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THEMA: Re: Der blutige Pfad
 
Leland of Gaunt

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Ein Schrei aus der Finsternis      08.02.2019 20:15:28 --- 2 Monate, 1 Woche her  
Leland lachte finster, als er einem der heranstürmenden Gardisten mit dem Panzerhandschuh den Schädel zertrümmerte. "Wirbellose Kreaturen!", rief er verächtlich in den tobenden Schneesturm hinein. "Dient eurem König oder dient mir als Blutopfer!"

Genau in diesem Augenblick erkannte Gaunt aus dem Augenwinkel und durch den Flockennebel hindurch, dass einer der Gardisten zum offenen Haupttor fliehen wollte. Knurrend umschloss die Hand des Lords seinen Schwertgriff und warf die Waffe. Nach einem kurzen Surren blieb die Klinge knirschend im Holz stecken, wo sie die Halterung des Fallgitters durchtrennte, welche sich genau in der Flugbahn befunden hatte.

Mit von Entsetzen geweiteten Augen drehte sich der Gardist, nun seines einzigen Fluchtweges beraubt, um und erkannte durch das dichte Schneegestöber einen finsteren, riesenhaften Schatten auf sich zu stapfen. Sein grauenhafter Schrei schallte, trotz der Lautstärke des tobenden Windes, über den gesamten Hof, die Moral vieler Wachen brechend.

"Ich hoffe doch sehr, dass der junge Mann inzwischen seinen Weg gefunden hat.", rief Leland zu Juan hinüber. „Sollte er jedoch ein solcher Idiot wie sein Vater sein, dann hat er sich jetzt verlaufen und befindet sich entweder im Weinkeller, auf dem Mond oder auf dem jährlichen Viehmarkt von Lower Uncton. Und dabei tappt er jedes Mal wortwörtlich im Dunkeln.“ Laut schallte sein Lachen. „Und nun lasst uns weitere Schädel sammeln gehen. Ich brauche eine neue Bechersammlung.“ Gaunt wusste genau, dass die verängstigten Gardisten jedem Wort lauschten und er wusste ebenso genau, was diese mit ihrer Psyche anstellen würden.

Leland reckte den Kopf gen Himmel. „Siehst du alter Knabe? Ich finde alle deine Schäfchen, auch wenn du mich durch deinen Schneesturm mit ihnen Verstecken spielen lässt. Ich würde behaupten, dass es dadurch sogar fast noch mehr Spaß macht.“


Sein Antlitz ist schön, seine Worte fantastisch.
Doch dieser Teufel ist verdorben und garstig,
Die Wünsche wird er dir gerne erfüllen.
Gold und Silber ist dir ganz zu Willen.

Doch wenn er kommt, dann musst du die Schuld zahlen,
dann ist es Schluss mit Lächeln und Prahlen.
Liegst jetzt in Ketten, dein Reichtum in Scherben,
in Ewigkeit leiden bist die Sterne sterben.?
 
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Leandra Lilith von Tronje

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Re:Im Schatten der Irminsul      09.02.2019 10:46:58 --- 2 Monate, 1 Woche her  
Schnell waren sie aus dem Thronsaal verschwunden. Lilys Herz schlug hart gegen ihren Brustkorb. Ohne Vorwarnung war die Welt feindlich geworden und die Zahl derer, die sie beschützen würden, schien an einer Hand abzuzählen. Während sie durch kalte, dunkle Gänge hasteten, blieb kaum Zeit für einen klaren Gedanken, bis sie abrupt stoppten.

Volker, der treue Freund ihres Vaters, stand dort in einer kleinen Gruppe von Menschen. Halb hinter Yew verborgen musterte Lilith die Anwesenden und stieß dann ein überraschtes "Ihr?" aus, als sie den jungen Mann entdeckte, der ihr im Wald bereits begegnet war. "Was tut ihr hier? Was habt ihr mit all dem hier zu tun?" fauchte sie ihn feindselig an.
 
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Alba Baldursdotter

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Re: Der blutige Pfad      09.02.2019 19:09:32 --- 2 Monate, 1 Woche her  
Des Königs Gesicht tanzte vor meinen Augen wie ein Springteufel aus dem Kasten und schnitt hämische Grimassen. Jemand zwickte mir in die Nase. Doch erst als ich mich umwand sah ich die Königin mit einer Grillzange. Ich versuchte mich zu wehren, doch sie wich geschickt meinen Schlägen aus und zwickte mir stattdessen in den Hintern. Ein boshaftes Lachen erschall. Wut pumpte durch meine Adern. Plötzlich änderte sich der Blick der Königin von schadenfroh zu gehässig. Und eh ich mich versah, zwickte mir das Weibsbild in die Seite. Meine Wunde platzte auf und unzählige Maden ergossen sich auf den Fußboden, der mich an jenen im Thronsaal des Towers erinnerte. Blut und Maden. Schleim und unzählige wuselnde Leiber.
Mit einem dumpfen Knacken ging ich zu Boden, als wäre ich soeben auseinandergebrochen und erwachte im nächsten Moment schweißgebadet.
Nein!
Hustete ich und krallte meine Finger in das Lammfell auf dem ich lag. Meine Seite brannte. Ein Krampf ging durch meinen gesamten Körper, der mir die Luft abschnitt. Ohne es bewusst zu steuern drückte ich den Rücken durch und schlug den Kopf in den Nacken. Die hervortretenden Adern an meinem Hals verrieten meine Qual.
Ein gepresster Laute des Erstickens drang über meine Lippen.
Doch im nächsten Moment fasste mich eine weiche Hand am Oberarm,
Alles wird gut.
Der Krampf ließ nach. Erschöpft fiel mein Körper wieder in sich zusammen.
Ich tat einige tiefe Atemzüge und füllte meine Lungen wieder mit Luft, während mir Tränen der Anstrengung über die Wangen rollten.
Dann traf mein verschwommener Blick die Frau die an meinem Bett saß.
Sie erinnerte mich an Jemanden. Ein Licht in der Dunkelheit.
Stumm musterte ich sie und erlaubte meinen Augen sich langsam an das Licht zu gewöhnen.
Wie lange war ich fort gewesen? Was war geschehen? Wer war sie?
Fetzen von Erinnerungen zogen vor meinem inneren Auge vorbei. Doch mein Geist vermochte sie nicht zu fassen. Noch nicht.
Mit dünner, krächzender Stimme fragte ich schließlich,
Wo bin ich?
Dass ich gerade meine Muttersprache benutzt hatte, war mir nicht bewusst.
Was … ist geschehen?
 
Letzte Änderung: 2019/02/09 19:11 von Alba Baldursdotter.
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Johanna

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Re: Der blutige Pfad      11.02.2019 14:50:31 --- 2 Monate, 1 Woche her  
Seit Ewigkeiten nun schon, kühlte sie die Stirn der jungen Frau, sprach leise, beruhigende Worte und das war auch alles, was sie tun konnte. Ab und an, kam jemand und fragte, ob sie abgelöst werden wollte, doch Johanna hatte es nur einmal angenommen, um zu essen, zu trinken, jemandem eine Botschaft zu schicken und auszutreten.

Als die Unbekannte aufwachte und sich in Qualen wand, war es erneut Johannas sanftes, "Alles wird gut... beruhige dich", welches ihre Handgriffe unterstützte. Sie beruhigend und in einem leichten Singsang auf die Frau ein, bis diese aufhörte zu krampfen, ihr Atem gleichmäßiger wurde und der Blick sich langsam klärte. Sacht lächelte Johanna die Frau an, die ausgerechnet die Zunge der Norweger sprach. So sehr man sich hier im Lager mühte, sie zu lehren, so wenig besaß Johanna die Fähigkeit alles korrekt auszusprechen (wobei: einen Satz gab es) und verstehen konnte sie es nur sporadisch. Es reichte für die wenigen Worte.

"Es tut mir Leid, ich spreche kein norwegisch", brachte sie mit dem allerschlimmsten Akzent auf norwegisch hervor, den jemand haben konnte und lächelte entschuldigend.

Auf englisch fuhr sie fort: "Ihr seid im Söldnerlager des Braga Blackthorn vor den Toren Londons." Sie griff nach einem Tuch, das sie wieder in Wasser tauchte, um der Dame die Stirn zu kühlen.

"Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich fand Euch halb verblutet in Londons Gassen. Mir schien, jemand hat euren Tod gewollt. Ich brachte euch aus der Stadt und hierher, wo ich eure Verletzungen versorgte. Ihr solltet einige Tage hier bleiben, ausruhen, viel trinken. Ich rede schon mit dem alten Blackthorn. Einer Landsmännin wird er schon keine Hilfe verweigern." Johanna lächelte zuversichtlich, als sie die Dame anlächelte und dann sanft den zweiten Satz, den sie auf norwegisch konnte mit hartem Akzent aussprach: "Ich bin Johanna, eine Heilerin." Falls die Frau kein englisch sprach, sollte sie zumindest bis Johanna Liam aufgetrieben hatte, der übersetzen konnte, wissen, dass sie sicher war.
 
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Theoderich von Tronje

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Stairway to Heaven      15.02.2019 05:10:42 --- 2 Monate her  
An der Treppe im Tower

Gerade wollte der junge Mann seinen ‚Onkel‘ Volker umarmen, als die Szenerie jäh unterbrochen wurde. Am Treppenaufgang war ein Edler Englands erschienen, den Thierry bei genauerem Hinsehen als jenen Lord Fletcher ausmachen konnte, der die Nachhut gebildet hatte und dann in den Tower entschwunden war.

Doch wenn er hier war… dann konnte seine ‚Entführerin‘ auch nicht weit sein, schoss es dem Jüngling durch den Kopf, als er auch schon ein überraschtes „Ihr?“, vom oberen Ende der Treppe vernahm, gefolgt von einem „Was tut ihr hier? Was habt ihr mit all dem hier zu tun?“, welches eindeutig sehr viel feindseliger klang.

Thierry war perplex. Er streckte den Finger in Richtung des Mädchens aus und rief. „Wie was habe ich hiermit zu tun?“, seine Hand ruderte wild in der Luft, als der junge Mann sich immer mehr ereiferte. „Ihr! Was habt ihr hier getan? Ich meine äääh…“, Thierry stockte und sein Gesicht wurde rot. Um genau zu sein hätte er ja nicht viel anders gehandelt, schließlich wusste sie nicht, was vor sich ging, jedenfalls war dies anzunehmen, wenn selbst der alte Volker überrascht gewesen war.

„Also ich meine…“, Thierry druckste herum, als es ihm bei dem Gedanken, wie sehr sich Lord Gaunt und Juan gerade zur Sekunde auf dem Hof austobten, kalt den Rücken herunterlieft. Doch genau in diesem Moment hatte sich der Jüngling wieder gefangen. Hier ging es um zu viel, als dass er nun die Unsicherheit eines Knaben an den Tag legen konnte. Mit gefasster Stimme sprach Thierry: „Lasst mich zur Königin und zum König. Ich bitte euch! Jetzt! Es ist… es ist…“, wieder dieses verdammte Stocken in der Stimme. „Es ist mein Recht!“ Endlich, da war sie wieder, die Fassung von zuvor.

Volker zuckte ratlos mit den Schultern und blickte in Lilys und Yews Richtung. „Was soll ich sagen? Was der Junge ausspricht, stimmt.“


 
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Yew Fletcher

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Downstairs to Uncertainty      16.02.2019 00:02:41 --- 2 Monate her  
Wie angewurzelt stand der Kanzler da und verfolgte das verbale… Geplänkel…?
Da war zum einen Lilith, welche als gewissermaßen „Hausherrin“ im Tower einen unmissverständlichen Ton dem Besuch gegenüber angab. Zum anderen war da dieser Junge, der sichtlich um Haltung rang aber ebenso prekäre Worte hervorbrachte. Was hatte das alles zu bedeuten? Und weshalb sollte dieser Knabe Rechte genießen, welche über jene eines gewöhnlichen Gastes hinaus gingen?

Volker erwiderte und machte damit unmissverständlich klar, dass er weit mehr zu wissen schien, als Yew. Und so gut dieser den treuen Schildträger über die Jahre kennengelernt hatte, gab es gab keinen Grund an seiner Aussage zu zweifeln. Die anfängliche Anspannung fiel vom Fletcher ab. Schnell befestigte er die Axt, die er bis eben noch verkrampft vor Verunsicherung in der Hand gehalten hatte am Gürtel und versuchte seine Gedanken zu ordnen, den Nebel der Ungewissheit etwas zu lichten.

Dabei kam ihm die Szene in den Sinn, als ihnen, der gesamten zum Tower angereisten Delegation, entgegen des anfänglich vehementen Widerstandes plötzlich doch der Zugang zum Hof des Towers gewährt wurde. Seiner Zeit überschlugen sich die Ereignisse derart, dass Yew nicht im Ansatz einen Gedanken daran verschenkt hatte, wie es denn überhaupt dazu gekommen war. Doch nun würde er das tun.

Er blickte zum Ring an der Hand des jungen Mannes. Er begann zu begreifen, doch wollte er es nicht wahrhaben. Noch nicht. Und er musste es sehen. Sicher, er hätte die Geschichte auch aus Volkers Mund erfahren können. Doch er musste es mit eigenen Augen sehen. Und so trat er vor den Jungen, selbstsicher, fixierte ihn mit noch immer zweifelndem Blick und ergriff nach einer unterschwelligen Geste, welche wohl so viel bedeuten sollte wie „…du gestattest?“ die Hand, an er sich der markante Ring befand.

Stumm musterte er das Siegel. Seine Gedanken überschlugen sich… die Worte, welche er noch eben im Thronsaal befindlich an Lilith gerichtet hatte… die uneingeschränkte Unterstützung, die er ihr zugesichert hatte… sollte sein Eid noch sehr viel früher einer Prüfung unterzogen werden, als er sich je hätte vorstellen können?

Er räusperte sich… vielleicht waren diese Gedanken auch völlig unnötig und es gab in Wirklichkeit keinen Grund sich Sorgen zu machen? Eines jedoch stand fest: sollte der Junge Recht behalten, und danach sah es angesichts Volkers Äußerungen aus, dann würde es das Bild, welches Yew von der Familie seines alten Freundes hatte, neu arrangieren.

Schnell fasste er die Situation für sich zusammen: Beide, König und Königin, schienen auf mysteriöse Art und Weise aus der Welt geschieden zu sein, England war führungslos, kopflos? Es stand außer Frage, was zu tun war - der Thron musste besetzt werden. Besser gestern als heute. Und bis vor wenigen Momenten gab es auch keinerlei Zweifel daran, wer das Erbe antreten würde.

Nun aber hatte ein „neuer" Akteur die Bühne betreten und sorgte mit seiner Präsenz dafür, dass eine Frage auf Yews Seele brannte wie keine Andere sonst in diesem Augenblick. Eine Frage, die über einiges würde entscheiden.

Ohne sich von Thierry abzuwenden, Volker und die Prinzessin hinter sich wissend, schaute er dem Jungen nun unmittelbar in die beinahe ungetrübt-jugendlichen Augen: „Sag mir eines: wie alt bist du, junger von Tronje?


 
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Leandra Lilith von Tronje

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Verrat      17.02.2019 00:06:57 --- 2 Monate her  
Ein Junge! Ein Tronje-Junge!
Zum etwa fünfzehnten Mal trat Lily gegen die steinerne Irminsul, vor der noch die Reste des Fluchrituals lagen, das sie mit ihren Schwestern vor nur einigen Stunden vollzogen hatte.

Ihre Eltern verschwanden und auf einmal stand dieser JUNGE da, der ANGEBLICH ihr Bruder war.
Arrogant und überheblich stand er da und wartete darauf, König zu werden.

Was dachte er sich nur dabei? Und was hatten sich ihre Eltern dabei gedacht, ihn zu verheimlichen?
Warum? Warum hatte niemand sie gewarnt? Lily stieß einen wütenden Schrei aus und schlug mit der Faust gegen die Irminsul, was sie direkt bereute. Ihr zweiter Schrei war noch wütender und dazu noch schmerzerfüllt.

Lily fühlte sich verraten. Von ihren Eltern und den Vertrauten, die davon gewusst hatten und diesen Jungen nun behandelten als wäre er der Erlöser. Dieser arrogante Schnösel würde die Schwestern wahrscheinlich in aller Herren Länder an alte Männer verheiraten um irgendwelche Beziehungen zu verbessern. Aber nicht mit ihr, sie würde ihre Schwestern beschützen, notfalls mit ihnen fliehen aber nicht ohne zu kämpfen!

Warum, warum nur war die Situation wie sie war?
Erschöpft von ihrer Wut, der Sorge und dem Schlafmangel lehnte sich Lily gegen das steinerne Wahrzeichen und ließ sich daran zu Boden sinken. Wie hatten ihre Eltern sie alleine in einer Welt zurücklassen können, in der alle gegen sie waren? Nun, zumindest nicht für sie.

Sie hatte das dringende Bedürfnis, etwas zu treten, doch statt dessen zog sie den warmen Umhang um sich und legte die Arme um ihre Knie. Welche Optionen hatte sie denn noch? Die Irminsul...sie hatte nicht denselben Zugang zu ihrer Macht wie ihre Mutter. Lene, Lene hatte diesen Zugang, doch sie war zu jung, um alles zu verstehen.

Sie wollte schreien und weinen vor Verzweiflung, doch es ging nicht. Sie war wie versteinert.
Verraten und alleine. Sie musste irgend etwas tun. Egal was. Lily schloss die Augen. Erfrieren war vielleicht eine Option.
 
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Leandra Lilith von Tronje

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Stille.      19.02.2019 20:20:52 --- 1 Monat, 4 Wochen her  
Natürlich war Lilith nicht erfroren, denn ihre Schwestern hatten sie gefunden und sie mit Fragen bombardiert und wieder zurück ins Warme gezerrt. Ja, Schwestern konnten ein Segen sein. Manchmal.

An diesem Abend, nach der kurzfristigen und ereignisreichen Inthronisation ihres Bruders, den sie eigentlich noch nicht einmal unter vier Augen gesprochen hatte, hatte sich Lily auf einen der Wachtürme verzogen, von dem aus sie, eingehüllt in insgesamt drei Mäntel, verträumt in die nächtliche Landschaft schaute und die Ereignisse dieses Tages an sich vorbeiziehen ließ. Schätzungsweise waren die Männer jetzt dabei, sich die Bäuche mit Wein und Brot, vielleicht noch Käse und Speck, vollzuschlagen, doch sie hatte sich dezent zurückgezogen, sobald es die Etikette erlaubte. Schließlich trug sie die Verantwortung für ihre Schwestern, die nach den Aufregungen spürbar ihre Nähe und ein wenig Schutz suchten.

Lene war furchtbar überreizt gewesen und hatte bitterlich geweint, doch nun schlief sie, während die beiden älteren noch spielten. Irgendwie war sie nun auf einmal Mutter. Irgendwie.

Es war kalt hier draußen und sie pustete Wolken aus Atem in die Luft, während der Mond die Wolken beleuchtete und alles irgendwie heller wirkte als in einer normalen Nacht. Lilith dachte nach über die Veränderungen, die sich von nun an ergeben würden und wie sie damit umgehen sollten.
Bevor sie gegangen war, hatte sie Yew gebeten, am nächsten Tag ein Gespräch mit ihrem Bruder zu organisieren. Nur sie beide. Es war nötig, bevor er in den Krieg zog.

Doch nun genoss sie die Stille und wartete darauf, dass sich der Sturm in ihrem Inneren beruhigte.
 
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Theoderich von Tronje

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Stille..      21.02.2019 20:57:03 --- 1 Monat, 3 Wochen her  
Langsam glitt Theoderichs in Leder gehüllte Recht über die alten verwitterten Steine und wischte verspielt den Schnee von ihnen ab. Früher hätte der Tronjer hieraus einen kleinen Ball geformt und mit diesem versucht, etwas oder jemanden abzuwerfen… er musste schmunzeln, während er den großen finsteren Eingang des Gebäudes betrat und sofort wurde seine Miene wieder ernst.

Die Stufen vor ihm waren ausgetreten, jedoch trocken. Auch wenn sie aus der alten Zeit der Sachsen, ja vielleicht sogar noch der Römer stammen mochten, so waren sie doch in all den vergangenen Jahren gepflegt worden, dies merkte man ihnen auch an und so stapfte Theoderich auf ihnen empor seinem Ziel immer weiter entgegen.

Was würde ihn erwarten? Sein Herz pochte leise. Was sollte er bloß sagen? Es würde sich wohl schon alles fügen. Und wenn nicht? Die Gedanken um den Kronrat vom Tage gingen ihm durch den Kopf, als er auch schon die Spitze des Turmes erreicht hatte.

Sacht beleuchtete der volle Mond die Szenerie, während kalte kleine Schneeflocken, gleich der Feen aus den Sagen der alten Zeiten ihren Reigen im Schein des milchigen Lichtes tanzten. Welch ein wunderschöner Anblick sich ihm hier bot. Lilith stand an der Brüstung, ihr Rücken war Theoderich zugewandt. Sollte er diesen Augenblick zerstören? Oder doch noch kurz ausharren, zumindest nur eine winzige Zeitspanne… ein Weilchen der Windstille im tosenden Meer der Unendlichkeit nutzend…

„Weiß wie Schnee…“, flüsterte der Tronjer leise und verträumt... Ohne genau zu begreifen, warum er dies gerade getan hatte.


 
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Leandra Lilith von Tronje

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Der Apfel fällt nicht weit...      21.02.2019 22:19:58 --- 1 Monat, 3 Wochen her  
Ein Geräusch! Lilith fuhr herum und blinzelte.

"Ihr seid es!" stieß sie dann hektisch hervor und gleich darauf, etwas ruhiger. "Verzeih. Du bist es. Komm nur."
In ihrem Kopf überschlugen sich die Sätze, die sie ihm sagen wollte. Musste. Sollte.
Herrjeh, bei Irmin, wie begann man ein Gespräch mit dem eigenen Bruder, von dessen Existenz man vor ein paar Tagen...oder Stunden? Noch nichts wusste?

"Verzeih" begann sie dann nochmal, "du musst dich schrecklich fühlen in dieser ganzen Situation. Es ist alles sehr verwirrend, wobei das noch nicht einmal annähernd das ausdrückt, was wir fühlen. Also ich und...die Mädchen. Deine Schwestern."

Sie wandte kurz den Kopf zur Seite und sah in die Dunkelheit, bevor sie fortfuhr, "ich bin sicher, dass unsere Eltern nicht wollten, dass das hier passiert. Aber nun können wir es nicht ändern, also....sollten wir darüber reden, wie wir damit umgehen. Mit allem. Was du von uns erwartest. Oder ob...ob du Hilfe brauchst. Wie wir dich unterstützen können, falls du das möchtest. Oder duldest... Aber eines sage ich dir: Keines der Mädchen wird politisch verheiratet! Unsere Mutter hätte das niemals zugelassen und ich, ich lasse das auch nicht zu!
Ich allein entscheide, wohin sie gehen, wohin wir gehen, wenn wir London verlassen."

Nun hatte sie doch ihre größte Angst ausgesprochen, nämlich von ihren Schwestern getrennt zu werden.

"Verzeih noch einmal" fuhr sie dann wieder ruhiger fort und gestikulierte beschwichtigend, "ich möchte dir nicht unterstellen, dass du so etwas planst, es ist nur so...manchmal haben Berater komische Ideen und können überzeugend sein. Aber lassen wir das. Brauchst du...ich meine, kann ich dich unterstützen? Was möchtest du wissen? Wir müssen über so vieles reden."

Lilith lächelte und wollte einen Schritt auf ihren Bruder zugehen, doch die beiden Mäntel, die sie um sich gezogen hatte, saßen zu eng um ihre Beine, so dass sie strauchelte, fiel, und sich gerade noch an Theoderich festhalten konnte um nicht der Länge nach auf dem Boden zu landen.
 
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