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THEMA: Re:Auf alten Pfaden
 
Liam Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      27.09.2019 19:31:55 --- 5 Monate her  
Mehr als ein verschlafenes Seufzen bekam er nicht raus, vernahm er ihre Stimme nur noch halb, da er fast schon wieder im Lande der verschwommenen Träume war. Natürlich würde er sich später noch anhören müssen, was für ein verantwortungsloser Vogel er sei. Doch dafür hatte er in diesem Moment der Schwäche sicher kein Verständnis.

In einem kleinen Raum in der Kaserne der Söldner

Warten. Das war wohl das Einzige, was ihm blieb. Winchester war eine interessante Stadt, doch hier in der Kaserne der Söldner wirkte die Stadt ausgegrenzt, verstoßen, ungewollt. Dieser alte Blackthorn hatte aus der kleinen Kaserne eine kleine Festung gemacht. Wirklich erstaunlich doch die Gerüchte waren so verhärtet, waren die Söldner lange nicht mehr das, was sie einst unter Braga waren. Ein loser Haufen von Säufer und Schlägern. Eine kopflosen Bestie, die sich darauf verstand, die Muskeln spielen zu lassen. Der mit dem Grips war nicht mehr und dies merkte man jeden Tag.
Zum einen eine gute Sache. Doch der tot des alten Blackthorn hatte ein gewisses Vakuum mit sich gebracht und andere, mindere Anführer und Möchtegern versuchten seinen Platz einzunehmen.
Der neue König war verschwunden, nachdem er so verherrlicht wurde. Auch von den Töchtern der Königsfamilie war nichts mehr zu hören. Noch von den Fletcher oder anderen führenden Köpfen des englischen Adels. Stattdessen waren es nun andere, die herrschten. Alistan empfand es als interessante Entwicklung. Doch es war eine gefährliche Entwicklung und er befürchtete, England könne wieder in die Anarchie verfallen, wie einst bei seinem Großvater. So viele Geschichten hatte er gehört von all den wilden Königen, die in den alten Tagen über England herrschten. Natürlich kam mit den Tronje Ordnung ins Land. Und jetzt, wo ihre Dynastie als erloschen galt, kam das Chaos zurück. Doch die Vergangenheit hatte keinen Platz in diesem neuen England. Und das war etwas, was Alistan entsprechend nutzen würde. Und das Werkzeug dazu? Vielleicht lag es bald in seinen Händen. Doch nun? Nun hieß es warten in diesem kleinen Raum. Warten auf den vermeintlichen neuen Anführer der Söldner.

Als die Tür aufging, erhob er sich augenblicklich von seinem Platz und verbeugte sich knapp. Eine Wache trat ein und hinter ihm erschien eine Frau, mit einem Kleid und einem rechten ermüdeten Gesichtsausdruck. Alistan runzelte sichtlich überrascht die Stirn. Eine Frau? Also eine Anführerin? Er hatte einen Adeligen erwartet. Jemand mit Rang und Namen. Diese Frau jedoch...er kannte sie nicht. Interessante Entwicklungen, keine Frage...


 
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Johanna

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Re:Auf alten Pfaden      27.09.2019 20:43:19 --- 5 Monate her  
So müde sie war, so reizend lächelte sie, als sie eintrat. "Guten Morgen Lord Alistan, verzeiht, dass Ihr warten musstet. Mein Gemahl ist... unabkömmlich. Er inspiziert die Übungsplätze und die Schmieden. Die Wache brauchte einen Moment, um mich zu finden." Eine super Ausrede, wenn man bedachte, dass Johanna noch nie bei Hofe gelogen hatte und das bislang schlicht nie im Bereich des Notwendigen gelegen hatte. Die Müdigkeit wurde weggelächelt, indem sie seiner Lordschaft die Hand hinreichte, damit er sich angemessen benehmen konnte.

[color=#000080]"Es wurde bislang versäumt, uns vorzustellen. Lady Johanna Blackthorn. Bitte, nehmt Platz"[/Color], bat sie höflich. "Ich nehme an, Ihr habt eine Beschwerde bezüglich unserer Männer?" Ja, unsere Männer. Ihr war klar, dass jeder dieser Söldner nicht nur Liam, sondern jetzt auch ihr selbst bis in den Tod folgen würde.

Sie selbst schenkte ihm Wein ein, sich selbst einen halben Becher, den sie mit Wasser verdünnte, jedoch ohne Kommentare zu den Gründen abzugeben. Sie hatte sich auf dem Weg immerhin übergeben. Zwei Mal übergeben, wenn man es genau nahm und genau deswegen war sie auch so ermüdet. Johanna nahm Platz. "Oder führt Euch etwas Anderes zu uns?" Sie fragte höflich und zurückhaltend, lehnte sich im Sessel zurück, als gehöre der Raum ihr vollkommen, etwas das Liam besser konnte als sie, aber das sie trotzdem versuchen musste zu lernen und lächeln, wie eine Dame... wobei es ging. Bisher schlug sie sich gut. Hoffte sie.
 
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Liam Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      27.09.2019 22:19:11 --- 5 Monate her  
Lady Blackthorn...“, nochmals verbeugte er sich vor ihr, was nur der höfischen Etikette geschuldet war. Eine Blackthorn? War sie das Weib von diesem Liam? Alistan hatte gedacht, dieser fristete sein Dasein in Lissabon, hatte sich vom Dasein des Söldnertums abgewandt, weit weg von den Geschicken Englands. Das änderte einiges.
Ich hatte nicht erwartet, dass mich heute eine edle Dame empfängt. Doch eure Anwesenheit ehrt mich“, er lächelte, was natürlich nur eine gespielte Miene war. Er konnte es so perfekt. Die Leute verfingen sich so schnell in sein Netz aus Intrigen und falschen Erkenntnissen. Verstanden seine Gutmütigkeit, seine Ehre und sein Verständnis der ritterlichen Tugenden ganz falsch. Dieses kleine Küken würde er spielend um den Finger wickeln. Zumal sie sicher auch eine ganz nette Trophäe fürs Bett wäre. Sie wäre nicht die erste, dessen Schenkel er spreizen würde.

Doch ich denke, euer Handeln wird dem eures Gatten entsprechend decken. Ich bin nicht hier, um mich zu beschweren“, seine Mundwinkel zuckten, seine Augen strahlten Ehrlichkeit aus. Das Gift konnte sie nicht sehen.
Als sie nun in diesem Sessel saß, kam er ihrer Geste nach, nachdem sie mit einer lässigen Handbewegung ihm einen Platz anbot. Alistan nickte dankend und setzte sich ihr gegenüber.
Nun Mylady, ich bin hier zu euch... gekommen, um über...politische Dinge zu sprechen“, na wunderbar. Politik mit einem Weibsbild. Nicht gerade das, was Alistan vorzog. Doch in diesem Falle hatte er wohl keine Wahl.
Ehrlich gesagt brauche ich die Dienste eures Mannes und seiner...Söldner“, er faltete die Hände, die Ellenbogen an den Stuhllehnen abgestützt. Er wunderte sich, dass kein Wein serviert wurde, war sein Hals doch etwas trocken.
Die dauernden Überfälle der Iren haben dazu geführt, dass die Stabilität...die Sicherheit in meinen Ländereien – die selbstredend mit am meisten unter den Überfällen leiden – drastisch in sich zusammenfällt. Meine Männer können all den versprengten Iren und den marodierenden Banditen nicht mehr Einhalt gebieten. Ich brauche...professionelle Hilfe. Und es heißt, hier finde ich diese“, auch wenn er sich nicht mehr so sicher war, wirkten die Männer im Hof ganz und gar nicht in Form. Eher wie Gesindel, welches jeden Abend zu tief ins Glas schaut.
Ich bin hier, um die Söldner anzuheuern. Eine kampfstarke Truppe, die sich um dieses Mordgesindel kümmert, während ich wieder Ordnung in die Städte und Dörfer bringe. Ich kann nicht überall zugleich sein. Und wenn dies eure Entscheidung erleichtert...“, mit einer schnellen Handbewegung trat ein Diener hervor, in seinen Händen eine kleine Truhe, die er zugleich auf den Tisch abstellte, öffnete und so Johanna einen Blick auf Gold- und Silbermünzen offenbarte. „....würde ich gerne gleich einen Vertrag aufstellen“, er grinste nun, beobachtete Johanna genau. Ob sie noch Reich waren? Es hieß, das Haus Blackthorn hatte hohe Schulden.


 
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Johanna

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Re:Auf alten Pfaden      27.09.2019 23:06:21 --- 5 Monate her  
Sie wusste nicht, warum die Anwesenheit einer Dame, ihn ehren sollte, aber sie lächelte freundlich und erwiderte seine Worte mit einer Floskel. "Und Euer Besuch, ehrt uns."

Was sie dann aber hörte, stimmte sie nachdenklich. Er bot ein Geschäft an und offensichtlich etwas Gold und Silber. Dinge, welche die Truppe gebrauchen konnte. "Ihr wisst es nicht oder?", fing sie an und schob ihm einen Weinkelch zu. "Ich wäre froh, wenn wir endlich Frieden mit Irland schließen würden und sage das meinem Schwager - seiner Majestät - auch regelmäßig. Meine Kinder sollen nicht im Krieg groß werden. Dennoch verstehe ich Eure Not", sagte sie vollkommen ruhig. Ihr war klar, dass England mehrfach versucht hatte mit Irland zu reden, dass Irland bockte wie ein störrisches Kleinkind und dass sie keinerlei Interesse daran hatte, diese Sache fortzusetzen. Eine Sache war ihr aber klar: jetzt einen Vertrag schließen, ohne mit Liam darüber zu beraten, war falsch.

"Sagt mir, was Ihr anbietet und ich sage meinem Ehemann, was Ihr zu bieten habt. Kommt heute Abend zum Essen und dort könnt Ihr Euren Vertrag unterzeichnen lassen oder neu aufsetzen, je nachdem was mein Gemahl darüber denkt. Ich denke doch, Ihr versteht, dass es anmaßend und falsch wäre, einem Vertrag zuzustimmen oder ihn abzulehnen ohne meinen Gatten gehört zu haben? Schlussendlich ist es seine Entscheidung, nicht die meine. Aber egal, was ihr zahlen wollt... es ist zu wenig, Ihr fragt nach der besten Truppe und wollt mich mit einem Kistchen Gold verleiten. Unsere Männer sind die besten, die Ihr in ganz England finden werdet und sie sind sicherlich nicht allein dafür da, dass sie Banditen und versprengte Dummköpfe jagen. Ihr habt da draußen die beste Truppe Englands, ach was, Europas." Nein, Verträge waren Liams Angelegenheit und ihr war klar, dass sie sich damit nicht ausreichend auskannte, aber ihr war auch klar, dass dieser Mann sie nicht ernst nahm, weil sie Brüste und einen Babybauch hatte.

"Wart Ihr ein Freund von Liams Vater?" Nein, sie spielte keine Hofspielchen mit und sie würde mit diesem Mann nicht spielen. Er würde sie sowieso nicht ernst nehmen, da konnte sie auch höflich lächelnd plaudern. Dass er sich eine Affäre erhoffte, ahnte sie nicht, aber dass ihre Beine sich stets nur für Liam öffnen würden, ahnte er ja auch nicht.
 
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Liam Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      28.09.2019 12:14:38 --- 5 Monate her  
Wie er erwartet hatte, verstand sie tatsächlich wenig von gut geführter Politik, denn sie verstand die kleinsten Gesten nicht. Aber das war zu verkraften, sah sie zumindest gut aus. Alistan lächelte knapp und blieb ruhig dort sitzen, ließ sich nichts anmerken, hörte ihren Worten zu. Ein Essen also? Er war nicht abgeneigt, zumal er dann wohl auch zu einem besseren Abschluss kommen würde, was den Vertrag anging.
Ein Abendessen klingt gut“, kam es dann von ihm und er nickte einmal, als hätte er das ganze damit abgesegnet. War es unhöflich, aufzustehen? Er tat es einfach, denn er hatte derweil noch andere Geschäfte abzuschließen. „Ich freue mich darauf“, gab er freundlich kund und verbeugte sich noch einmal. Johanna blieb sitzen, was wohl auch ihren wachsenden Bauch zuzusprechen war.
Als er der Etikette genug gefrönt hatte, machte er Anstalten, den Raum zu verlassen. Doch blieb er neben ihrem Sessel stehen, blickte zu ihr runter. Wieder dieses Lächeln, dieses giftige, korrumpierende Getue.
Eines noch, edle Dame“, kam es etwas ruhiger, „Ihr möget die besten Söldner haben“, perlte es leise und giftig von seinen Lippen, „Aber ihr habt keinen Braga Blackthorn mehr“, war es eine Drohung? Viel eher eine Feststellung. Die Wölfe wussten, dass der Bär niedergestreckt wurde. Wer musste den Rest also noch fürchten?
Leise knackte der Holzboden, als Alistan den Raum verließ. Die Türe wurde geöffnet, man hörte Schritte auf dem steinigen Boden des Flures. Dann stille....
Das „Kistchen“ mit Gold und Silber? Es stand auf dem Tisch.


 
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Re:Auf alten Pfaden      28.09.2019 23:25:02 --- 5 Monate her  
Er war noch nicht ganz aus der Türe, als Johanna auf die Füße kam, den Deckel der Kiste schloss und dem Wachmann an der Tür befahl. "Lord Alistan hat eine Kiste vergessen. Greif sie dir und folg mir!", sie war harsch und wütend.

Nicht lange, bis sie ihn im Gang wieder sah. "Lord Alistan!", erhob sie die Stimme und nutzte dabei den Hall den die Mauern erzeugten, um ihrer Stimme einen volleren Klang zu geben. "Ihr habt zwei Dinge vergessen. Erstens: Der Blackthorn ist tot, lang lebe der Blackthorn!" Das war das erste. Der Wachmann schloss endlich auf und sie nickte ihm zu, wodurch der die Kiste zu Lord Alistans Füßen abstellte. "Zweitens: Jeder trägt sein Gepäck allein. Auch Ihr werdet in dieser Kaserne nichts stehen lassen. Bringt es zum Abendessen wieder mit, wenn Ihr meint. Aber ich werde nicht zwei Wachen damit beauftragen Euer Habe umsonst zu bewachen. Ich weiß besseres mit deren Zeit anzufangen." Und dann lächelte sie und es war ein gefährliches Lächeln. "Drittens: mein Gatte wird von dieser Unterhaltung erfahren. In allen Einzelheiten. Ich freue mich darauf, Euch beim Essen zu sehen. Euch und... Eure Gattin? Es ist sicher reizend, sie kennen zu lernen und mit ihr anzustoßen." Nun drohte sie, ganz eindeutig. Wenn sie Liam erzählte, wie schäbig sich seine Lordschaft benommen hatte, dann würde das kein ruhiges Abendessen und seine Gemahlin... nun vielleicht war sie bald eine nett anzusehende Witwe... "Guten Tag Euer Lordschaft." Sie würde ihn aus diesem Gespräch entlassen und nicht er sie. Das hier war ihr Haus und sie würde einen Teufel tun und sich von einem Mann demütigen lassen.

~*~

Sie berichtete Liam natürlich alles, während sie sich für das Abendessen zurecht machte. Ihr war mulmig, weil sie nicht wusste, ob er das unterstützen würde. Sie hatte immerhin ganz klar, ihr noch sehr frisches Hausrecht benutzt. "Ich weiß, uns fehlen die Einnahmen aus Lissabon, aber... ich werde nicht zusehen, wie er versucht dich zu demütigen", schloss sie ihren Bericht und wählte ein wenig Schmuck aus, reichte Liam ebenfalls etwas, das aussah wie ein Schmuckstück und lächelte. "Er ist ein Idiot, wenn er dachte, er könnte mich über den Tisch ziehen."
 
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Liam Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      30.09.2019 20:18:34 --- 4 Monate, 4 Wochen her  
Da saß er nun auf der Bettkante, hörte seiner Gemahlin zu, die über die Begegnung mit dem Lord erzählte. Noch immer ging es ihm nicht sonderlich prächtig. Doch er würde das durchhalten, nachdem seine Gemahlin entschieden hatte, heute Abend ein kleines Festessen zu geben.
Er wischte sich mit der Handfläche über das Gesicht, seufzte leise und starrte dann auf einen leeren Punkt vor sich, wartete, bis Johanna fertig war und sie ihm etwas reichte.
Liebste...“, begann er, „Lord Alistan ist....ein gewisses...wie soll ich sagen...“, er sah zu ihr hoch, „Er ist nicht die Art Mann, die man unterschätzen sollte“, er richtete sich nun auf und plötzlich war Johanna wieder die kleine.
Es ist wunderlich, dass er zu uns kam, nachdem mein Vater ihm eine solche Schmach verpasste“, Liam atmete deutlich hörbar aus, „Mein Vater pflegte es, die eine oder andere Mätresse warmzuhalten. Und zu denen gehörte auch die Schwester von Alistan. Natürlich bekam er diese Schmach bei der Hochzeitsnacht seiner Schwester heraus und verärgerte damit einen mächtigen französischen Adeligen, dem die Hand der Tochter versprochen wurde“, er sah ihr in die Augen, war da eine gewisse Sorge, „Braga ist tot, was Alistan ganz gewiss gefiel. Nun bin ich es aber, der hier das Zepter hält. Und ich bezweifle, das Alistan die vergangene Schmach vergessen hat und sie unausgesprochen auf mich übertragen hat“, er atmete noch einmal durch. Die Sünden des Vaters waren zumeist die Strafen des Sohnes hatte er Vojtech einmal sagen hören und in diesem Falle traf es voll zu.
Liam hatte geahnt, dass dieser Tag kommen würde. Doch so schnell, damit hatte er nicht gerechnet. Er vermutete, das Alistan gehofft hatte, jemand anders würde die Söldner führen. Jemand, den man besser „handhaben“ konnte. Und wer weiß, welche kranken Dinge noch so im Kopf des Lords heranwuchsen.
Ich höre mir an, was er zu sagen hat. Wenn ich dadurch die Wogen ein wenig schlichten kann, so werde ich es tun. Aber wir sollten ab sofort aufpassen, wie wir auftreten, Liebste. Nun haben wir die Verantwortung“, dabei sah er an ihr runter und zärtlich strich seine Hand über den wachsenden Bauch seiner Gattin.
Unsere Kinder sollen mit Vater und Mutter aufwachsen. Ich will nicht, dass sie die gleichen Dinge erfahren müssen....wie wir...“, er sah wieder zu ihr hoch und ein sanfter Kuss war es, der diesen Wunsch besiegelte.


 
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Re:Auf alten Pfaden      01.10.2019 14:09:59 --- 4 Monate, 4 Wochen her  
Sie lauschte ihm ernst und erwiderte seinen Kuss, schmiegte sich nur einen Moment an ihn und lächelte dann. "Sie werden mit Vater und Mutter aufwachsen, auch wenn ich etwas Respekt von diesem Halunken gefordert habe", meinte sie dann sacht. "Wärst du aufgestanden, hättest du gewusst, was zu tun ist. Geschäfte sind deine Sache... Ich verstehe offensichtlich wirklich wenig davon. Ich weiß, wie diese Truppe funktioniert, aber wer mit wem Streit hat und aus welchem Grund? Meine Güte, dann hatte Braga eben die Unschuld seiner Schwester. Wen juckt's? Ich versteh es nicht... von Jungs erwartet man, dass sie Erfahrungen sammeln, aber wehe ein Mädchen macht welche... Du hattest in deiner Hochzeitsnacht auch keine Jungfer mehr" Wobei sie lachte, wussten sie doch beide, dass er irgendwann mal ihre Unschuld gehabt hatte und es deshalb vermutlich etwas anderes war. "Wenn die so hässlich war wie er, hatte dein Vater einen schlechten Geschmack", musste auch mal gesagt werden oder? "Und ich bin dagegen ihm... nun ja... allein Ruhm und Anerkennung zukommen zu lassen. Die Menschen müssen wieder Vertrauen in die Söldner und den Namen Blackthorn fassen. Wir müssen uns einen Namen machen. Ich hab gehört, es geht das Gerücht um, wir seien verarmt."

Liebevoll wanderten ihre Fingerspitzen seinen Rücken auf und ab, während sie sich an ihn schmiegte, sich halten ließ und ihn hielt. Ein kurzer Moment der Vertrautheit, der unterbrochen wurde davon, dass jemand klopfte und meldete, dass Lord Alistan eingetroffen sei. "Wir sollten seine Lordschaft nicht warten lassen. Aber... er ist mir unangenehm." Dazu Killian. Wie käuflich war Liams Freund? Sollte sie Angst haben? Vermutlich, aber sie war Liams Frau, was sollte ihr geschehen?
 
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Liam Blackthorn

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Re:Auf alten Pfaden      03.10.2019 20:50:26 --- 4 Monate, 3 Wochen her  
Es war ein seltsames Gefühl, am Tisch mit diesem Lord zu sitzen, dessen Ehre sein Vater einst beschmutzt hatte. Es wirkte beinahe so, als hätte Liam selbst diese Tat vollbracht, auch wenn dem nicht so war. Alistan war alleine gekommen, hatte er kein Weib mit nach Winchester gebracht, war nur er, ein Leibdiener und sonst seine Wache anwesend, auch wenn sein Gefolge sich im Hintergrund aufhielt.
Die Söldner genossen nach wie vor einen gewissen Ruf, doch der reich gedeckte Tisch untermalte diesen Ruf in keiner Weise, wirkte das ganze eher wie ein Bankett am Königshofe, als einem wilden Saufgelage.
Die kurze Frist, die der Koch zeit hatte, all diese Gänge vorzubereiten, war schon eine Herausforderung für sich und doch vollbrachte er diese Glanzleistung.
Rahmfladen mit feinen Kräutern aufgebacken. Birnenpudding und Pfefferkirschen in Karamellsauce. Gebratene Ente, böhmische Erbsen mit Speck, Schmachtlappen und dazu einen teuren roten Silvaner, von dessen Existenz keiner der Söldner wusste, außer der Koch selbst.
Allen Anschein hatte es den Lord überrascht, dass man ihm so gut aufdeckte und er genoss das essen, wobei er vor allem die gebratene Ente in höchsten Tönen lobte.
Ausgezeichnet, wirklich ausgezeichnet!“, kam es nur von ihm, eher sich ein weiteres Stück Fleisch von der Ente in den Mund schob und genüsslich kaute und schmatzte.
Aber...“, er sprach mit vollem Mund, welches gebaren er gleich mit einem Wink entschuldigte, „Vergebung. Ich vergesse noch meine Manieren“, er lächelte kurz, „Doch wir sollten zu den Dingen kommen, auf die es an diesem heutigen Abend eigentlich ankommt“, er lächelte erneut und wischte sich die fettigen Finger an einem Tuch ab.
Eure reizende Gattin....“, ob er diese kurze Pause extra machte?, „...Sie hat euch sicher schon erzählt, warum ich hier bin“.
Durchaus hat sie das“, kam es mit ruhiger Stimme von Liam, der seinen Weinkelch in den Händen hielt. Er war tatsächlich nicht sehr hungrig, wollte aber seinem Gast nicht vor den Kopf stoßen, weshalb er hier und da doch mal einen Bissen nahm.
Ihr habt Probleme mit Banditen und anderem Gesindel“.
Alistan nickte, während er kaute, ehe er runterschluckte. „So ist es. Und ihr könnt euch sicher denken, warum ich zu euch kam“, das konnte Liam, wobei er sich dafür entschied, Alistan etwas Naivität vorzuspielen.
Ein paar Banditen sind keine Herausforderung“.
Alistan lachte bei dieser Bemerkung, auch wenn es eher ein gekünsteltes Lachen war.
Auch da gebe ich euch recht. Aber der Krieg frisst uns Adeligen auf. Und sicherlich ergeht es den Söldnern ebenso schlecht, sah ich seid dem Tot eures Vaters - möge er in Frieden ruhen - keinen Söldner mehr auf dem Schlachtfeld. Wobei...“, er hielt kurz inne, blickte durch das kleine Fenster auf der linken Seite, von wo aus man den Kirchturm sehen konnte, „...ist es sicherlich nicht sehr einträglich, gegen ein paar schmutzige Schafhirten zu kämpfen“, er wischte sich mit dem Tuch die fettigen Lippen ab, blickte kurz zu Johanna, der er aber keine weitere Beachtung schenkte, da sie nur eine reine Nebensache am Tisch war.
Doch die Banditen in meinen Landen sind weitaus gefährlicher. Es gibt unter ihnen viele Deserteure. Kampferprobte Männer, die wissen, wie man kämpft. Und da viele meiner eigenen Männer immerzu in Irland kämpfen, habe ich gerade genug, um die Ortschaften zu schützen. Also nie genug, um offen vorzugehen“, er lehnte sich im Stuhl zurück, verlagerte sich auf die rechte Seite und stützte seinen Ellenbogen auf der hölzernen Lehne ab, während er sich mit den Fingern sanft durch den Bart streichelte.
Derzeit habt ihr wohl die größte Armee auf der Insel. Euer Halbbruder sitzt auf dem Thron und...
Er ist nur ein Truchsess“, wandte Liam ein und hörte nun ebenfalls auf zu essen. Alistan hielt kurz inne, nickte dann. „Nun gut, ein Truchsess....aber er hat nun mal die Krone und von dem König, den alle so mit Eifer gewählt haben, gibt es keinerlei Spur mehr. Scheinbar ist es Gang und gebe bei dieser Familie, einfach zu verschwinden. Nun, sei es drum...“, er atmete tief durch und griff nun nach dem Weinkelch, „Ich brauche euch und eure Mannen. Vertreibt diese Banditen und diese irischen Fotzen und ich überhäufe euch mit so viel Silber und Gold, dass ihr euch daraus ein Kettenhemd machen könnt“.


 
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Re:Auf alten Pfaden      06.10.2019 23:51:25 --- 4 Monate, 3 Wochen her  
Spürte man, wie sehr sie dieser Mann nervte, der Märchen erzählte und futterte, als gebe es kein Morgen? Sogar die Söldner benahmen sich besser. Liam hatte keinen Hunger. Sie versuchte eine angemessene Menge zu essen, ohne dabei aufzuhören, zu lauschen. Sie schwieg sich aus. Für sie war klar, dass sie sich nicht einmischen würde. Wozu sollte sie? Liam warf sie gelegentlich einen Blick zu und drückte schließlich seine Hand. Ein Zeichen dafür, dass sie seine Aufmerksamkeit wollte.

Als sie diese erlangte, flüsterte sie: "Er zahlt jeden Söldner und macht Publik, dass er auf unsere Hilfe angewiesen war und wir sein Anliegen gelöst haben und er zahlt auch bei Misserfolg jeden Einsatztag. Ich sehe nicht, warum wir nicht bezahlt werden sollten, wenn wir Verlust erleiden." Sie hatte die Stimme so weit gesenkt, dass ihr klar war, dass Liam sie hören würde, aber der Lord nicht. Ihre Worte garnierte sie damit auf die Speisen zu deuten und es so aussehen zu lassen, als wolle sie ihren Mann gerade dazu überreden noch etwas zu essen.

Als sie gesprochen hatte, küsste sie seine Wange, lächelte ihn an und goß ihm Wein nach. "Lord Allistan? Ihr auch?" Nein, sie würde ihm nicht mehr Höflichkeit entgegen bringen, als er verdiente. Liebevoll sah sie Liam an und würde natürlich im Zweifel einer der Mägde den Krug reichen, damit sie dem Lord nachschenkte. Sie sah nicht ein, dass sie Allistan persönlich bediente.
 
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