würde, bis das Vertrauen wieder hergestellt war, das so schmerzlich durch den Krieg gelitten hatte.

Ich weiß, dass es Zeit brauchen wird und natürlich erwarten wir nun nicht, dass Irland uns uneingeschränkt sein Vertrauen schenkt als sei nie etwas geschehen.
Ich weiß nicht mit welch inneren Konflikten ihr zu kämpfen habt, doch bin ich überzeugt, ihr werdet euren Weg finden. Ihr seid ein willensstarkes und stolzes Volk.
Selbst wenn ihr unterlegen seid, haltet ihr den Kopf tapfer erhoben. Das hat euch unseren Respekt eingebracht. Besonders das Volk Susdals schätzt wahre Krieger, die auch vor einer Herausforderung nicht zurückschrecken. Und England ist inzwischen militärisch gesehen ein Goliath für das irische Volk.


Josefin blickte Kaku direkt in die Augen und fügte nun mit ernster Miene hinzu,

Es zeichnet euch aus England, obwohl es militärisch überlegen ist, zu einem Zugeständnis bewegt zu haben. Seid euch gewiss, nicht jedes Volk hätte das vollbracht. Ihr könnt stolz auf die Euren sein und besonders auf Black Barrel.
Der Schriftwechsel mit ihm völlig frei von Beleidigungen, doch mit klaren Forderungen, hat überhaupt erst zu einer Annäherung unserer Völker geführt und machte es möglich, dass wir nun an einem Tisch sitzen und das Band des Vertrauens neu knüpfen können, das im Zuge der Streitigkeiten und auf Kosten Vieler zerrissen wurde.
Sicher wird es lange dauern, bis es in neuem Licht erstrahlt, doch der Anfang ist meist das Schwerste und diesen haben wir nun vollbracht, Styrmir Sam, Iarla von Munster.


Nun lächelte die susdaler Prinzessin wieder und trank einen weiteren Schluck Wein, bevor sie den Becher sanft auf dem Tisch abstellte und ein Gähnen unterdrückte.
Verzeiht, ich bin ein wenig erschöpft durch die lange Reise und die Anspannung ließ mich die letzten Tage zusätzlich schlecht schlafen.
Gab sie ehrlich zu,
Wir würden gerne einige Tage Rast machen, bevor wir wieder gen England aufbrechen, die Vorräte auffüllen und unsere Mägen von der wogenden See ein wenig Erholung gönnen. Doch nun nachdem ich die Menschen Dublins und deren Zorn gespürt habe, bin ich mir nicht mehr sicher, ob dies wirklich eine gute Idee ist.
Zweifelnd blickte Josefin den jungen Iren an,
Habt Ihr eine Empfehlung für uns? Denkt Ihr es wäre besser, wenn wir doch zeitnah abreisten?


 
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Kaku Kreuzklinge

Freie
Beiträge: 0
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen
Geburtstag:

Den Moderatoren den

Re:Der Irische Widerstand an England      14.01.2018 14:27:50 --- 6 Monate, 1 Woche her  
Mit Geduld lauschte Kaku den Worten von Josefin Aleksandrowna und erwiderte dabei auch ihren Blick. Ihre Miene wirkte nun ernster, doch verlor sie dabei nicht ihr Fingerspitzengefühl – im Gegenteil, sie schaffte es komplizierte Themen richtig anzusprechen und so manchen Knackpunkt nur leicht anzukratzen. Man konnte halten was man wollte von dieser Frau, sie verstand sich auf diesem Gebiet und selbst Kaku musste neidlos anerkennen das ihm dieses Kunststück wahrscheinlich so nicht gelungen wäre. Dazu war bei einigen Themen doch zu schnell aufbrausend und konnte so nur schlecht seine Emotionen unterdrücken. Kaku lächelte nun wieder leicht und nickte zustimmend in Richtung der englischen Delegation.

„Ihr seit eine beeindruckende Frau Josefin Aleksandrowna und auch wenn ihr vielleicht keine ausgebildete Diplomatin seit wie ihr selbst behauptet … so scheint es mir das dieses Talent doch eindeutig in eurem Blut zu liegen scheint. Ich werde euer Lob an Black Barrel ausrichten und ihr habt recht aller Anfang ist schwer. Doch die ersten Schritte in die richtige Richtung haben wir gefunden, alleine die Zukunft wird zeigen ob es auch der richtige Weg war. Ich werde mich auf jeden Fall gerne an euren Besuch und eure vernünftigen Worte erinnern.“

Nachdenklich nahm er noch etwas Whiskey zu sich bevor er ihre letzte Frage beantwortete.

„Die irische Führung hat sicherlich nichts dagegen wenn ihr noch einige Tage bleibt und doch muss ich euch ja nicht erzählen wie die Bevölkerung auf englischen Besuch reagiert. Ich würde große Menschenmengen meiden oder öffentliche Straßen … an eurer Stelle würde ich mir einen kleinen Pub am Hafen aussuchen, dort bekommt man in der Regel alles was man braucht und kann sich frei bewegen. Die Palastwache wird euch zurück zum Hafen bringen.“

Kaku erhob sich nun von seinem Platz und führte seine Gäste zurück in die Empfangshalle. Dort stand noch immer in der Mitte die Truhe, deren wertvoller Inhalt inzwischen aber verschwunden war. Noch einmal blieb Kaku vor dem verschlossen Tor stehen bevor die Wachen dieses wieder öffneten und blicke Josefin Aleksandrowna und Yew Flechter an.

„Hier trennen sich unsere Wege und wer weiß, vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder – bis dahin soll euch weiterhin das Glück begleiten. Ach und bevor ich es vergesse...

Kaku verzog gespielt ärgerlich das Gesicht.

„Falls ihr einen waschechten Iren auf eurer Hochzeit braucht, müsst ihr es nur sagen.“

Lachend weil seine englischen Besucher nun doch zum ersten Mal etwas überrascht wirkten, gab Kaku das Zeichen für die Wachen um das Tor zu öffnen. Es brach nun ein deutliches Gedränge aus, die englische Delegation nahm ihre alte Form an und schirmten so ihre beiden wichtigsten Vertreter erneut von der Außenwelt ab. Leichte Dämmerung hatte bereits angesetzt und die Palastwache nahm die englische Delegation in Empfang, die Menschenmenge war kleiner geworden und doch waren einige geblieben und hatten ausgeharrt. Das Stimmengewirr wurde nun wieder lauter und nur langsam kam die irisch- englische Menschentraube voran. Kaku verfolgt das Geschehen aus der Ferne während der echte Styrmir nun neben ihn trat, sein Blick war wie üblich nachdenklich.

„Zufrieden ?“

„Ich habe meinen Teil erfüllt.“

Styrmir nickte während sein Blick in den irischen feuerroten Nachthimmel wanderte.
 
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Yew Fletcher

England
Beiträge: 204
graphgraph
Benutzer jetzt online Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Der Irische Widerstand an England      20.01.2018 00:39:33 --- 6 Monate her  
Still verfolgte Yew die längste Zeit über das Gespräch zwischen Josefin und dem Mann, den er noch immer für den Iarla von Munster hielt. Die junge Prinzessin fand die passenden Worte, was sich in einer spürbaren Entspannung der Situation niederschlug. Mit ihren wohlbedachten Wendungen nahm sie dem Fletcher jeglichen Anlass einzuschreiten. Gut, der Höflichkeit halber hätte er sich hier und da sicher zu dem Gesagten äußern können, doch aus Gründen, die er selbst nicht so recht greifen konnte, zog er es in diesem Moment vor die Szenerie lediglich auf sich wirken zu lassen.

Erschwerenderweise hatten sich die Gastgeber beim Auftafeln der Speisen alle Mühe gegeben. Vielleicht war es also auch der umherschweifende Duft der zahlreichen Köstlichkeiten, der ihm nach der wogenden Überfahrt nach Irland die Sinne etwas vernebelte und ihn trotz seiner passiven Rolle mit reichlich Wohlbehagen versorgte. Die zärtlichen Gesten seiner Geliebten unterdessen, mochten sie unter der schweren Tafel auch noch so gut vor den Blicken der Gastgeber verborgen gewesen sein, erwiderte er seinem gegenwärtigen Gemütszustand folgend wortlos, aber dennoch wenig unauffällig.

Bald schon hatte sich die Audienz ihrem Ende zugeneigt und es wurden letzte wertschätzende Worte ausgetauscht. Von gegenseitigem Vertrauen konnte noch keine Rede sein, doch schien die jüngste Unterredung tatsächlich ein dünnes Band der Hoffnung zwischen den Beteiligten und damit vielleicht sogar zwischen beiden Völkern zu knüpfen. Wie empfindlich dieses zerbrechliche Konstrukt allerdings noch war, spürte Yew bereits im nächsten Moment. Irritiert schaute er den Gastgeber an, als dieser die offensichtliche Verbindung der zwei jungen Engländer zum Abschluss des Treffens direkt ansprach.

Wie sollte er das bitte verstehen?
Lud er sich da gerade auf ihre Hochzeit ein?
Gehörte sich das etwa?
Und welche Hochzeit eigentlich?
Er hatte Josefin doch noch garni…
Was für unnütze Gedanken waren das eigentlich?

Schnell sammelte er sich. Er stellte fest unbewusst in das abschätzige Denkmuster derer zu verfallen, die sich in der Heimat an Ihrer Stellung innerhalb der Stände-Hierarchie labten. Noch dazu musste er sich eingestehen, dass sie beide schon seit geraumer Zeit kein großes Geheimnis mehr aus ihrer Liebe machten und so doch gewissermaßen derartige Reaktionen provozierten. Mit einem knappen
„Habt Dank für Eure Gastfreundschaft und Euer Angebot. Wir werden dies zu gegebener Zeit berücksichtigen.“
und einer angedeuteten Verneigung beendete er immer noch etwas konfus zumindest seinen Teil der Unterredung. Anschließend reihte er sich mit der jungen Russin in den Pulk von Gardisten ein.

Es war Abend geworden. Der Trupp setzte sich in Bewegung und die meisten der versammelten Schaulustigen folgten der Abordnung. Mit jedem Schritt, den der Trupp dabei zurücklegte, verlor sich die Masse an Dublinern mehr und mehr in den Straßen der Stadt. Die Menschen schienen sich auf den Heimweg zu begeben, die Delegation war zunehmend unbehelligt. Der junge Fletcher unterdessen warf Josefin freudige Blicke zu. „Die zarte Hoffnung auf Frieden die du einst sätest… diese leichte, die du mit weicher Feder, sanfter Hand formtest... die du noch vor Tagen, groß derer Zahl, pergamenten gen Irland sandtest… diese, der du eine Stimme gabst, ein Gesicht… ihr dein wundervolles Wesen verliehen hast… dieser zerbrechlichen Hoffnung hast du heute Leben eingehaucht... hast diese Ungewisse zum Wohle zweier Völker um einen Funken Zuversicht bereichert, auf dass sie als Leuchtfeuer erstra…“

Er räusperte sich. Was sagte er da bloß? Er hatte das Gefühl sich nicht anders ausdrücken zu können. Lag das an der Dubliner Luft? Die Iren, allen voran die Bewohner derer Hauptstadt, waren weithin bekannt für ihre kunstfertigen Filid. Zumindest glaubte Yew aufgeschnappt zu haben, dass die Iren ihre Barden, Dichter und Sänger, so nannten. Vielleicht sollten er und Josefin diese Gelegenheit nutzen und zumindest für einen Abend in diese inspirierende Atmosphäre eintauchen. Und wer weiß? Vielleicht würde der Fletcher nun endlich das Kleinod, welches er der Prinzessin schon auf dem Londoner Maskenballs hatte übergeben wollen und seitdem bei sich trug, überreichen können.

Die Frage, ob sie denn mit einer Abendgestaltung in clichébehaftetem irischen Ambiente einverstanden sei, bestätigte Josefin freudig. Etwas niveauvoller Kurzweil kam wohl auch ihr sehr gelegen. Schnell setzte sich Yew in Richtung des befehlshabenden Palastwächters ab und der Zug kam zum Stehen. Kurze Worte wurden getauscht. Schließlich nickten sich die beiden Männer knapp zu, die Formation nahm ihre vormalige Ordnung wieder ein und setzte ihren Weg in Richtung Hafen fort. „Es soll da einen Pub geben. Unten am Hafen. Dort sollen sich die besten Filid miteinander messen. Sie bringen uns dort hin.“ Er lächelte seiner Begleitung zu und schon kurz darauf sollten sie ihr Ziel erreicht haben. Die irische Eskorte begab sich auf den Rückweg. Die englischen Leibgardisten wurden noch kurzerhand mit verschiedensten hiesigen Spezialitäten in Flaschenform versorgt und kehrten anschließend mit der Order zum Schiff zurück ihren Rausch und dem der Mannschaft schon am nächsten Morgen mit den Vorbereitungen für die Heimreise zu begegnen.

Nach all der Zeit schien sich doch tatsächlich ein ungestörter gemeinsamer Abend zwischen Josefin und Yew abzuzeichnen, welche sich sogleich in den empfohlenen Pub, den „Rauchenden Stiefel“ begaben. Seit dem Gespräch mit der Palastwache fragte sich der junge Fletcher wie die Iren denn auf diesen Namen gekommen seien. Doch schnell stellte er fest, dass es sich hier nicht wie erwartet um eine tiefschürfende, wenig greifbare irische Metapher handelte, sondern damit ganz nüchtern das tatsächlich vorherrschende Raumklima gemeint sein musste. Ein allgegenwärtiger Nebelschleier schien weite Teile des Pubs zu durchziehen. So als würde die einbrechende Nacht die dichten Nebel, welche sich nun über dem Meer bildeten durch jede Ritze, jede noch so kleine Öffnung des altehrwürdigen Gebäudes hinein in den Schankraum pressen.

Und tatsächlich konnte man eine leichte Salznote vernehmen. Diese schien allerdings weder von dem wabernden Schleier selbst noch von den tobenden Anwesenden zu stammen, denen vor lauter Mitfiebern mit den Künstlern die Schweißperlen auf der Stirn standen. Letzteres traf zwar schlussendlich doch zu, allerdings war es ein kalter Geruch, einer der nicht vom heutigen Abend stammen konnte, sondern der bereits in dieses Haus eingegangen war, der Teil von ihm geworden war und von dessen langer Geschichte berichtete. Der Gastraum war sehr spärlich beleuchtet. Einzig einer kleiner Podest, welcher wohl die Bühne darstellen sollte war in ein unwesentlich helleres Licht getaucht.

Alle Augen waren auf die Filid gerichtet, welche sich mit ihren Vorführungen gegenseitig zu übertrumpfen suchten. Unbemerkt von den anderern Gästen nahmen die zwei jungen Engländer an einem der massiven, von tiefen Riefen kreuz und quer gezeichneten Eichentischen Platz. Die Schankmaid versuchte sogleich ihr Glück und pries den neuen Gästen die Haussorte an. Eine Wortkonstruktion, ganz im Sinne der vortragenden Künstler, deren Bestellen eher als Befähigungsnachweis für Redebewandtnis denn als wenig nennenswerte Leichtigkeit zu verstehen ist. Nach mehreren gescheiterten Versuchen ließ sich der junge Fletcher, gestikulierend mit Händen und Füßen, schließlich einen Krug des „Rauche-Stieflers-Sohlen-Leder-Lagers“ kredenzen. Gespannt wie sich die bildschöne Prinzessin entscheiden würde verlor er sich erneut in den Tiefen ihrer blauen Augen während sich sein Geist förmlich willenlos den Worten des Firid zuwandte, welcher mit seinem Beitrag im Begriff war die wogende Masse schon in Kürze erneut zum Beben zu bringen…


 
Letzte Änderung: 2018/01/20 00:47 von Yew Fletcher.
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Josefin Aleksandrowna

England
Beiträge: 1138
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Im Rauchenden Stiefel      27.01.2018 14:16:10 --- 5 Monate, 3 Wochen her  
Josefin schritt neben Yew durch die Straßen Dublins zurück zum Hafen. Sie war erleichtert. Das Gespräch war gut gelaufen. Endlich hatte sie diese Bürde, die sie sich mehr oder weniger selbst auferlegt hatte, gemeistert. Doch hätte sie all das kaum geschafft, hätte der junge Lord ihr nicht zur Seite gestanden und ihren Mut und ihre Entschlossenheit mit seiner bloßen Anwesenheit gestärkt.
Es gab nicht viele Menschen die so etwas vermochten und so musterte sie ihn von der Seite mit einem verliebten Ausdruck der in ihren Augen glänzte und dankte innerlich Gott, dass er ihr diesen wundervollen Mann geschenkt hatte.
Dass Kaku jedoch nur wenige Momente zuvor sich selbst auf ihre Hochzeit eingeladen hatte, beschämte sie und sie war froh, dass Yew dieses Thema gekonnt übergangen hatte. Sicher, sie wünschte sich nichts sehnlicher, doch über das Thema mit einem Dritten zu sprechen, bevor sie es mit ihrem Liebsten getan hatte, war ihr sehr peinlich gewesen. Schnell schluckte sie die unweigerlich aufkommenden Zweifel hinunter und rief sich wieder vor Augen dass heute ein guter Tag war. Ein Freundentag. Ein Tag des Friedens.
Als Yew schließlich nach einigen Schritten das Wort an sie richtete und plötzlich mit lyrischer Melodie ihre Bemühungen mit Irland Frieden zu schließen lobte, musste sie grinsen,
Ich wusste gar nicht, dass du das Talent eines Barden besitzt.
Stellte sie fest und fügte dann mit einem beinahe schüchternen Lächelnd hinzu,
Doch es gefällt mir.
Keine Frage, die Idee nun in einem Pub den restlichen Abend zu verbringen, der Dichtkunst der Iren zu lauschen und endlich zusammen mit dem jungen Fletcher einige Stunden für sich zu verbringen war mehr als verlockend und dadurch dass sich inzwischen die Menschenansammlung weitgehend verflüchtigt hatte, stand dem auch nichts im Wege.
Kurz bevor sie den Pub jedoch betraten, hielt Josefin Yew am Arm fest und flüsterte ihm leise zu,
Glaubst du, dass es besser wäre, uns einfacher zu kleiden und die Zeichen, dass wir aus England kommen abzulegen?
Mit sanfter Geste ließ sie ihre Hand über seine Brust gleiten, auf welcher kontrastreich die drei Löwen Englands prangten, während sie zweifelnd zu ihm auf sah.
Einen Blick in den Pub hinein offenbarte jedoch schnell, dass dieser einer Vielzahl verschiedener Landsleute und Ethnien Unterhaltung und Unterkunft bot, sodass Josefins Zweifel schnell ausgeräumt waren.
Aus dem Stimmgewirr hörte sie sogar einige russische Fetzen heraus. Es schien tatsächlich ein Gasthaus für sämtliche Reisende zu sein, die meist aus Gründen des Handels die irische Hauptstadt besuchten.
Josefin hatte bisher noch nie ein solches Etablissement besucht. Durch ihren Stand hatte sie stets nur wenig Kontakt zum einfachen Volk gehabt und ein solch rauchiges und derbes Gasthaus zu besuchen, wurde nun für sie zu einem Abenteuer der besonderen Art. Mit großen Augen blickte sie sich um und verfolgte wie die Menschen leidenschaftlich dem Spektakel auf der Bühne frönten, während andere aufgebracht über Themen zu diskutieren schienen, die sie nicht verstand und wieder andere sich vor Trunkenheit kaum mehr auf ihren Stühlen halten konnten.
Wie ein kleines Mädchen das zum ersten Mal einen Rummel besuchte, stieß sie Yew immer wieder an und zeigte mit faszinierter Miene auf das ein oder andere, was sie besonders zu fesseln schien. Dabei ging es um die belanglosesten Dinge. Der Rauch der in der Luft hing. Der Geruch des Meeres und das Salz das sogleich auf der Zunge lag, wenn man den Mund öffnete. Die Schankmaid mit ihrem bunten Kleid und dem tiefen Ausschnitt. Die Einrichtung mit Tischen und Stühlen die am ehesten noch zum Verfeuern taugten. Das große Fass aus dem ausgeschenkt wurde und um welches sich bereits eine große Pfütze gebildet hatte, da in der Eile zu viel daneben ging. Einige Männer die sich in einer Ecke plötzlich anschrien und schon im nächsten Moment wieder lachend mit ihren Krügen anstießen und natürlich die Filid die sich auf der Bühne einen wilden Wettstreit lieferten, der den Großteil des Publikums in eine ausgelassene und euphorisch Stimmung versetzte und den Geräuschpegel derart steigerte, dass dieser das gesamte Gasthaus regelmäßig in seinen Grundfesten zu erschüttern schien.
Josefin war völlig berauscht von all den neuen Eindrücken und dem urigen Charme der all dies hatte. So feierte also das gemeine Volk?
Sie konnte einen gewissen Neid nicht unterdrücken.
Die Feste die sie bislang erlebt hatte, waren allesamt von der höfischen Etikette in ein enges Korsett gezwängt worden und nur ein leichter Verstoß gegen die Regeln führte zu einem ganze Rattenschwanz von unangenehmen Auswirkungen, die nicht nur den eigenen Ruf, sondern gleich den der gesamten Familie betrafen. Ständig war man in der Pflicht und Verantwortung die seinen zu schützen, indem man sich verstellte, zu Dingen und Personen nickte, die man eigentlich ablehnte oder einfache Sachverhalte ausschmückte um über die eigene Meinung hinwegzutäuschen, die dem Gegenüber nur Brennholz geliefert hätte, für den Scheiterhaufen, der an jeder Ecke wartete.
Plötzlich sah sie ein junges Paar, welches in einer besonders dunklen Ecke Zärtlichkeiten austauschte, die sie erröten ließ.
Schnell wand sie sich ab und ließ sich schließlich mit Yew an dem Tisch nieder, den dieser für sie ausgesucht hatte und von welchem man einen guten Blick auf die Filid hatte. Fasziniert strich sie mit der Hand über die tiefgefurchte Tischplatte und blickte dann zum jungen Fletcher hinüber, während die Euphorie in ihren Augen glänzte,
Ich war noch nie an einem solchen Ort.
Stellte sie fest und senkte den Kopf. Der Umstand schien ihr ein wenig peinlich zu sein, auch wenn sie selbst nicht genau sagen konnte, warum eigentlich.
Als die Schankmaid kam, verfolgte sie wie Yew mit aller Mühe seine Bestellung aufgab und sofort wusste sie, dass sie hier völlig überfordert war. Mit großen Augen schaut sie die vollbusige Dame an und rettete sich schließlich mit wenigen Worten,
Für mich das Gleiche bitte.
Anschließend lächelte sie den Jungen Fletcher wieder voller Hingabe an, als plötzlich ein Beben durch die Reihen der Gäste ging und sie kurz zusammenzucken ließ. Die Menge tobte ob der Kunst des Filid und Josefin biss sich kurz auf die Unterlippe als Zeichen ihrer Begeisterung und wand nun ebenfalls den Blick der Bühne zu.


 
Letzte Änderung: 2018/01/27 14:20 von Josefin Aleksandrowna.
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Yew Fletcher

England
Beiträge: 204
graphgraph
Benutzer jetzt online Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Im Rauchenden Stiefel      28.01.2018 03:15:31 --- 5 Monate, 3 Wochen her  
Tief verbeugte sich der Künstler unter dem schallenden Toben der Masse bis er schließlich mit stolz geschwollener Brust von der Bühne trat. Der lärmende Pulk brauchte noch einige Zeit bis er sich wieder beruhigt hatte und sich der größte Teil der Anwesenden wieder der dafür angedachten Sitzgelegenheiten bediente. Tief beeindruckt von der Darbietung verfolgte Yew aufmerksam wie ein junges Mädchen die nächste war, die das kleine Podest betrat. In ihren zierlichen Händen trug sie eine goldfarbene Harfe. Trotz ihrer augenscheinlichen Jugend war sie von hohem Wuchs. Ein Eindruck, der durch das grün schimmernde und weich fallende Kleid, welches ihrer schlanken Figur schmeichelte, unterstrichen wurde. Auf einem bereitstehenden, rustikal-hölzernen Hocker nahm sie schließlich Platz. Ihr ebenfalls goldenes, zur Seite gelegtes Haar fiel dabei locker bis herab in ihren Schoß und sie begann zu spielen.

Es war ein Stilbruch. Eben noch heizte ein Filid nach dem anderen den Gästen ein, wurde die Stimmung Vers um Vers gen Siedepunkt getrieben. Nun aber erfüllten harmonische Töne den Raum, welche in ihrer filigranen Art in unbeschreiblichem Einklang zu dem Mädchen standen, das da so hingebungsvoll ihr Instrument bespielte. Alsbald war jegliche Konversation im Rauchenden Stiefel verstummt. Alles lauschte andächtig. Man sollte meinen der Beitrag würde die fulminante Stimmung, die zuvor noch von einer ganzen Zahl Filid mit großem Eifer aufgebaut worden war, zerstören. Und gewissermaßen war es auch so, doch wussten die Verantwortlichen sehr wohl was sie taten. Es war hinlänglich bekannt, dass es schier unmöglich war eine dermaßen euphorische Gemütslage des Publikums über den ganzen Abend aufrecht zu erhalten. Vielmehr machte man sich eine wechselnde Dramaturgie zunutze um den Anwesenden fürs Erste eine Verschnaufpause zu gönnen, bevor man zielstrebig den nächsten Programmhöhepunkt des Abends ansteuern würde. Obendrein waren diese ruhigen Zeiträume dem Geschäft insofern förderlich, als dass den Anwesenden urplötzlich aufzufallen schien, dass sie ihre Krüge mit Eifer geleert hatten und eigentlich einen unerträglichen Durst verspürten.

Und während in dem ehrwürdigen Gemäuer Lager und Münzen gleichermaßen den Besitzer wechselten, durchfuhr es Yew. Die Töne des Harfenspiels waren ihm Vertraut. Aus England kannte er das Stück als „Eibentanz“. Ein Lied, mit dem er viele Erinnerungen verband. Gute Erinnerungen. Ein Lied, das ihn seine Kindheit über begleitet hatte und ihn nun mit zunehmender Ruhe erfüllte. Er wandte seinen Blick wieder ab von der Bühne, hin zur jungen Prinzessin.
Schon morgen währen die Augenblicke, die sie dabei waren zu erleben ebenfalls nur noch Erinnerungen. Doch gleichzeitig die wohl denkbar besten, die er jemals mit diesem Lied würde in Verbindung bringen können. Sie war das beste was ihm je passiert war. Und erst jetzt, da er zur Ruhe kam wurde ihm klar, dass er ihr seit dem Ende der heutigen Audienz nicht die Aufmerksamkeit hatte zukommen lassen, die sie eigentlich verdiente.

Die zurückliegenden Stunden gingen auch an ihm nicht spurlos vorbei und so fehlte ihm vor lauter Anspannung das Feingefühl die zahlreichen Kleinigkeiten zur erfassen, die sie ihm gegenüber stets so offen zeigte und die er so an ihr liebte... Ihre Begeisterung für diesen Ort, welcher sie mit ungeahnten Eindrücken zu überfluten schien und ihre unbegründete Scham darüber. Ihr hingebungsvolles Lächeln. Ihre Gesten der Sehnsucht… alles hatte er ob der inneren Unruhe beinahe unbemerkt übergangen.

Nun allerdings holten ihn die verpassten Eindrücke in aller Deutlichkeit ein. Beschämt darüber ergriff er zärtlich die Hand der Prinzessin und wandte sich nun mit voller Aufmerksamkeit der bildschönen Russin zu.
„Wenn ich ehrlich bin war ich ebenfalls noch nie an einem Ort wie diesen.“
Entgegnete er Josefin.
„Einst zeigtest du mir wie diejenigen Feste zu zelebrieren wissen, die sich selbst als die gehobene Gesellschaft betiteln und sich dabei eine eigene Welt erschaffen. Prunk und Protz…“
Er machte eine kurze Pause bis er schließlich andächtig fortfuhr.
„Ich weiß lediglich wie sich derlei Abende im Tross der englischen Heerzüge zutragen.
Und ich muss gestehen, dass diese irischen Filid mit ihrer Kunstfertigkeit die mir bekannten, selbsternannten Möchtegern-Barden eindeutig in den Schatten stellen.
Ein weiterer Umstand ist, dass man sich im Feld zumeist mit abgestandenem Ale begnügen muss.
Das Gejohle dagegen…“

Ein Lächeln fuhr über seine Lippen.
„…das Gejohle dagegen ist dasselbe.“
Bewusst gespielt schaute er sich um, bis er sich mit seinem Blick wieder Josefin zuwandte, sich über den rustikalen Tisch zu ihr überbeugte und flüstern fortsetzte:
„Ich fürchte ich ziehe Abende wie den heutigen einer Festivität der inszenierten Selbstdarstellung vor.“
Er musste schmunzeln, hoffte aber gleichzeitig auf ihr Verständnis gegenüber der geäußerten Ansicht.

Während er sie ansah fiel ihm im gut verborgen Hintergrund das Pärchen auf, welches Josefin zuvor schon gesichtet hatte und das sich mehr mit sich selbst zu beschäftigen schien, als dass es den Darbietungen der Künstler in irgendeiner Form Aufmerksamkeit zukomme ließ. Für einen Moment verfolgte er das innige Spiel. Beginnend mit einem Husten fiel er in ein kurzes Lachen ein, als er bemerkte, dass das besagte dunkle Eck noch reichlich Platz für weitere Gäste bereithielt. Er versuchte sich den Gedanken schnell wieder aus dem Kopf zu schlagen, doch so recht wollte ihm das nicht gelingen.
Er liebte Josefin, er verzehrte sich nach ihr. Verschmitzt bewunderte er seine Liebe aufs Neue während im Hintergrund die letzten Hafentöne verklangen und sich unter dem Beifall der Gäste der nächste Künstlerwechsel ankündigte…


 
Letzte Änderung: 2018/01/28 03:24 von Yew Fletcher.
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Josefin Aleksandrowna

England
Beiträge: 1138
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Im Rauchenden Stiefel      10.02.2018 17:43:05 --- 5 Monate, 1 Woche her  
Die liebliche Melodie des jungen Mädchens, welche diese auf ihrer Harfe spielte berührte Josefin in ihrem tiefsten Inneren und sie wischte sich eine Träne der Rührung aus dem Augenwinkel. Dann sah sie zu Yew hinüber und legte die Hand auf ihr Herz um ihm zu signalisieren wie schön sie das Lied fand, dessen sanfte Klänge den ganzen Raum erfüllten und sogar die streitenden Männer andächtig hatte verstummen lassen.
Als dieser dann seine Hand auf die ihre legte, spürte sie die Verbundenheit die inzwischen zwischen ihnen gewachsen war und lächelte ihn liebevoll an, während sie seinen Worten lauschte.
Oh Gott dieser schreckliche Ball.
Stellte sie schließlich fest als sie an den Maskenball auf Chatterland dachte. Wie an zwei Tagen so viel Unglück passieren konnte fragte sie sich nach wie vor und immer noch gab sie sich ohne je bewusst darüber nachgedacht zu haben die Schuld für den ein oder anderen Vorfall.
Ich würde gerne mal an einem Fest teilnehmen von dem du sprichst. Ohne all den Prunk und Protz.
Sie überlegte kurz bevor sie mit leichtem Schmunzeln fortfuhr.
Lass uns den Abend genießen. Ich freue mich sehr, dass wir endlich einige wenige Stunden nur für uns haben.
Mit diesen Worten nutze sie den Umstand, dass Yew sich gerade zu ihr herüber gebeugt hatte um vertraulich mit ihr sprechen zu können und zog ihn mit Hilfe eines einzelnen Fingers, den sie wie einen kleinen Anker in den Hemdausschnitt seinen Surcot gesteckt hatte noch näher. Dann umschloss sie sein Gesicht mit beiden Händen und küsste ihn zärtlich, bevor sie ihm leise ins Ohr flüsterte,
Ich liebe dich.
Noch einen Moment schaute sie ihn voller Hingabe an und vergaß beinahe wo man sich befand. Sein Blick hin zur dunklen Ecke in welcher sich nach wie vor das junge Pärchen vergnügte entging Josefin nicht und auch nicht die Sehnsucht die er anschließend mit einem Huster überspielte.
Mit geröteten Wangen senkte sie den Blick. Auch sie konnte es kaum erwarten, dass sie sich endlich näher kamen. Doch sie wollte vor den Augen Gottes nicht zur Hure werden und fürchtete sich zudem davor was geschehen würde, wenn sie sich hingab und eventuellen Erwartungen nicht gerecht werden würde. Sie hatte ja keine Ahnung von all den Dingen die Mann und Frau miteinander teilten, wenn sie unter sich waren.
Vermutlich machte sie sich vergebens sorgen, doch das konnte sie nicht ahnen. Wie schnell sie jedoch von diesen Zweifeln wieder abgelenkt werden konnte, hätte ihr verraten können, wie unnötig diese waren, hätte sie all dies nur richtig zu deuten gewusst.
Ein weiterer Blick in die Augen ihres Geliebten und sie hätte ihn am liebsten augenblicklich in eine der dunklen Ecken gezerrt.
In der Zwischenzeit betraten nun jedoch zwei Männer die Bühne, die in rustikal wirkende Wollhemden gekleidet waren, wie viele der Gasthausbesucher und auffällig bunte Beinkleider trugen, welche ebenso aus Wolle zu bestehen schienen. Der eine war mit einer Trommel bewaffnet und der andere hielt eine Fidel in der Hand mit der er auch schon im nächsten Moment eine fröhliche Melodie anstimmte. Nachdem das Vorspiel beendet war stieg der Trommler mit ein und die Dynamik die sofort entstand zog die Leute augenblicklich von den Bänken und Stühlen und ließ sie tanzen. Innerhalb von Sekunden schien das halbe Gasthaus auf den Beinen. Männer drehten jauchzende Frauen im Kreis und ließen diese um ihre eigenen Achsen wirbeln. Der Tanz schien keinen Regeln zu folgen und mit fasziniert freudiger Miene verfolgte Josefin wie viel Spaß die Menschen hatten, die das Lied im Gegensatz zu ihr alle zu kennen schienen und den Refrain lauthals mitsangen.
Strahlend wand sie sich zu Yew um, stand auf und streckte die Hände nach ihm aus, um ihn zum tanzen aufzufordern.
Tust du mir den Gefallen?
fragte sie rhetorisch. Ihr vorfreudiges Lächeln ließ kaum eine Ablehnung zu.


 
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Yew Fletcher

England
Beiträge: 204
graphgraph
Benutzer jetzt online Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Flinke Sohlen Im Rauchenden Stiefel      13.02.2018 23:01:39 --- 5 Monate, 1 Woche her  
Wie sie sich so nahe gegenüberlehnten und Josefin für einen Moment mit ihren Gedanken zum Maskenball auf Chatterland abdriftete, merkte Yew ihr sogleich die aufbrandende Bedrückung an. So wie er sie kennengelernt hatte und wie sie sich gab wenn die brisanten Ereignisse jenes Festes zur Sprache kamen, konnte er erahnen, dass sie sich für das Geschehene noch immer selbst die Schuld gab. Sie hatte keinen Anteil daran.

Glücklicherweise fuhr sie gleich fort und überging das leidige Thema zügig:
„Ich würde gerne mal an einem Fest teilnehmen von dem du sprichst. Ohne all den Prunk und Protz. Lass uns den Abend genießen. Ich freue mich sehr, dass wir endlich einige wenige Stunden nur für uns haben.“ Gerade noch holte er aus ihren Worten zu entgegnen, da hatte sie ihn schon an sich gezogen. Ihre weichen Lippen schnürten ihm zärtlich jeden Ton ab. Nachdem sie voneinander abgelassen hatten flüsterte er ihr erwidernd zu.
„Und ich liebe dich. Auf alle Zeit.“
Wieder einmal saß er seiner Geliebten sprachlos gegenüber, wieder einmal bewunderte er sie.
Und noch immer verzehrte er sich nach ihr.

Mit dem neuerlichen musikalischen Stilwechsel gelang es Yew endlich die wenig angebrachten Gedanken abzuschütteln, die sich bis eben noch hartnäckig in seinem Bewusstsein festgesetzt hatten.
Ihr zu wiederstehen war die wohl fordernste Aufgabe, mit der er sich je konfrontiert sah. Und so kam ihn der plötzliche Stimmungswechsel mehr als gelegen. Etwas überrascht von der plötzlich lautstark aufschallenden Euphorie im Rauchenden Stiefel verfolgte er das wilde Treiben eingehend. Es war ein wildes, unkoordiniertes Durcheinander. Und doch schien dieser „Tanz“, wenn man das verrückte Treiben denn so nennen wollte, einer gewissen, immer wiederkehrenden Ordnung zu folgen. Der Text war ihm unbekannt, doch mündeten die kurzen Strophen in einem einprägsamen, sich ständig wiederholenden Refrain. "Das sollte machbar sein" Dachte er bei sich.

Den Blick noch immer auf die tobende Masse gerichtet bemerkte er gar nicht, dass sich Josefin unterdessen von ihrem Platz erhoben und sich zu ihm begeben hatte. Er redete ihr zu. Oder zumindest dachte er, dass er das tun würde.
„Die Abende im Tross, von denen ich eben noch sprach... das hier trifft ziemlich genau das, was i…“
Mit ihrer Aufforderung zum Tanz und ihren vor Begeisterung funkelnden Augen riss sie ihn nun aus seiner Ausführung.
„Tust du mir den Gefallen?“
Er schaute auf zu ihr, nahm ihre Hände und erhob sich ebenfalls. Einen Moment lang standen sie sich sprachlos gegenüber, bis sich schließlich ein nicht mehr länger zu verheimlichendes Lächeln auf den Lippen des Fletchers ausbreitete.
„Ich weiß nicht so recht...“
Versuchte er etwas ungeschickt zu flunkern. Doch schon im nächsten Moment zog er sie blitzartig an sich heran und legte einen Arm um ihren Rücken, während er ihren Beinen mit dem Anderen den Boden entzog. In seinen Armen liegend hielt er nun die bezaubernde junge Russin. Ob ihres überrascht wirkenden Blickes konnte er nur noch unter einem verschmitzten Lachen zu ihr sprechen:
„Wie könnte ich dir diesen Tanz nur verwehren?“
Beschwingten Fußes trug er seine große Liebe in Richtung des Geschehens, wo beide schließlich inmitten des lauthals feiernden Pulks verschwanden.


 
Letzte Änderung: 2018/02/13 23:07 von Yew Fletcher.
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Styrmir Sam

Freie
Beiträge: 0
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen
Geburtstag:

Den Moderatoren den

Re:Im Rauchenden Stiefel      16.02.2018 18:17:57 --- 5 Monate her  
Deutlich atmete Styrmir ein, die kühle Nachtluft in seiner Lunge fühlte sich befreiend an während er alleine durch die Gassen lief. Dunkelheit hatte sich ausgebreitet, das alltägliche Geschehen kam langsam zum Erliegen und einzelne Kerzen oder Fackeln versuchten zumindest etwas die Nacht zu erhellen. Nur vereinzelt traf man noch auf Menschen, ansonsten herrschte das Leben nun hinter den Türen der irischen Pubs. Alte Lieder die von verschiedenen Geschichten und Mythen erzählten, drangen durch zahllose Kehlen durch die Nacht und lockten so weitere Gäste an …

Schweigsam folgte Styrmir dem üblichen Gelächter bis zum Hafen, hier gab es fast an jeder Ecke einen Pub und jeder war gut besucht, ob einfacher Bauer, Händler oder Krieger – hier traf man sich und trank, aß, sang, fluchte und prügelte sich. Alles was einen guten irischen Abend ausmachte und Traditionen sollte man bekanntlich pflegen. Nachdenklich wanderten Styrmirs blaue Augen durch die Nacht.

Ob die Engländer den Vorschlag von Kaku angenommen hatten ?

Eigentlich war er ja froh das dieses diplomatische Gerede zu ende war und er endlich wieder er selber sein konnte. Endlich hing wie üblich auch wieder seine breite Doppelklingen Axt an seinem Rücken, das Gewicht hatte gefehlt, genau wie das Gefühl diese Waffe jederzeit benutzen zu können. Nach seinem Geschmack war Diplomatie wie trockenes Brot, man kaute ewig darauf herum und am Ende war man froh das man es irgendwie heruntergewürgt hatte … Styrmir lächelte bei dem Gedanken, könnte aber seine leichten Bedenken nicht vertreiben. Er musste keine große Menschenkenntnis haben um zu wissen das die Engländer egal in welchen Pub sie waren, schnell Probleme bekommen konnten. Die Stimmung war angeheizt und in einer feiernden Menge konnte ein Engländer schnell zur Zielscheibe werden. Schwer atmete Styrmir aus und lockerte leicht die Schultern.

Zu spät, die Engländer waren auf sich alleine gestellt und selbst er konnte nicht jeden Pub am Hafen nach ihnen absuchen …

Leicht schwenkte das hölzerne Schild das die Form von einen Stiefel hatte über dem Pub hin und her, die salzige Luft hatte die Farbe fast komplett abblättern lassen und der Name war so kaum lesbar. Wie üblich herrschte ein dichtes Gedränge vor dem Eingang und Kenner wussten natürlich das es sich hier um den „Rauchenden Stiefel“ handelte … bekannt durch seine Künstler, aber auch durch sein Gesindel das dort seine Geschäfte gerne über die Bühne brachte. Stimmungsvolle Musik drang aus dem Gastraum, zwei Männer mit Wollhemden heizten die Menge an und diese schien sich kaum auf ihre Sitzplätze halten zu können. Styrmir stand noch im Eingangsbereich, nickte einigen bekannten Gesichtern zu und lächelte als die Schankmaid auf ihn zukam.

„Das Übliche ?“

Styrmir zwinkerte leicht schelmisch als Antwort und konnte seinen Blick nicht wirklich anheben. Die Schankmaid seufzte beflissen und schüttelte den Kopf.

„Wie oft den noch Styrmir ? Meine Augen sind hier oben …

Styrmir nickte, reagierte aber nicht wirklich.

„Weiß ich doch, aber ich unterhalte mich halt lieber mit den beiden.“

Die Schankmaid rümpfte die Nase, sie kannte das Spiel schon und die passende Antwort kam prompt mit einem leichten Schmunzeln dazu.

„Sag Bescheid wenn sich mein Stiefel mit deinem Hinterteil unterhalten soll.“

Lachend macht sich Styrmir auf die Suche nach einem freien Platz, in hinteren Bereich des Gastraumes wurde er in einer Ecke fündig. Kurz unterhielt er sich mit einigen Kriegern am benachbarten Tisch von einem befreundeten Clan bevor er seinen Blick durch die tanzende Menge wandern ließ. Seine Gedanken schweiften bereits leicht ab während er nun seinen Whiskey bekam. Grade als er den Krug an die Lippen setzte, bekam er einen Gesprächsfetzen vom anderen Nachbartisch an seiner linken Seite mit. Es war nicht mehr als ein Wort … doch es reichte aus um Styrmirs Augen unwesentlich zu verengen.

Engländer ...
 
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Josefin Aleksandrowna

England
Beiträge: 1138
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Im Rauchenden Stiefel      18.02.2018 15:59:10 --- 5 Monate her  
Josefin fiel Yews Blick auf, wie er sie voller Sehnsucht anblickte. In ihrem Inneren flatterten sofort hunderte von Schmetterlingen und ihre Gedanken drifteten automatisch zu jenen unzüchtigen Träumen, die sie in letzter Zeit immer häufiger heimsuchten und es ihr immer schwerer machten diesem Sog, welchen der junge Fletcher auf sie ausübte, zu widerstehen.
Auch sie verzehrte sich nach ihm und erwiderte den Blick ihres Liebsten voller Begierde.
Die Idee zu tanzen kam demnach mehr als gelegen. Abkühlen ließen sich die Gedanken nur schwer, doch man konnte den Ofen in eine andere Richtung drehen.
Sein Versuch zu flunkern quittierte Josefin mit einem Lächeln und der Schalk glänzte in ihren Augen als sie sich auf die Unterlippe biss.
Dass Yew jedoch nun voll in die Offensive ging und sie sich plötzlich in seinen Armen wiederfand, hatte sie nicht kommen sehen und so stieß sie einen Laut der Überraschung aus, welcher jedoch dank der lauten Kulisse nicht weiter auffiel und sich in die juchzenden, fröhlichen Ausrufe um sie herum nur zu passend einfügte. Lachend legte Josefin die Arme um Yews Nacken und strampelte kurz, als wolle sie sich befreien, doch es war deutlich zu merken, dass der Versuch nicht ernst gemeint war. Benommen von der körperlichen Nähe, fing sie sich schon im nächsten Moment in seinem Blick und ihr Gesichtsausdruck wechselte von freudestrahlend zu ernster Verzauberung. Berauscht von seinem Duft den sie schon als unwiderstehlich wahrgenommen hatte, als sie sich gerade erst kennengelernt hatten, legte sie den Kopf an seine Schulter und atmete tief ein. Inmitten der Tanzenden angekommen ließ er sie sanft zu Boden gleiten. Als sich dabei ihre Körper berührten erzitterte Josefin innerlich. Ihre Blicke trafen sich erneut und sie mussten wohl in diesem Moment an das Selbe denken, zumindest erschien es der jungen Russsin so und ihre Wangen begannen sofort zu glühen. Schon im nächsten Moment drängte sie sich voller Verlangen an ihn und küsste ihn so leidenschaftlich, dass ihr augenblicklich die Knie weich wurden und sie sich an ihm festklammern musste. Ihre Hände fuhren durch sein Haar und leise seufzte sie ihm schließlich ins Ohr,
Oh, Yew.
bevor sie einen tiefen Atemzug tat um wieder zu Verstand zu kommen.
Dass in der Zwischenzeit Styrmir den Pub betreten hatte, war völlig an ihr vorbei gegangen.
Zu fixiert war sie auf ihren Liebsten und zu sehr damit beschäftigt sich selbst zu zügeln in Anbetracht der Versuchung die mit jedem Atemzug größer zu werden schien.
Den einzigen unbeobachteten Moment hatten sie hinter den schweren Vorhängen Chatterlands geteilt. Doch hier in der Ferne, zwischen all den Menschen die sich nicht um solche Dinge wie Etikette oder Sittsamkeit zu scheren schienen, waren die beiden jungen Engländer für diesen einen Moment allein für sich. Und das obwohl sie von einer ganzen Horde wild tanzender Iren umgeben waren, die alle nicht auf sie achteten.
Zumindest scheinbar.
Bevor Yew und Josefin überhaupt dazu kamen, das Tanzbein zu schwingen, war das mitreißende Lied auch schon zum Ende gekommen und die beiden standen sich nach wie vor in inniger Umarmung gegenüber und tauschten Zärtlichkeiten aus, die in Anbetracht ihres Verlangens, das sie füreinander empfanden, immer noch als vorsichtig und unschuldig zu bezeichnen waren. Dennoch hatte Josefin das Gefühl, das wilde Klopfen ihres Herzens übertönte all den Trubel und den Lärm der den Pub immer wieder aufs Neue erbeben ließ.
In der Zwischenzeit trat einer jener Männer auf die Bühne, die zuvor bereits die nächsten Künstler angekündigt hatten und rief nur ein Wort in die Runde, auf welches sofort der Jubel aufbrandete und die Gäste mit ihren Krügen rhythmisch auf die Tische zu klopfen begannen.
Heute ist wieder einer dieser Tage, an dem wir einen Wettstreit starten! Macht euch bereit. Ihr kennt die Regeln!
schrie der Moderator fröhlich über die Köpfe hinweg, während seine Nase und Wangen bereits durch seinen übermäßigen Alkoholkonsum rotglühten. Im Gegensatz dazu schienen seine Worte dennoch klar und gut verständlich. Er schien geübt zu sein.
Für all unsere Gäste von nah und fern, die unser Spiel nicht kennen, so höret!


 
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Yew Fletcher

England
Beiträge: 204
graphgraph
Benutzer jetzt online Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Im Rauchenden Stiefel      22.02.2018 22:17:09 --- 4 Monate, 4 Wochen her  
Das Musikstück, das den Rauchenden Stiefel im Nu in einen tobenden Hort der Tanzwütigen verwandelt hatte verhieß dem jungen Fletcher im ersten Moment einen Hauch von Ablenkung. Eine Ablenkung von dem hitzigen Gemütszustand, die er so bitter nötig hatte um seine Gedanken zumindest annähernd wieder ordnen zu können und seine Sinne von dem lähmenden Schleier zu befreien, den die Nähe zur jungen Prinzessin unweigerlich und jedes Mal auf ́s Neue nach sich zog. Fest hielt er seine Geliebte in den Armen tragend und noch während er sich mit ihr hinein in den juchzenden und jauchzenden Trubel begab tauschten sie sich vor Liebe und Faszination gespickte Blicke aus.

Diese neuerliche Nähe schürte die sich zuletzt wieder unter Kontrolle befindliche Begierde aufs Neue. Inmitten des feiernden Puls angekommen ließ er Josefin schließlich sacht zu Boden und ihre Blicke trafen sich erneut. Sie war so unbeschreiblich schön. Heute so wie jeden einzelnen Tag seitdem sie sich das erste Mal an der Küste Irlands trafen. Sie betörte all seine Sinne und er wusste, dass schon der kleinste Funke genügen würde und er würde seinen Verstand gänzlich an sie verlieren. Noch schaffte er es sich zügeln. Doch er wankte.

Als die junge Russin sich ihm schließlich entgegenwarf, mit leidenschaftlichen Küssen bedachte und ihn voller Hingabe zuflüsterte war es endgültig um ihn geschehen. Aller Sinne beraubt rückte das ohrenbetäubende Getöse um sie herum in unendliche Weite, wo es schließlich vollends verstummte. In diesem Moment gab es nur noch sie und ihn. Das Verlangen nach der bildschönen Prinzessin betäubte ihn so sehr, dass ihm das völlig entgangen war, dass das turbulente Lied bereits geendet hatte und inzwischen ein Wettstreit ausgerufen wurde.

Ein lauthals um Aufmerksamkeit buhlender Mann hatte das Geschehen in seine Hände genommen. Er schien mehr als angeheitert zu sein und trotzdem schrie er laut und deutlich. Ein Trinker von Format.
Als die zwei Liebenden sich mit einiger Verspätung voneinander lösen konnten, waren sie bereits in
den Fokus der eben noch umhertobenden Tanzenden und jenen des Moderators gerückt. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht schaute dieser zu den Turteltauben herüber, schielte und schrie für alle Anwesenden hörbar die Spielregeln des anstehenden Wettstreits in die Runde.
„Für all unsere Gäste von nah und fern, die unser Spiel nicht kennen, so höret!"

„Drei! Ja genau! DREI Glückspilze aus euch wütendem Feiervolk werde ich sogleich zu mir auf die Bühne rufen! Ein jeder von euch, oh ihr glücklichen, soll mit einem Wort bedacht sein.
Mit einem Wort fragt ihr euch? RICHTIG! MIT EINEM WORT SAGE ICH!

Leicht gebückt, die Hände auf den Oberschenkeln abgelegt schaute er in die Runde. Von links nach rechts und wieder zurück. Seine weit aufgerissenen Augen unterstrichen unnötiger Weise seine übertrieben gespielte Verwunderung. „WOZU DAS GUT SEIN SOLL FRAGT IHR EUCH? ICH WILL ES EUCH VERRATEN! EIN JEDER DIESER DREI AUSERWÄHLTEN POETEN SOLL UNS NACH BESTEN FERTIGKEITEN EIN FEINES GEDICHT ZU SEINEM WORT ZUM BESTEN GEBEN!

Die Masse tobte erneut und das rhythmische Klopfen der Krüge setzte ebenfalls wieder ein.
„EURE MÜHEN, IHR KUNSTFERTIGEN, SOLLEN NATÜTLICH NICHT VERGEBENS SEIN! LASST EUCH ÜBERRASCHEN! DOCH EINES SEI EUCH SCHON JETZT GEWISS: DEM GEWINNER DIESES WETTSTREITES SOLL EINE ÜBERNACHTUNG IM EDELSTEN, IM ANMUTIGSTEN, IM PRÄCHTIGSTEN ALLER RÄUME DES RAUCHENDEN STIEFELS BESCHIEDEN SEIN! IN DER LEGENDÄREN "HALLE DES KOBOLDKÖNIGS"

Die Masse erwiderte das Gesagte mit unklarem Chor.
„HING SUITE! HING SUITE! HING SUITE!" war zu verstehen und sollte sich wohl auf den eben angepriesenen Raum beziehen. Mit flachen Händen gestikulierend bedeutete der Schreier der Masse Ruhe einkehren zu lassen, was nach einiger Zeit auch geschah.
„Einen ROMANTISCHEN und gleichermaßen majestätischen Meerblick inklusive!"
Fügte er beinahe flüstern noch hinzu während er Josefin und Yew zuzwinkerte.

„LASST DIE AUSWAHL BEGINNEN!"
Erneut brandete lautes Schallen auf. Mit seinem Blick durchsuchte er die Masse nach dem ersten Kandidaten, welcher sogleich gefunden ward. Ein etwas untersetzter Mann machte sich daraufhin wankenden Schrittes und eine glückliche Verwunderung im Gesicht tragend auf den Weg zur Bühne.
„UND ALS NÄCHSTES...DU DA! HANDGEKLAPPER FÜR UNSEREN FREUND IN WEIẞ!"
Mit ungläubigem Blick schaute Yew zu Josefin herüber. Angesichts des eben noch geäußerten Zwinkerns des Schreihalses hätte er es sich denken können in der engeren Kandidatenauswahl zu stehen. Nun war es offiziell. Er gab Josefin einen innigen Kuss bevor er sich reichlich verwundert auf die Bühne begab. Noch immer im Liebestaumel befangen musste er mit Erschrecken feststellen, dass der eben noch lautstarke Applaus beinahe vollständig zum Erliegen kam, als er sich auf der Bühne angekommen der Masse zuwandte. Die drei Löwen, die er auf der Brust trug und die ihn als Engländer auswiesen waren nun für jedermann sichtbar. Das hatte er nicht bedacht. Das Gros der Anwesenden war selbstredend irischer Abstammung und die immer noch herrschende Anspannung zwischen beiden Völkern wurde aufs Neue sichtbar. Der Schreier war sichtlich darum bemüht die vormalige Stimmung wieder herzustellen und sprang geistesgegenwärtig zur Nominierung des 3. Kandidaten.
Die Auswahl fiel nun auf einen Anwesenden in den hinteren Reihen des Schankraumes.

"APPLAUS FÜR UNSEREN DRITTEN KÜNSTLER!"

Angesichts der getroffenen Nominierung war die Empörung von eben schnell vergessen und der Auserwählte bahnte sich seinen Weg in Richtung Bühne. Auf seinem Weg passierte er ein Meer strahlender Gesichter, hier und da klopfte man ihn auf die Schulter. Viele der Anwesenden schienen ihn mit kampfeslüsterner Euphorie auf den nahenden Wettstreit, der letztlich auch dem Engländer galt, einzustimmen. Dieser jemand musste ein wohl bekanntes Gesicht in diesem Gasthaus sein. Bereits von weitem erkannte Yew die mächtige Doppelklingen-Axt auf seinem Rücken und als ihm das markante Stirnband aus dem Dunkel des Raumes heraus entgegenblitzte schien der Kreis möglicher Personen urplötzlich stark eingeschränkt...


 
Letzte Änderung: 2018/02/22 22:27 von Yew Fletcher.
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
Zum Anfang gehen Neues Thema
Powered by FireBoarddie neusten Beiträge direkt auf Deinem Desktop erhalten
(+) Notizen:

Nur fuer Premium-Spieler.

facebook Ritterheere Google Ritterheere

Das Mittelalter - Ritter, Grafen und Könige kämpften Schlachten um die Macht.

Dich erwarten Abenteuer, Ruhm, und Intrigen. Mach mit bei dem rundenbasierten Rollenspiel - Browsergame - mit der grossen Portion Strategie.
53 Völker auf einer riesigen Mittelalter-Karte

Ritterheere bietet Dir als Browsergame die grenzenlosen Möglichkeiten in einer Welt des Kampfes.
Ein kostenloses Onlinespiel mit einer tollen Community und einem Forum mit einem grossen RPG Bereich.

rundenbasiertes Rollenspiel

Browsergame

Mittelalter

kostenloses Onlinespiel